Flashback
So weit, so bekannt. Interessant wird es, wenn die ersten Aufträge eintrudeln. Im fiktionalen Landstrich Utakata schwelt der Bürgerkrieg: Drei Großgrundbesitzer und ihre Krieger kämpfen um die Vorherrschaft. Da die Armeen gleich stark sind, traut sich niemand sich einen erfolgreichen Feldzug zu. An dieser Stelle kommen Zen und seine Ninja-Dienstleistungen ins Spiel: Durch verdeckte Morde und Sabotage-Akte schwäche ich die Fraktionen, welche ich am wenigsten leiden kann und leite die Machtverhältnisse in die gewünschten Bahnen. Zwischendurch wird die Geschichte um Zen, seinen Erzfeind und einen magischen Spiegel in kurzen Zwischensequenzen weitererzählt.
Die Macht der Sabotage
Dank voller Auflösung ist alles knackig scharf. Details und Animationen lassen aber zu wünschen übrig.
Obwohl die Dialoge recht hölzern klingen, hat mir die Rahmenhandlung deutlich mehr Lust aufs Spiel gemacht als im Vorgänger. Die Vielfalt der Auftrage passt prima ins Konzept: Mal erledige ich gezielt einen unliebsamen Händler, später befreie ich entführte Mädchen aus der Gewalt der Amurita-Sekte. Oder ich stibitze die Reisvorräte aus dem Lager, um die Kämpfer in späteren Missionen zu schwächen. Natürlich komme ich ein zweites mal wieder und entwende ungesehen noch ein dickes Reispaket, bevor ich nach dem Missionsabschluss eine perfekte Wertung einstreiche. Vor dem nächsten Auftrag kaufe ich meinem Krieger jede Menge fieser Ninja-Gadgets, packe kleine Fallen ins Inventar, braue Heiltränke oder koche ein vergiftetes Sushi-Gericht für hungrige Wachen.
So spannend das Drumherum klingt, so enttäuschend präsentiert sich das Einschleichen selbst. Während sich mein Schattenkrieger in seiner Lauf-Animation steif nach vorne lehnt, bekomme ich die Tücken der nervösen Kamera zu spüren: Ein Sprung auf ein Dach und schon dreht sich die Sicht urplötzlich zur Seite – und damit weg von der Wache. Auch als ich am anderen Ende der Ziegel ankomme, spielt die Kamera wieder verrückt. Ich verliere den Überblick und stürze direkt vor die Füße meines Widersachers. Zum Glück erweist sich der KI-Scherge als so dämlich, dass er mich nicht entdeckt, obwohl ich ein paar Sekunden direkt vor seiner Nase herumspaziert bin. Später agieren die Gegner etwas cleverer, aber trotzdem nicht gerade glaubwürdig.



