Metal Gear Solid 3: Snake Eater - Test, Action, PlayStation 2 - 4Players.de

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Schlangen sind ausgesprochen tödliche Jäger. Sie gelten als Symbole der Weisheit. Und sie sollen gut schmecken. Trotzdem werden sie von vielen gehasst und verfolgt. Diese Erfahrung macht auch die berühmteste Schlange in Menschengestalt: Snake. Konami katapultiert euch im dritten Teil der Reihe in den Kalten Krieg. Ihr spielt einen einsamen Helden, der den Atomkrieg verhindern und die Stealth-Action perfektionieren soll. Zwei große Aufgaben, ein großartiges Spiel?

Im freien Fall

Zuschauen kann so schön sein - vor dem Fernseher, im Kino, im Stadion. Auch bei einem Spiel lehnt man sich gerne genüsslich zurück, wenn dramatische Zwischensequenzen einen Hauch von Hollywood ins Wohnzimmer wehen. Vor allem, wenn es wie in einem Agenten-Thriller knistert: Verrat und Intrigen, Amis gegen Russen, Kubakrise, atomare Bedrohung. Im Jahr 1964 liegt der dritte Weltkrieg quasi in der Luft und liefert die brisanten politischen Funken für ein episches Abenteuer alter heroischer Schule: Einer gegen alle.

Eure Aufgabe? Als junger Elitekämpfer der US Army sollt ihr nichts Geringeres als die globale Katastrophe verhindern. Dafür lässt man euch mit 200 km/h über dicht bewaldetem russischem Gebiet abspringen. Der Prolog ist eine Delikatesse, die Schnitte sitzen perfekt: Während Snake ins Bodenlose fällt, wird das erzählerische Fundament gegossen. Ihr müsst den Wissenschaftler Sokolov entführen, dessen fast komplettierter Nuklearpanzer Hunderttausenden den sicheren Tod bringen könnte.

The Boss: Die Frau kennt keine Gnade und zeigt Snake, wie man kleine Helden entwaffnet.
Zum Zuschauen verdammt?


Aber so schön das Zuschauen auch ist: Konami gönnt sich den Luxus von zwei Stunden interaktivem Vorspann, um Story und Kampf in Gang zu bringen - mit einigen Längen, die den Geduldsfaden strapazieren. Auch danach verbringt man fast die Hälfte der etwa 15-stündigen Spielzeit als Zuhörer und Betrachter. Was man sieht, ist brillant - das Flair des Kalten Krieges spürbar: Vom Waffendesign über Filmanspielungen und technische Errungenschaften bis hin zu Chruschtschow-Johnson-Telefonaten weben die Japaner einen überaus glaubwürdigen Stimmungsteppich. Dazu trägt auch der grandiose Soundtrack bei, der von Harry Gregson-Williams (Shrek 2) komponiert wurde: Seine Melodien mit der betörend kräftigen Frauenstimme sorgen für glamouröses Bond-Flair. Auch inhaltlich hat Konami versucht, seinen Einzelkämpfer in die Sphäre des britischen Top-Agenten zu bringen - aufreizende Babes im lasziv geöffneten Hosenanzug inklusive. Der Auftritt von Eva wirkt im dreckigen Dschungelcamp allerdings wie die Landung eines unwirklichen Boob-Aliens. Und Snake ist sichtlich überfordert...

Keine Frage: Davon profitiert die Atmosphäre. Es knistert wie im Kino. Man kann fast die Popcorn-Tüten rascheln hören. Die Actionszenen sind erstklassig, die Regie meisterhaft. Und die skurrilen, superheldenhaft wirkenden Protagonisten lassen die vermeintlich nüchterne Zeitreise oft zu einem überzeichneten SciFi-Comic mutieren - spektakulär, blutig, rasant. Sex und Gewalt wurden in der Reihe noch nie so akzentuiert dargestellt. Kenner werden zudem so manche Seitenhiebe auf spätere Ereignisse und Charaktere finden: Ocelot steht z.B. noch am peinlichen Beginn seiner Revolver-Karriere und entwickelt sich während des Spiels zum heißblütigen Antagonisten.

