Test: Ghost in the Shell

05.06.2005, Autor: Jens Bischoff

Action-Adventure für PlayStation 2






Video: Ghost in the Shell: Stand Alone Complex, Japanischer Trailer 1



Willkommen bei den Cyborgs von Sektor 9

Während bei Tom Clancy das Team von Rainbow Six Jagd auf Terroristen aller Art macht, kommt bei Ghost in the Shell der japanischen Cyborg-Spezialeinheit Sektor 9 diese Aufgabe zu.Wir schreiben das Jahr 2030 und ihr übernehmt je nach Auftrag die Rolle der grazilen Motoko Kusunagi oder ihres bulligen Teamkameraden Batou. In einer Mission dürft ihr sogar ins Cockpit eines Tachikoma-Mechs schlüpfen. Während Motoko meist ihre akrobatischen Talente ausspielt und gerne aus dem Hinterhalt agiert, ist Batou quasi der Rambo des Team, der lieber Blei spuckend in die Vollen geht als unauffällige Infiltrationen auszuführen.

Third-Person-Action von der Stange

Was aber zunächst wie eine gesunde Mischung aus Stealth und Action klingt, entpuppt sich schon nach kurzer Zeit als eintöniges Rumgeballere mit gelegentlichen Hüpf- und Prügeleinlagen. Auf Motokos athletische Fähigkeiten greift ihr nämlich ausschließlich im Nahkampf und beim Bewältigen mitunter äußerst hakeliger Sprungpassagen zurück, da sie bei Feuergefechten mangels Zielfixierung kaum von Nutzen sind.Dabei wäre das Spiel für akrobatische und stylische Schusswechsel à la Tomb Raider, Max Payne oder Matrix geradezu prädestiniert gewesen...

Hacken als tumbes Glücksspiel

So marschiert ihr einfach von Wegpunkt zu Wegpunkt durch insgesamt zwölf sterile und lineare Levels, pustet einer KI-Dumpfbacke nach der anderen das Lebenslicht aus und langweilt euch über debile Schalter- und Objekträtsel. Hin und wieder dürft ihr euch zwar auch in die Köpfe speziell gekennzeichneter Gegner hacken, um als Wolf im Schafspelz feindliche Truppen hinterrücks zu dezimieren. In der Regel kommt ihr aber auch ohne dieses Feature meist problemlos voran, das im Übrigen von einem Minispiel begleitet wird, das im späteren Spielverlauf immer mehr zur reinen Glückssache verkommt und nur ein schwaches Abbild der eigentlichen Hackerthematik von Ghost in the Shell darstellt.

Überleben leicht gemacht

Na ja, zumindest habt ihr bei jedem Hacker-Angriff eine unbegrenzte Anzahl an Versuchen und bei einem unfreiwilligen Ableben unendlich Continues, um am letzten der reichlich gesäten Checkpoints wieder mit voller Lebensenergie ins Spiel einzusteigen. Darüber hinaus könnt ihr jede Mission in einem von drei Schwierigkeitsgraden starten und nach einmaligem Durchspielen der gerade einmal sechs Stunden dauernden Kampagne eine von Beginn an zur Verfügung stehende Zweitwaffe auswählen. Doch auch so habt ihr reichlich Gelegenheit, einen zweiten Schießprügel oder Zusatz-Equipment wie Wurfmesser, kugelsichere Westen oder Granaten einzusacken.
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