Charaktereditor 3.0
Wer "ich" eigentlich bin? Gute Frage. Scheinbar erstellt man sich zu Beginn nur eine Nebenfigur, denn der eigentliche Held ist Blondschopf Leonard. Ob sich das noch ändert? Wie soll man da eine Beziehung aufbauen? Immerhin kann man für seinen Mitläufer den Augapfel, die Schuhgröße, den Bauchumfang, die Hautoberfläche und den Winkel der Augenbrauen einstellen. Außerdem Nasenbreite, Kieferlänge, Irisfarbe, Frisur und Stimme. Das Spiel setzt bei der Charaktererschaffung komplexe Zeichen - hier im Video. Allerdings gilt das nur für das Äußere, denn weder ein Volk noch eine Klasse stehen zur Wahl; schade.
Das ist ja oberflächlich? Moment - hier ist Level 5 (Dark Cloud
, Rogue Galaxy
) am Werk. Und wo diese Japaner drauf stehen, ist meist viel Rollenspiel drin. Und natürlich gehört dazu eine komplexe Karriere inklusive Lebens- und Magiepunkte, Erfahrung und Spezialisierungen, Items und Heiltränken: Anstatt klassischen Berufungen zu folgen, kann man jeden der bis zu vier Charaktere in der Party frei entwickeln. Wer aufsteigt, darf Punkte auf acht Kampffähigkeiten verteilen, darunter Einhänder, Zweihänder, Bogen, Stab und zwei Magietypen. Später kommen allerdings auch knapp ein Dutzend Attribute wie Agilität oder Stärke hinzu, die man steigern kann.
Investiert man seine Punkte in den Bereich Einhänder, schaltet man zunächst Talente wie den "Rückwärtshieb", den "Helmknaller" oder den "Flammenhieb" frei. Wer auf den Bogen setzt, bekommt irgendwann "Bull's Eye" oder den "Doppelpfeil". Die deutsche Version bietet übrigens englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln. Die Texte sind bis auf einer paar kleine Dreher sauber übersetzt worden.
Kämpfen im Team
Zurück auf die Straße: Jetzt zieht gerade ein mammutähnliches Tier unseren schwer beladenen Karren mit Dutzenden Fässern, so dass wir zu langsamer Eskorte auf der befestigten Straße gezwungen sind. Schön ist, dass man an leuchtenden Steinen in der Landschaft seine Gruppe heilen und speichern kann. Auch so feiern wir zunächst überraschend leichte Siege mit dem interessanten Echtzeitkampfsystem: Sobald ein Feind sichtbar wird, kann man ihn per L1 anvisieren und sich für eine der Dutzenden Angriffsarten wie einfacher Schlag oder Pfeilschuss entscheiden - diese werden dann in einem Kreis aufgeladen, danach muss man nur noch in die benötigte Reichweite kommen und schlägt zu. Stärkere Angriffe wie der Flammenhieb dauern länger und kosten Aktions-Chips, die man durch aktives Kämpfen gewinnt.
Hat man die Lebenspunkte des Feindes auf den Nullpunkt gebracht, löst er sich auf. Da es keine Pausefunktion gibt und die Zeit selbst beim Aufrufen des Charaktermenüs weiter läuft, muss man theoretisch immer auf der Hut sein. In der Praxis wurde es aber nur in Unterzahl gefährlich. Man kann zwar auch aktiv verteidigen, indem man zur richtigen Zeit die R1-Taste betätigt (danach wird der Schaden des Feindes entweder abgemildert oder abgefangen), aber ein Mittendringefühlgefühl à la Demon's Souls
mit hitzigem Konter und gejubeltem Todesstoß. Etwas verstörend wirken zudem die viel zu großen Texteinblendungen auf der linken Seite, die wie in klassischen Rollenspielen alter Schule über den verursachten Schaden informieren und fast ein Viertel des Bildschirms benötigen; dieses Feedback hätte man eleganter und kleiner integrieren müssen.
Effiziente Kombinationen
Das Besondere an den Gefechten sind die effizienten Kombinationen: Man kann ein Repertoire an Kombos anlegen, indem man Angriffe derselben Art (Hieb, Stoß, Schlag) aneinander reiht - z.B. erst den einfachen Hieb, dann den Rückwärtshieb, dann den Kopfhieb etc. Diese werden im Gefecht dann nicht einfach so ausgelöst, sondern man muss jeden Teil der Kombo mit dem richtigen Timing per Knopfdruck bestätigen, damit sie wirkt und nicht unterbrochen wird. Wer das bis zu fünfmal schafft, verursacht natürlich wesentlich mehr Schaden als mit einfachen Schlägen. Es gibt aufgrund der Vielzahl der Waffen und Schlagarten eine schier unendliche Vielfalt an Verknüpfungen.
