Helldorado - Vorschau, Strategie, PC - 4Players.de

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Strategie
Entwickler: Spellbound
Publisher: dtp
Release:
01.06.2007
Spielinfo Bilder Videos
John Cooper will es noch mal wissen: Nach dem enttäuschenden Desperados 2 versucht sich das Team von Spellbound mit Helldorado an der Wiedergutmachung. Dahinter verbirgt sich das eigentlich als Add-On geplante "Desperados 2: Conspiracy", das letztes Jahr umbenannt wurde und am 1. Juni bei dtp erscheinen soll. Zurück zu den taktischen Wurzeln oder ein weiterer Actionbeinbruch? Wir haben die Colts umgeschnallt...


Aus Fehlern gelernt?

Alles wird besser. Alles wird anders. Und vor allen Dingen: Man will zurück zu den Wurzeln von Desperados 1. Hört sich das nicht gut an? Nach Desperados 2 (4P-Wertung: 68%) kann man da zunächst nur nicken, denn das Spiel wurde laut Entwickler in Sachen Animationen, Beleuchtung und Figurenverhalten generalüberholt.

Kick it: Diese Lady könnte ein Grund sein, doch mal in die taktisch sinnlose, aber ansehnliche Schulterperspektive zu schalten...
Welche Versprechen wird man einhalten können? Die ersten beiden Punkte Animation und Beleuchtung können wir nach dem Eintauchen in die Vorschaufassung bereits bestätigen: Alle Bewegungsroutinen wurden neu konzipiert und die Lichtverhältnisse profitieren endlich von HDR. Außerdem kann man sich endlich hinter halbhohen Felsen verstecken - die waren im letzten Teil quasi nur Fassade. Aber Vorsicht: Eure Leute werden im Licht jetzt schneller entdeckt! Außerdem spielt euer Geräuschradius eine Rolle beim Schleichen.

Trotzdem brauchen sich Einsteiger keine Sorgen machen: Die ersten Missionen schafft man auch ohne Vorkenntnisse. Belohnt wird man mit Medaillen von Bronze bis Gold, die eure Spielweise wie Action. Stealth, Trapper oder Gemischt kennzeichnen. Leider haben diese Belohnungen keinen Einfluss auf die Wahl späterer Waffen oder Fähigkeiten, sie bleiben Zierde. Drei Schwierigkeitsgrade stehen euch zur Verfügung - gerade Veteranen sollten für echten Nervenkitzel den Letzteren wählen. Diese wirken sich nicht nur auf die Waffentypen, Heiltränke und Munitionsvorräte aus, die ihr zur Verfügung habt, sondern auch auf die Schuss-Stärke der Feinde.

Edles Western-Flair

Wer sich nach der Befehlsvergabe zurücklehnt, um Cooper, Doc & Co elegant schleichen, schießen und werfen zu sehen, wird mit reichlich Westernflair belohnt. Außerdem sieht man in Zeitlupen, wie das Messer Richtung Opfer wirbelt. Im so genannten "Movie-Mode" bekommt die Schulterperspektive nach dem spielerischen Reinfall endlich einen filmischen Sinn: All eure hinterhältigen Aktionen lassen sich in Avi-Schnipsel umwandeln - eine gute Idee. Das Spiel wird übrigens für Vista optimiert und man hat in Sachen 3D-Grafik endlich von OpenGL auf DirectX umgestellt.

Erzählerisch knüpft man an den Vorgänger an: Doc wurde vergiftet und braucht unbedingt medizinische Hilfe. Die bietet eine undurchsichtige Witwe an, will dafür aber gewisse Gegenleistungen von Cooper & Co - also heißt es: Ran an Banken, Banditen und dubiose Aufträge; etwa 28 sollen es inklusive diverser Nebenquests sein. Wir sind gespannt, wie sich die Story über fünf Kapitel in der finalen Version entwickelt. Leider bleibt man bei der Inszenierung bei statischen Zwischensequenzen, die lediglich einzelne Bildfolgen zeigen - das ist nicht gerade großes Kino, aber wenn die Geschichte packend erzählt wird, kann das ausgeglichen werden.

