Du sollst nicht pfeiltasten!

Video: Vancouver 2010 bietet 14 Disziplinen aus zehn Kategorien - das klingt abwechslungsreicher als es leider tatsächlich ist.
Genau wie die Tatsache, dass es in Vancouver keinerlei Personalisierungsmöglichkeiten gibt: Der Sportler bzw. die Sportlerin wird vom Programm vorgegeben, man darf nicht mal seinen Namen ändern - es wird automatisch der Gamertag bzw. der PSN-Nickname verwendet. Selbst auf dem PC gibt es keine Namens-Eingabe, denn ob man will oder nicht, unter Windows wird in jedem Fall das Games for Windows LIVE-System genutzt, über das Spielstände gesichert und Achievement-Punkte verteilt werden. Folgerichtig lässt sich Vancouver 2010 auch nur dann richtig spielen, wenn ihr ein Gamepad am Rechner baumeln habt - idealerweise das 360-Pad, denn sowohl Handbuch als auch Menüführung im Spiel sind zu 100% darauf ausgerichtet. Und damit meine ich 100%, denn die Tastatur wird nicht mal in einem Nebensatz erwähnt - so sträflich wird sie vernachlässigt, dass einem nicht mal gesagt wird, mit welcher Taste man eigentlich die einleitende »Willst du dich mit deinem Spielerprofil anmelden?«-Frage beantworten soll. Für Trivia-Freunde: Es ist nicht Enter, sondern »J«. Hat man sich endlich zum Hauptmenü
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| Bitte kein Weibsvolk: Die Disziplinen sind aus irgendeinem Grund streng nach Geschlechtern getrennt. |
Ich fühle mich herausgefordert
Im Hauptmenü schneit es unscharf, das auf Hochglanz polierte Menü offeriert »Training«, »Olympische Spiele« und »Herausforderungen«. Niemand braucht Training, also stürze ich mich auf die Spiele höchstselbst. Und drei Minuten später mit langem Gesicht wieder raus - das war nix. Das war gar nix! Man kann lediglich eine der 14 Disziplinen wählen, sie runterrattern und sich danach wieder im Hauptmenü wiederfinden. Es gibt keinerlei verbindendes Element, keinerlei »Karriere«, keinerlei »Olympische Spiele« - bäh! Wer will, kann sich dieses Minusvergnügen auch zu viert (hintereinander) an einem PC, im LAN oder via Games for Windows LIVE gönnen; vorausgesetzt dass er in den Weiten des Internetzes überhaupt einen Gegner findet. Falls dies nicht der Fall sein sollte, ist man auf Gedeih und Verderb der KI ausgeliefert, die wie schon im Vorgänger eine adamantiumharte Nuss ist: Ob sie jetzt schummelt oder nicht, kann ich nicht einschätzen - aber was ich einschätzen kann ist, dass es wieder ein Mischding zwischen harter Arbeit und dreckiger Tortur ist, mal auf einen höheren Podiumsplatz zu klettern. Mist, hat der Trainingsmodus also doch seine Daseinsberechtigung...


