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Disgaea 3: Absence of Detention (Rollenspiel) von Nippon Ichi Software
Disgaea 3: Absence of Detention
Wenn es um Rundenstrategie mit  Rollenspieleinschlag geht, landet man früher oder später bei Nippon Ichi. Genauer: Bei der Disgaea-Serie. Die  Abstecher in die Dämonenwelt stehen für enorme Tiefe, einen gigantischen Umfang, viel Humor aber auch eine schwache Kulisse. Und daran hat sich in der Umsetzung für die Vita nichts geändert.

Alles schon da gewesen

Video
Auch mobil gehört Disgaea 3 zu den absoluten Taktik-Schwergewichten.
Während Taktik-Fans auf der PlayStation 3 schon längst mit dem vierten Teil die Netherworld aufmischen, werden Vita-Spieler mit einer erweiterten Auflage des Vorgängers Disgaea 3 abgespeist. Wobei "abgespeist" deutlich negativer klingt als es ist: Denn es gibt Schlimmeres als die Zweitverwertung eines Spiels, das inhaltlich erwiesenermaßen zu den Highlights der RPG-Strategie gehört - viel Schlimmeres. Zumal man ähnlich wie in der Enhanced Edition des zweiten Witcher-Abenteuers mit vielen Extras sowie den bislang auf PS3 veröffentlichten Download-Inhalten ein interessantes Komplettpaket bekommt. Diese Inhalte erweitern die Spielwelt jedoch nicht um grundlegend neue mechanische Elemente, sondern geben einem nur mehr Möglichkeiten in die Hand und verlängern die Spielzeit.

Worum geht es? Man ist mit einer frei zusammenstellbaren Gruppe an (Anti-)Helden im Rahmen einer skurrilen Geschichte unterwegs, um für Furore in der so genannten Netherworld zu sorgen, genauer gesagt an der Dämonenuniversität. Die Story schafft dabei einen interessanten Spagat zwischen ernsten Themen und Humor à la Monty Python. Und es gelingt ihr immer wieder, kleine Anspielungen auf aktuelle Pop-Kultur unterzubringen. Dennoch habe ich mich irgendwann dabei ertappt, dass ich die gut gesprochenen englischen Zwischensequenzen und Dialoge im Schnellverfahren weggeklickt habe. Und das nicht nur, weil ich von der PS3-Version bereits vieles kannte, sondern auch weil die Erzählung letztlich zu seicht ist, um mich in den Bann ziehen zu können.

Taktischer Koloss

Die Kulisse ist kaum mehr als zweckmäßig, der umfangreiche Inhalt steht im Vordergrund.
Die Kulisse ist kaum mehr als zweckmäßig, der umfangreiche Inhalt steht im Vordergrund.
Ganz im Gegensatz zu den strategischen Gefechten, bei denen man rundentaktisch seine Figuren zieht und sich dabei Positionen der Charaktere zueinander sowie das Schlachtfeld zunutze macht. Wer auf Nintendo-Systemen Titel wie Fire Emblem oder Advanced Wars gespielt hat oder bereits mit Klassikern wie Tactics Ogre oder Final Fantasy Tactics Bekanntschaft gemacht hat, wird sich hier wohl fühlen.

Man muss auf den in drei Stufen zoom- sowie in 90-Grad-Schritten drehbaren Iso-Schlachtfeldern einiges beachten: Mit angrenzend aufgestellten Figuren können z.B. Komboangriffe gestartet werden. Hier ist die Wahrscheinlichkeit jedoch abhängig von dem Verhältnis, das die Figuren zueinander haben. Das wiederum kann über die Sitzordnung im Klassenzimmer beeinflusst werden.
Doch auch die Reihenfolge der Angriffe kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Ebenso wie die Möglichkeit, über die Repositionierung oder Zerstörung so genannter "Geoblocks" mit positiven oder negativen Eigenschaften das Schlachtfeld zu manipulieren, um sich so gegen  bestimmte Angriffe zu schätzen oder eine automatische Heilung nach Zugende zu aktivieren.

Man kann Figuren aufnehmen und werfen, in der so genannten "Gegenstandswelt" versuchen, seine Ausrüstung dauerhaft zu verbessern, bei einer Kommission Anträge stellen, um neue Inhalte freizuschalten oder zu verändern und und und.

Anfänger werden allerdings von der Flut an vorbildlich miteinander verbundenden Möglichkeiten erschlagen, die sich auch auf das Erlernen neuer Fähigkeiten oder Erstellen neuer Figuren ausweiten - zumal das Tutorial nur kurz ist und oberflächlich bleibt. Wer jedoch Geduld aufbringt, wird schließlich mit einem fordernden und sehr unterhaltsamen Taktik-Rollenspiel belohnt, von dem man nicht mehr so schnell loskommt und dass Spaß für einen Zeitraum weit jenseits der 100-Stunden-Marke garantiert.

Starrsinn vs. Fortschritt

Besonderheiten der Vita-Fassung:
- alle Download-Inhalte der PS3-Version
- neue klassenspezifische Fähigkeiten
- "Super Moves", die nur bei geringer Gesundheit zur Verfügung stehen
- neue Zauber
- Berührungs-Steuerung (z.B. für Zoom)
- neue Story-Missionen und -Bosse (mit Gastauftritten aus Disgaea 4)
- neue Personalisierung: Aussehen von Gegenständen verändern
Eines muss man Nippon Ichi lassen: Die Beharrlichkeit, mit der man sich standhaft weigert, die Kulisse auch nur ansatzweise zu modernisieren, ist bewundernswert. Nach wie vor setzt man auf Sprites mit wenigen Bewegungsphasen, zumeist grob aufgelöste Umgebungstexturen und durchschnittliche, wenngleich sehenswerte Effekte. Auch die mit nur wenigen Phasen bewegten Comic-Figuren in den Zwischensequenzen haben noch nie Bäume ausgerissen. Dadurch schafft man sich zwar ein Alleinstellungsmerkmal und richtet das Augenmerk verstärkt auf die zweifelsfrei ausgezeichneten Inhalte. Doch nachdem ich die Disgaeas (auf zig Systemen) seit Jahren ebenso begleitet (und genossen) habe wie La Pucelle Tactics, die Phantom Braves oder Makai Kingdoms, ist es langsam Zeit für etwas Neues. Und damit meine ich nicht nur die höhere Auflösung von Sprites oder doppelt so große Bodentexturen. Wenn ich mir vorstelle, was eine Kombination des Tiefgangs sowie Umfangs der Nippon Ichi-Strategie mit dem Look&Feel von Titeln wie Segas Valkyria Chronicles ergeben würde, kriege ich weiche Knie - und unser Chefredakteur bekommt es mit der Angst zu tun, denn dann würde vermutlich unsere Wertungsskala gesprengt.

Kommentare

  • Tja die Grafikhuren, sie werden nie sterben... Ich habe lieber ein anspruchsvolles Spiel in alter Optik als ein hochglanzpolierten Moorhuhn Shooter...
  • Man kann es sich ja auch für 35 bei amazon bestellen Auf jeden Fall ein interessanter Titel. Würd ich gerne kaufen, aber ich weiß nicht, ob es mir gefallen wird Aber bei 1000 Stunden Unterhaltung....naja gut ich spiel wahrscheinlich eh nicht soviel Disgaea
  • Also hier abzüge bei der Grafik zu geben ist echt unsinnig, dass ist ja aus gutem Grund ein bewärtes Stilmittel der Macher

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