Innere Werte

...ansonsten sollte man sich als Anführer lieber in der Isosicht um die Gruppenbefehle kümmern.
Viel wichtiger sind natürlich die inneren Werte. Hat man aus den Fehlern gelernt? Ja. Unsere Kontraliste war sogar Bestandteil der Entwicklung - strunzdumme Gegner, böse Clippingfehler und die Schieß-alle-tot-Mechanismen des Vorgängers sollen der Vergangenheit angehören. Geht man wieder zurück zu den strategischen Wurzeln? Ja. Vor allem die Routinen der Gegner sowie die Möglichkeiten im Team stehen im Vordergrund. Außerdem werden sich Wachen diesmal öfter austauschen bzw. Alarm schlagen, wenn der Partner fehlt und ausgeknockt ins Dickicht gezerrt wurde. Trotzdem hat man nicht komplett auf die 3rd-Person-Perspektive verzichtet: Diese wird wie im Vorgänger auch für Actioneinlagen genutzt; allerdings soll das weitaus weniger oft vorkommen. Sie spielt nur als Alternative für zwischendurch eine Rolle, im Zentrum steht die klassische Schleich-, Knockout- und Revolverarbeit in der schrägen Draufsicht. Das ist auch gut so, denn es bleibt bei der alten Inkonsequenz im Sichtbereich: In der Isoperspektive haben die Gegner Sichtkegel, die irgendwann enden. Selbige muss man auch in der Actionsicht anwenden, obwohl das gerade hier vollkommen unrealistisch wirkt: Ein Feind ist eindeutig in Sichtweite, bemerkt einen aber nicht. Immerhin wird jetzt auch in dieser Perspektive über Icons angezeigt, wer euch sieht und wer nicht. Für die Zukunft des Genres sollte der Fokus wieder komplett auf die Isoperspektive gelegt werden. Dann müsste man das alte Konzept nur um eine wirklich gute Physikeinbindung erweitern, die in Helldorado leider keine Rolle spielt.

Akribisches Planen

Der Süden der Staaten bestimmt das Szenario: New Mexico und New Orleans warten auf euch.
Die Seele des Spiels liegt in der Befehlstaktik. Hier gibt es zum einen sinnvolle Automatismen: Anstatt wie früher einzeln jeden bewusstlosen Feind aus der Gefahrenzone zu ziehen oder knebeln zu müssen, kann man das jetzt auf einen Schlag machen. Das spart Zeit und Gefummel, so dass man sich auf die wesentlichen Befehle konzentrieren kann: Einfach im Plan-Modus alles einfrieren und gemütlich darüber grübeln, wer wem eins überziehen soll, während der andere Dynamit platziert. Ihr könnt hier alle Aktionen des Teams akribisch und ohne Hektik planen. Bis zu sechs Western-Figuren werden gleichzeitig für euch unterwegs sein. Ihr könnt diesmal Aktionen von zwei Helden ausführen lassen: Man kann z.B. eine Geiselnahme vortäuschen, um Wachen anzulocken, man kann die Dynamitfähigkeiten des einen mit den Bogenfähigkeiten des anderen kombinieren und so explosive Pfeile losschicken, oder man kann im Revolverduett ein Haus stürmen. Die spannende Frage wird sein, inwieweit sich individuelle Fähigkeiten auswirken: Indianer Hawkeye hat z.B. einen deutlich geringeren Geräuschradius als sein mexikanischer Kumpel.     
 

AUSBLICK



Schade, dass die Physik keine Rolle spielt. Schade, dass man bei der Inszenierung auf gute Zwischensequenzen verzichtet. Und schade, dass es keinen kooperativen oder Mehrspieler-Modus gibt. Das ist sicher noch kein Desperados der neuen Generation. Aber sei's drum: Schön ist, dass sich Spellbound wieder auf die taktischen Wurzeln besinnt und in Sachen Figurenverhalten, Lichtverhältnisse und Teamaktionen Gas gibt. Man hat sich die Kritik zu Herzen genommen und das Westernspiel in wichtigen Bereichen verfeinert. Natürlich ist da für die Zukunft noch mehr drin und es bleibt bei den Inkonsequenzen der beiden Perspektiven. Aber das, was wir bisher spielen konnten, verströmt den alten Charme des Erstlings und zeigt kleine, aber sinnvolle Erweiterungen. Vor allem die kooperativen Aktionen im Team könnten den Klassiker wieder in gute Bereiche hieven. Ich bin gespannt auf die Testfassung.
Ersteindruck: gut


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Kommentare

Mr_Peppschmier schrieb am
Hi Leute,
ich hoffe mal, das dieser Teil wieder gut wird. Ich liebe den ersten Teil von Desperados. Nachdem ich hier das erste mal von "Helldorado" las, hab ich mir sofort den ersten Teil installiert und gezockt. Zum zigsten mal. :-) Die Chance stehen ja wirklich ganz gut. *daumendrück*
MfG
schrieb am

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