Man steuert zwar immer nur einen Charakter direkt, kann aber jederzeit zu Leonard oder Yulie wechseln. Man kann die Gruppe aber auch im Vorfeld mit Verhaltensmustern organisieren: Wer einen Gefährten auf "kompromisslos" einstellt, wird ihn immer an vorderster Front kämpfen sehen. Wer es defensiver an seiner Seite mag, kann auch auf "einsparen" oder "sichern" und "vorrangig heilen" wechseln. So gewinnen die Kämpfe eine taktische Komponente, die zwar bei den kleinen Monstern auf den Ebenen noch nicht nötig war, aber schon bald an Relevanz gewinnt, denn einige Feinde müssen gezielt im Team vernichtet werden. Genau so wie jetzt...
Im Angesicht der Bestie
...als plötzlich die Erde bebt: Ein sylvanischer Troll stampft auf die Straße und lässt den Boden zittern. Ist der fünf Meter groß? Und hat er den Wein etwa gerochen? Egal, denn jetzt gilt es die Bestie im Team zu besiegen. Im Gegensatz zu einfachen Monstern hat dieser Koloss mehrere Trefferzonen, die man anvisieren kann - Kopf, Unterleib, rechtes Bein, linkes Bein. Und je nachdem mit welcher Angriffsart ich auf welchen Körperteil schlage, ergeben sich andere Konsequenzen: Nachdem ich eine 5-Fach-Schlag-Kombo auf das linke Bein durchbringen konnte, verliert der Troll das Gleichgewicht und sackt zusammen, weil er sich stützen muss. Das ist der ideale Zeitpunkt, um mit allen Gefährten seinen Kopf zu attackieren!
In den Gefechten gegen diese übergroßen Kreaturen kommt wesentlich mehr Spannung auf als in den normalen Scharmützeln. Und Übergröße wird auch das zentrale Thema für den Haupthelden Leonard: Denn auch wenn er mit meiner und Yulies Hilfe den Troll besiegen und den Wein nach Hause bringen kann, erwartet ihn dort weder ein Fest noch Frieden. In den Straßen der Stadt tobt schon bald das Feuer, angeheizt durch eine dämonische Bestie. Was geht da vor? Wo ist der König? Die heile Märchenwelt bricht in einem Chaos zusammen und als Leonard die hilflose Prinzessin durch die Kellergewölbe Balantors führt, um sie in Sicherheit zu bringen, trifft er auf ein uraltes Geheimnis: Die Rüstung des weißen Ritters, genannt "Incorruptus"!
Wie durch ein Wunder kann er diese alte Waffe aktivieren und sich für kurze Zeit in diese ebenso legendäre wie riesenhafte Gestalt verwandeln. Jetzt hat er Zugriff auf mächtige Angriffe und kann sich gegen diesen Dämonen stellen, vor dem die Palastwachen schon verzweifeln. Leonard erscheint hier nach seinem Sieg wie ein Held ex machina, wie ein Glück im Unglück: Kein Wunder, dass man ihn damit beauftragt, die Prinzessin zu finden - denn das schweigsame Mädchen wurde während des Chaos entführt. Allerdings wird der weiße Ritter nicht einfach so erscheinen: Leonard muss während normaler Kämpfe mind. sieben Aktions-Chips sammeln, um ihn beschwören zu können - spart er sich das für zwölf oder gar fünfzehn auf, ist er als weißer Ritter noch mächtiger.
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| Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab: Gegner wählen, Angriff wählen, Hieb aufladen und fertig. Gefährten können über Verhaltensmuster oder direkt nach Anwahl gesteuert werden. |
Das ist ja oberflächlich? Moment - hier ist Level 5 (Dark Cloud
Investiert man seine Punkte in den Bereich Einhänder, schaltet man zunächst Talente wie den "Rückwärtshieb", den "Helmknaller" oder den "Flammenhieb" frei. Wer auf den Bogen setzt, bekommt irgendwann "Bull's Eye" oder den "Doppelpfeil". Die deutsche Version bietet übrigens englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln. Die Texte sind bis auf einer paar kleine Dreher sauber übersetzt worden.
