Test: DBZ Infinite World

23.12.2008, Autor: Jens Bischoff

Beat-em up für PlayStation 2







Zurück zu den Wurzeln

Dass Infinite World von den
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Budokai

-Schöpfern entwickelt wurde, merkt man dem Titel sofort an. Sowohl inhaltlich als auch spielerisch wird hier eine Reise in die Serienvergangenheit angetreten: Keine Teamkämpfe, keine echte 3D-Bewegung, keine Turniermodi, keine Online-Duelle, geschrumpfte Charakterriege und mittlerweile leider auch ziemlich antiquierte Grafik-Engine... Die Cel-Shading-Charaktere wirken vor allem aus der Nähe einfach nicht mehr zeitgemäß und die Kulissen, die durch die Bank alte Schauplätze darstellen, regelrecht trostlos. Lediglich Effekte und Animationen können sich hin und wieder noch sehen lassen. Das Kampftempo wurde hingegen spürbar angehoben, was trotz Charakterermüdung für angenehme Rasanz sorgt.

Leider gibt es jedoch kein vernünftiges Tutorial und auch die Trainingsepisoden im Missionsmodus verwirren mit ungenauen und umständlichen Angaben: Warum um alles in der Welt verwendet man statt der regulären Controllerknöpfe fiktive Buchstabentasten? Zudem beinhalten die über hundert Missionen einige sehr zweifelhafte Minispiele, in denen statt spannender Kämpfe öde Sammel-, Fang- und Rennaufgaben auf der Tagesordnung stehen. Schon klar, dass dies für Abwechslung hätte sorgen sollen, aber leider funktioniert das nur recht selten. Die meisten Minispiele sind völliger Quark, haben mit der ohnehin nur halbherzig eingebundenen Story so gut wie nichts zu tun und wirken sowohl technisch als auch spielerisch wie Relikte aus der Videospielsteinzeit. Lediglich die Tanzspiel-artigen Reaktionstests können halbwegs überzeugen.

Durchwachsenes Recycling

Erzählerisch wird einmal mehr die Anime-Vorlage in zusammenhanglosem Schnelldurchlauf serviert, was bei Fans für pure Langeweile, bei Neulingen für völlige Verwirrung sorgt. Nach gut 40 Missionen auf Saiyajin-, Freezer-, Cell-, Majin Boo- und GT-Saga verteilt, flimmert aber ohnehin schon der Abspann über den Bildschirm. Danach könnt ihr aber noch zahlreiche optionale Nebenmissionen angehen, euer Ranking in bereits gemeisterten Einsätzen verbessern, weitere Schwierigkeitsgrade bewältigen oder in einem freischaltbaren Bonusmodus noch mehr Kämpfe bestreiten. Multiplayer-Fans müssen sich hingegen mit schnöden Versus-Duellen begnügen. Turnier-, Team- oder Online-Modi gibt es keine. Dafür dürft ihr die Skill-Paletten der über 40 Charaktere mit erworbenen Spezialangriffen, Items und Fertigkeiten individuell anpassen, was langfristig für Abwechslung sorgt.

Überhaupt geht die größte Motivation davon aus, Geld für neue Kapseln zu verdienen, die zahlreiche Extras freischalten. Egal, ob zusätzliche Spielfiguren, Kostüme, Kampfarenen, Spielmodi oder Schwierigkeitsgrade - alles muss erst als entsprechende Kapsel im Shop gekauft werden. Ärgerlich nur, dass ihr im Missionsmodus keinen direkten Zugriff auf das stets anwachsende Angebot habt und für jeden Einkauf ins Hauptmenü zurückkehren müsst, was wie vieles andere im Spiel mit ausgiebigen Ladeunterbrechungen verbunden ist. Ohne Einkaufbummel trefft ihr im Missionsmodus aber selbst auf der niedrigsten Stufe schnell auf Probleme, da der Schwierigkeitsgrad sehr unausgewogen ist und immer wieder sprunghaft spezielle Fertigkeiten voraussetzt, was vor allem Anfängern jede Menge Frust bereitet.

Jüngere Spieler dürften wohl auch eine deutsche Synchro vermissen, da lediglich die Untertitel übersetzt wurden. Hardcore-Fans freuen sich hingegen über die Wahl zwischen englischer und japanischer Tonspur. Auch eine in

Tenkaichi

teils schmerzlich vermisste Auto-Save-Funktion ist mit an Bord. Ansonsten zieht man aber in so ziemlich allen Belangen den Kürzeren gegen die Konkurrenzreihe. Das enttäuschende

Burst Limit

können die antiquierten Infinite World-Recken allerdings knapp hinter sich lassen. Für DragonBall-Fans ist das aber wohl nur ein schwacher Trost...


  Fazit