Test: Classics Collection PSP

20.07.2006, Autor: Paul Kautz

Arcade-Action für Sony PSP







Viele Namen, viel Freude

Capcom sorgt für Verwirrung: CCC Remixed ist keine Umsetzung des Originals, sondern quasi CCC 2.0 erst Ende des Jahres erscheint mit CCC Reloaded eine erweiterte Fassung der PS2- und Xbox-Version auf PSP. Allerdings gibt es Überschneidungen: fünf der 20 Spiele (Bionic Commando, Final Fight, Forgotten Worlds, Legendary Wings und Section Z) gab es schon vor einem halben Jahr zu spielen, der Rest ist neu. Euch erwarten Actiongames, Puzzler und eine Art Rennspiel aus den mittleren 80ern bis zu den frühen 90ern sogar ein bizarres Ratespiel (Quiz & Dragons) ist dabei. Darunter sind viele große Namen (Strider, Final Fight, Forgotten Worlds, 1941, Bionic Commando), aber auch viele weniger bekannte, die dennoch ungeheures Unterhaltungspotenzial bergen. So z.B. Varth, Black Tiger, Captain Commando, Mega Twins (auch bekannt als Chiki Chiki Boys) sowie Magic Sword, das nicht nur durch herrlich hackige Action, sondern auch eine furiose Kulisse für Aufmerksamkeit sorgt. Nicht zu vergessen Three Wonders, die Sammlung innerhalb der Sammlung, bei der speziell das Gunstar Heroes-ähnliche Midnight Wanderers für Aufsehen sorgt und die im Grunde aus den 20 Spielen 22 macht.

Natürlich gibt es auch eine Reihe Spiele, die man sich ein Mal ansieht, und danach wieder vergisst: Avengers ist ein vertikal scrollendes, erschreckend spaßfreies Beat-em-Up, The Speed Rumbler ein merkwürdiges Konglomerat aus Racer und Shoot-em-Up, Last Duel ein lausiger Vertikalshooter. Und dann ist da noch Street Fighter, der Urvater der weltbekannten SF-Prügelserie. Das hat zwar historischen Wert und mit Ryu, Ken und Sagat spätere SF2-Veteranen im Kader, besticht aber sonst eher durch die Abwesenheit von Spaß und Spielbarkeit.

Optionier mir!

Neben der bemerkenswerten Spielauswahl zeichnete vor allem das umfangreiche Bonusmaterial die
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Classics Collection

aus - ein Feature, das sich erschreckend selten in Retro-Sammlungen findet. Auch die Remixed-Version ist vollgestopft mit Goodies, zu jedem Spiel gibt es neben interessanten Hintergrundinformationen auch Tipps, Artworks und Musik freizuspielen letztere teilweise sogar als neu abgemischte Version. Natürlich wird euch das Ganze nicht geschenkt: Mal müsst ihr bestimmte Punktzahlen erreichen, das Spiel durchspielen oder spezielle Items finden sehr motivierend! Zu jedem Game dürft ihr vorbildlicherweise die Optionen nach Belieben einstellen, den Schwierigkeitsgrad regeln oder die Lebensanzahl erhöhen. Den finalen Schliff bekommt die Bonuswut durch die verstellbaren Bildschirmoptionen: Ihr könnt jedes Game im Originalformat laufen lassen, aber das ist nur selten befriedigend, da krümelig klein. Standardmäßig dürft ihr die Anzeige in zwei Stufen bis bildschirmfüllend aufblasen, bei manchen Games (Vertikalscrollern wie 1941, Varth oder Block Block) gibt es sogar noch mehr Varianten: da lässt sich die Anzeige um 90° nach rechts kippen, was euch wiederum mehrere Layout-Möglichkeiten und in jedem Fall mehr Übersicht gibt. Allerdings bleibt die Steuerung dieselbe, was in jedem Fall Gewöhnung bedarf.

Technisch gibt Remixed keinerlei Grund zur Klage: Die Emulation der Spiele ist perfekt, es gibt keine Ruckler, Sound-Aussetzer oder Grafik-Schnitzer, wie man sie sonst häufig zu sehen bekommt. Highscores werden automatisch gesichert, lediglich die Ladezeiten sind verhältnismäßig lang. Schade außerdem, dass es keine Speichermöglichkeit innerhalb der Spiele gibt das entspricht zwar dem Original-Spielgefühl, aber gerade bei längeren Games wie Final Fight, Captain Commando oder Magic Sword wäre es hilfreich, den Spielstand speichern zu können, wenn man das Ganze nicht in einem Rutsch durchzocken möchte.

Besondere Aufmerksamkeit hat der Mehrspielermodus verdient: Jedes Game dürft ihr zu zweit, einige sogar zu viert spielen. Das funktioniert denkbar einfach: WLAN-Schalter an, dann dürfen andere Spieler live in die laufende Partie ein- und aussteigen einfacher gehts kaum! Nachteil: jeder braucht seine eigene UMD. Klar, anders wäre das bei diesem »Live«-System nicht zu machen gewesen, aber schade ist es trotzdem würde man z.B. vor Beginn der Partie spielrelevante Daten übertragen, würde das Ganze ebenso gut funktionieren.





  Fazit