Kämpfen im Team
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| Der sylvanische Troll ist der erste große Gegner: Man hat mehrere Trefferzonen zur Auswahl. Wie viele Bestien sind da im Anmarsch? |
Hat man die Lebenspunkte des Feindes auf den Nullpunkt gebracht, löst er sich auf. Da es keine Pausefunktion gibt und die Zeit selbst beim Aufrufen des Charaktermenüs weiter läuft, muss man theoretisch immer auf der Hut sein. In der Praxis wurde es aber nur in Unterzahl gefährlich. Man kann zwar auch aktiv verteidigen, indem man zur richtigen Zeit die R1-Taste betätigt (danach wird der Schaden des Feindes entweder abgemildert oder abgefangen), aber ein Mittendringefühlgefühl à la Demon's Souls
Effiziente Kombinationen
Das Besondere an den Gefechten sind die effizienten Kombinationen: Man kann ein Repertoire an Kombos anlegen, indem man Angriffe derselben Art (Hieb, Stoß, Schlag) aneinander reiht - z.B. erst den einfachen Hieb, dann den Rückwärtshieb, dann den Kopfhieb etc. Diese werden im Gefecht dann nicht einfach so ausgelöst, sondern man muss jeden Teil der Kombo mit dem richtigen Timing per Knopfdruck bestätigen, damit sie wirkt und nicht unterbrochen wird. Wer das bis zu fünfmal schafft, verursacht natürlich wesentlich mehr Schaden als mit einfachen Schlägen. Es gibt aufgrund der Vielzahl der Waffen und Schlagarten eine schier unendliche Vielfalt an Verknüpfungen.
Man steuert zwar immer nur einen Charakter direkt, kann aber jederzeit zu Leonard oder Yulie wechseln. Man kann die Gruppe aber auch im Vorfeld mit Verhaltensmustern organisieren: Wer einen Gefährten auf "kompromisslos" einstellt, wird ihn immer an vorderster Front kämpfen sehen. Wer es defensiver an seiner Seite mag, kann auch auf "einsparen" oder "sichern" und "vorrangig heilen" wechseln. So gewinnen die Kämpfe eine taktische Komponente, die zwar bei den kleinen Monstern auf den Ebenen noch nicht nötig war, aber schon bald an Relevanz gewinnt, denn einige Feinde müssen gezielt im Team vernichtet werden. Genau so wie jetzt...
Im Angesicht der Bestie
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| Irgendwann kann sich Leonard in den weißen Ritter verwandeln und auf Augenhöhe gegen Riesen kämpfen. Allerdings muss er damit haushalten... |
In den Gefechten gegen diese übergroßen Kreaturen kommt wesentlich mehr Spannung auf als in den normalen Scharmützeln. Und Übergröße wird auch das zentrale Thema für den Haupthelden Leonard: Denn auch wenn er mit meiner und Yulies Hilfe den Troll besiegen und den Wein nach Hause bringen kann, erwartet ihn dort weder ein Fest noch Frieden. In den Straßen der Stadt tobt schon bald das Feuer, angeheizt durch eine dämonische Bestie. Was geht da vor? Wo ist der König? Die heile Märchenwelt bricht in einem Chaos zusammen und als Leonard die hilflose Prinzessin durch die Kellergewölbe Balantors führt, um sie in Sicherheit zu bringen, trifft er auf ein uraltes Geheimnis: Die Rüstung des weißen Ritters, genannt "Incorruptus"!
Wie durch ein Wunder kann er diese alte Waffe aktivieren und sich für kurze Zeit in diese ebenso legendäre wie riesenhafte Gestalt verwandeln. Jetzt hat er Zugriff auf mächtige Angriffe und kann sich gegen diesen Dämonen stellen, vor dem die Palastwachen schon verzweifeln. Leonard erscheint hier nach seinem Sieg wie ein Held ex machina, wie ein Glück im Unglück: Kein Wunder, dass man ihn damit beauftragt, die Prinzessin zu finden - denn das schweigsame Mädchen wurde während des Chaos entführt. Allerdings wird der weiße Ritter nicht einfach so erscheinen: Leonard muss während normaler Kämpfe mind. sieben Aktions-Chips sammeln, um ihn beschwören zu können - spart er sich das für zwölf oder gar fünfzehn auf, ist er als weißer Ritter noch mächtiger.
Ausblick
Ersteindruck: gut