Die im englischen O-Ton belassenen Dialoge wirken zwar manchmal etwas gestelzt, und man kann sich fragen, ob Snake für sein junges Alter nicht etwas zu rauchig à la Eastwood selbst nichtige Kleinigkeiten betont. Aber das sind nur kleine Untertöne: Insgesamt bestechen die Gespräche mit ihrer gesunden Mischung aus Slapstick und Ernsthaftigkeit. Die deutschen Untertitel wurden sehr gut übersetzt. Und selbst kleines Codec-Geschwätz offenbart schnell, wie viele Details Konami recherchiert hat, um die 60er zum Leben zu erwecken. Alles dreht sich um ein Thema: Treue. Wem schuldet man sie? Seinem Land, seinen Freunden, seinem Gewissen? Im Zentrum steht Snakes Verhältnis zu seiner mysteriösen Ausbilderin "The Boss": Der Schüler versteht seine Lehrerein nicht, wirkt an einigen Stellen wie ein hilfloses Kind. Dabei geht es durchaus philosophisch zu, denn der Spieler wird gezielt in die Konflikte hineingezogen, zum Nachdenken animiert.

                  

Kommentare

Thefender schrieb am
Viele viele jahre später hab ich mgs 3 wieder ausgepackt
und spiele es immer noch gern, genau so wie sc chaos theory.
ich mag beide, beide haben vor und nachteile. Und bei beiden gibts teile, die ich nicht besonders gelungen finde (sons of liberty/conviction) und jetzt, im jahr 2013 und ein paar monate vor release der ps4 machen snake und sam immer noch eine gute figur, spielen sich immer noch toll.
aber ich mag generell die meisten spiele der ps1 und ps2 ära mehr, als sich die entwickler noch bemühten, dem spieler ein volles rundum erlebnis mit packenden momenten und inovation zu liefern. Heute werden dlc's angekündigt, bevor das hauptspiel raus ist, also das gefühl vermittelt, ein unfertiges game zu bekommen. Alles zum zweck der heutigen melk politik. I'm not a part of it. Hab mir bis jetzt zu keinem game ne dlc runtergeladen und bis auf skate 3 nie online gezockt.
MF_Uzi schrieb am
Ich find Teil 3 auch um einiges besser als Teil 2. Viel schönere Umgebung, deutlich schwerer als Teil 2, imposantere Bossgegner, wendungsreichere Story, erheblich mehr Waffen, Big Boss als Spielbarer Charackter kein Milchbubi ala Raiden. Vorallem zählt ja wohl der Bosskampf gegen The End und The Boss mit zu den tollsten die die MGS Serie zu bieten hat.
Sn@keEater schrieb am
ALso 84%ist echt ein Witz. Vor allem..wie konnte MGS2 89% bekommen, wobei MGS2 noch die meisten Schwächen hatten? Also 90% wären auf jedenfall verdient gewesen. Aber Jörg hat wohl wider mit der Lupe nach fehlenr gesucht <.< War ja bei Tomb Raider Underworld nichts anders.
Uranisotop 235 U hat geschrieben:Nein, das Spiel hat nur 84% Prozent verdient, weil andere Spiele einfach fesselnder sind, besser Erzaehlen, mehr Spannung aufbauen und Charaktere besser in Szene setzen.

Na dann fang mal die Spiele aufzuzählen :lol: Den sowas wie MGS gibt kein 2.tes mal.
Skywalker_ schrieb am
Nur 84% ???
Ich hätte ihm 90 gegeben .
Fehler oder Ruckler gabs bei mir nie , und das ist wahrscheinlich das Spiel was ich am meisten durchgespielt habe(So 10 mal )
Herzaaa schrieb am
84% ????????????????????? Ich hab das Spiel jetzt zum 10mal durch und ich muss sagen ich bin mit der Wertung NICHT zu frieden!!!!!!!!!!! Das spiel ist ein meisterwerk!!!!!!! Das spiel zieht ein mit der genialen story un der Athmosphäre so in den bann das ich MIND. 90% geben würde den mir sind die hälfte eurer negativ punkte ga nicht auffalen
schrieb am

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