Gametrak: Dark Wind - Test - 4Players.de

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Beat-em up
Entwickler: Atomic Planet
Publisher: Atari
Release:
21.10.2004
Spielinfo Bilder Videos
Die Evolution der Prügelspiele: Zuerst wurde aus der Draufsicht die eine oder andere Nase geplättet. Kurz darauf folgt der Schwenk in die seitliche Perspektive, die sich auch heute noch höchster Beliebtheit erfreut. Ab Mitte der 90er wurden 3D-Prügler populär, und nun folgt mit Dark Wind und der dazu gehörigen Gametrak-Hardware der Schritt in die »echte« dritte Dimension – ihr prügelt quasi in den Fernseher hinein! Wir haben den Streetfighter in uns erweckt und einen Muskelkater für den Test riskiert.

Augsburger Puppenkiste?

Da Dark Wind nur in Kombination mit dem brandneuen Game Trak-Controller erhältlich ist, gibt es vor dem Drauflosprügeln erstmal einiges einzustellen: Das schwere Hauptgerät wird mit der Fußmatte und den beiden eng sitzenden Handschuhen verbunden, und per USB an die PS2 angeschlossen. Nach einiger Ladezeit erwartet euch im Hauptmenü die Kalibrierung – schließlich muss das Programm exakt eure Handpositionen erfassen können, so dass ihr kurz vermessen werdet, bevor es endlich losgehen kann.

Der Spieler wird mittels dünner Kabel mit der Basis-Station verbunden, welche alle Bewegungen präzise erfasst.
Die Handschuhe sind über wenig Vertrauen erweckende Nylonfäden mit dem Hauptgerät verbunden, welches jede Bewegung eurer Hände in Sachen Richtung, Geschwindigkeit und Höhe genau erfasst. Zwar kommt man sich anfangs an den Strippen etwas albern vor, aber dieses Gefühl legt sich schnell, wenn man sich erstmals an dem Übungs-Sandsack austobt: Das, was die Hände vor dem Monitor anstellen, treiben ihre Polygon-Pendants tatsächlich auch auf der anderen Seite der Röhre. Habt ihr eure Freude an der neu gewonnenen Freiheit an dem Sack ausgelassen, wartet das Hauptspiel auf euch, welches in Story- und Arcade-Modus unterteilt ist. Allerdings gibt es zwischen den beiden lediglich zwei Unterscheidungsmerkmale: Erstens wird der Story-Modus von einer überflüssigen Geschichte umrahmt, die ungefähr so gehaltvoll ist, wie die der Dead or Alive-Serie. Und zweitens spielt ihr hier allerlei Bonusmaterial wie zusätzliche Kämpfer, weitere Spielmodi und Ähnliches frei. Im Arcade-Modus bleibt euch das Zwischensequenzen-Blabla erspart, und ihr prügelt euch einfach nur so durch die Gegner-Ränge.

Zauberfäuste

Zwar gab es schon einige Ansätze des Prügelns aus der Ego-Perspektive (z.B. in The Chronicles of Riddick oder Breakdown ), aber immer nur auf Basis von gedrückten Knöpfchen. Hier ist das aufgrund der Hardware anders: Da ihr prinzipiell machen könnt, was ihr wollt, lässt das Programm sehr viele Schlagmöglichkeiten zu - seien es Jabs, Schwinger, Uppercuts, Doppelhandschläge oder Ohrfeigen. Je nach Richtung und Stärke eurer Bewegungen reagieren die Gegner auf eure Attacken: Sie werden nach hinten geschlagen, torkeln oder springen zur Seite (woraufhin ihr per Tritt auf die Fußmatte folgen müsst) und weichen sogar aus, wenn ihr zu langsam attackiert. Habt ihr euren Kontrahenten grün und blau geprügelt

Jede Spielfigur hat eigene Magiearten, die sich ebenfalls blocken lassen.
(das ist durchaus wörtlich zu nehmen), wartet als letzte Belohnung noch das etwas mortalkombatige »Mach ihn fertig!« - woraufhin ihr ihm oder ihr einen letzten Schlag verpassen müsst, der aber nichts mit Finishing Moves zu tun hat.

Da Kämpfe nicht nur aus Geben, sondern auch aus Nehmen bestehen, ist die Verteidigung genauso wichtig wie der Angriff: Setzt der Gegner zum Schlag an, erscheint ein rotes Hand-Symbol auf dem Bildschirm. Erwischt ihr das, wird der Schlag geblockt, und ihr könnt zur Gegenattacke ansetzen. Das hat neben der gesparten Lebensenergie noch den Nutzen, dass sich eure Magieleiste auffüllt. Je mehr ihr verteidigt, desto stärkere Zaubersprüche könnt ihr wirken: Unter der Leiste sammeln sich immer mehr Piktogramme, welche Handpositionen verdeutlichen. Streckt ihr die Arme beispielsweise schnell zur Seite, werden eure Schläge verstärkt, reißt ihr sie wie ein Ypsilon nach oben, schluckt euer Widersacher einen Feuerball. Das klingt allerdings einfacher als es ist, denn ihr müsst die Bewegungen recht präzise ausführen, damit das Programm sie erkennt – was in der Hitze der Schlacht nicht ganz unproblematisch ist.

Sehr wichtig ist auch der »Rage-Modus«: In den gerät euer Feind nämlich, wenn ihr zu schnell auf ihn einprügelt. Wird er stinkig, ist er für kurze Zeit unverwundbar, während er euch gleichzeitig mit Hieben eindeckt. Hat er sich ausgetobt, geht es ganz normal weiter – dennoch kommt einem das Ganze etwas sinnlos vor, schließlich zwingt es den Spieler zu ungewollten Prügelpausen.

Prügel' dich fit!

Leider erwarten euch im ganzen Spiel lediglich acht Gegner, von denen der letzte, gemäß einem ungeschriebenen Prügelspielgesetz, um einiges härter ist als der Rest. Dennoch wird man auch mit den Standard-Widersachern eine Weile beschäftigt sein, was aber weniger an deren Leistungen, als vielmehr der Gewöhnung an die Technologie zu tun hat: Bis man lernt, die Arme ruhig zu führen, sicher zu verteidigen und die Kombos der Gegenspieler auswendig kennt, vergehen einige Viertelstunden. Sitzt das, kloppt ihr euch ohne größere Probleme durch die Feinde, von denen jeder unterschiedliche Eigenschaften, Prügelvorlieben und Magiearten hat. Jeden davon gibt es freizuspielen, woraufhin ihr euch auch als Katzenfrau oder Schneehexe durchs Leben schlagen dürft, was sich spielerisch allerdings kaum anders anfühlt. Witziger wird die Sache natürlich im Mehrspielermodus, in dem sich

Die Gegner reagieren in Echtzeit auf eure Schläge.
zwei Spieler am vertikal geteilten Splitscreen die virtuellen Nasen blutig hauen können – allerdings werden dazu auch zwei Gametraks benötigt, was angesichts einer unverbindlichen Preisempfehlung von 99 Euro pro Gerät keine billige Sache wird.

4P|Stream: so spielt sich Gametrak: Dark Wind (Laufzeit: 2:21 min)

Technisch geht es bei Dark Wind durchwachsen zur Sache: Zwar sind die Figuren sehr ansehnlich designt, schön detailliert und, speziell im Falle der weiblichen Kämpfer, eine durchaus runde Sache – aber die Animationen sind oftmals hoppelig, die Umgebungen, egal ob Ruine, Eiswüste oder dreckige Innenstadt, sehr unspektakulär. Darüber hinaus schleicht sich immer wieder ein kleines Ruckeln in die Action. Sehr schade ist auch das Fehlen jeglicher Art von Replay – wer würde sich nicht gerne schlagen sehen? Akustisch ist das Spiel ebenfalls eine mittelschwere Enttäuschung: Zwar ist die Begleitmusik durchaus gelungen, aber die langweilige Sprachausgabe sowie die von Rechtschreibfehlern durchsetzte deutsche Übersetzung hätte man sich getrost sparen können.

             

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