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Remember Me (Action) von Capcom
Remember Me
Remember Me
Action-Adventure
Publisher: Capcom
Release:
07.06.2013
07.06.2013
07.06.2013
Spielinfo Bilder Videos
Stellt euch vor, in naher Zukunft würde ein Großkonzern mit Erinnerungen handeln: Das Schöne wird konserviert, das  Schlechte wird gelöscht. Ist das nicht toll? Die blöde Hänselei in der Schule, die verlorene Liebe, der verschossene Elfmeter – einfach weg mit dem Müll! Aber was passiert mit Menschen, wenn man das Ganze umkehrt oder gar löscht? Könnte man seine Erinnerungen überhaupt zurück gewinnen? Mehr dazu im Test zu Remember Me.

Interessante Zukunftsvision

Video
Starker Einstieg: Die ersten zehn Minuten machen Lust auf ein düsteres futuristisches Abenteuer. Was ist da los im Paris des Jahres 2084?
Die Xbox One ist ja laut dem Bundesbeauftragten für Datenschutz ein „Überwachungsgerät“. Aber man sollte fairerweise attestieren, dass es als externes auch ein überaus schlechtes Spionagegerät ist – stöpselt man die Konsole ab, darf man sich ungeteilter Unbeobachtung erfreuen. Im Neo-Paris des Jahres 2084 ist der Körper jedes Menschen quasi Always-on. Alle Bewohner haben im Nacken ein Modul namens „Sensen“, das vollen Zugriff auf die gespeicherten Gedanken ermöglicht. Natürlich verspricht die Reklame an der schönen Oberfläche, dass man damit nur Gutes in seinen Kopf laden kann. Es gibt sogar Automaten für den schnellen Erinnerungskick gegen Cash! Was würden Microsoft oder Google wohl damit anfangen?

Die Firma „Memorize“ hat sich jedenfalls bereichert, das System monopolisiert und schließlich die politische Macht an sich gerissen. Ganz im Stile von George Orwell wird man als Spieler in eine düstere Überwachungswelt entführt, die zwischen Neonreklame, Androiden und Mutanten wohlige Erinnerungen an Bladerunner weckt. Die stimmungsvollen ersten Minuten machen Lust auf ein futuristisches Abenteuer der anderen Art: Dort kann man in der Rolle von Nilin am eigenen Leib erfahren, wie Menschen manipuliert werden. Ihre Verzweiflung und Angst werden spürbar, als man sie völlig entkräftet in Schulterperspektive zwischen Wachen nach vorne taumeln lässt. Kurz vor ihrer Auslöschung hackt sich jemand namens „Edge“ in ihr Gedächtnis  - und so kann sie fliehen. Ein starker Einstieg!

Ernüchterung in den Slums

Kombotanz mit Arenaflair: Nilin reaktiviert mit der Zeit immer mehr Attacken und Spezialmanöver.
Kombotanz mit Arenaflair: Nilin reaktiviert mit der Zeit immer mehr Attacken und Spezialmanöver.
 Leider entpuppt sich das Spiel danach zunächst als gewöhnliche Klopperei mit Arenaflair. Kaum hat Nilin wieder die Kontrolle, muss sie in begrenzten  Gebieten gegen den zombiesken Abschaum von Neo-Paris kämpfen. Viel zu schnell wechselt man in den Slums von der Rolle der Todgeweihten, die sich kaum bewegen und  an nichts erinnern kann, in die Rolle der toughen Beat’em Up-Lady, die wie Taki in Soul Calibur kickt und zuschlägt. Obwohl sie etwas wie Mitleid mit den menschlichen Wracks namens „Leaper“ andeutet, die als Opfer von Memorize gleichzeitig als Schrecken eingesetzt werden, haut sie kurze Zeit später bereits zu. Danach gibt ihr der mysteriöse Edge erste Routenanweisungen durch die französische Hauptstadt. Und diesen folgt man wie ein Hündchen über knapp acht Stunden; man wird nicht mehr von der Geh-dorthin-mach-das-jetzt-Leine gelassen.

Es geht meist im engen Levelkorsett geradeaus, wenn Nilin à la Uncharted an Fassaden und Dächern entlang kraxelt oder über Abgründe springt – dabei erreicht sie allerdings weder die Eleganz noch die akrobatische Spannung des Nathan-Drake-Abenteuers. Zu sicher und klar ist die Route. Das geht manchmal sogar so weit, dass man augenscheinlich erreichbare Hindernisse oder Simse erst gar nicht ansteuern kann. Zwar wird sie dabei auch mal von kleinen Fallen aus Strom oder weg klappenden Jalousien gefordert, aber meist geht es komfortabel ohne großen akrobatischen Anspruch vorwärts.  Warum zeigt man dann bloß die penetranten orangen Pfeile an? Wie soll man sich denn in diesem Schlauch verirren? Es gibt ja nur einen Weg! Zwar kommt mal eine Abzweigung hier oder eine Gasse dort für Sammelbares, aber es ist unheimlich schade, dass sich dieses Neo-Paris nie richtig öffnet. Hier geht es mir nicht um "Open World" wie in GTA, sondern einfach um größere Bereiche.

Kommentare

  • und... Aktion vorbei, kostet nun wieder 29.99 Euro.. Oh man.. Nun hadere ich schon seit ein paar Tagen, es für den Preis zu kaufen, oder eben nicht. Als jemand, dem das Spiel gefallen hat - obwohl es schon sehr durchschnittlich ist - rate ich ab zu diesem Preis zu kaufen. Das Spiel ist  [...] und... Aktion vorbei, kostet nun wieder 29.99 Euro.. Oh man.. Nun hadere ich schon seit ein paar Tagen, es für den Preis zu kaufen, oder eben nicht. Als jemand, dem das Spiel gefallen hat - obwohl es schon sehr durchschnittlich ist - rate ich ab zu diesem Preis zu kaufen. Das Spiel ist vielleicht 6-8h lang und bietet, abgesehen von den Achievements/Trophäen (Xbox/PS3), keinen Wiederspielwert. Die Story taugt für "1x durchdaddeln und gut ist" und das Gameplay bietet auch nichts Bahnbrechendes. Das Feature mit dem Erinnerungs-Hack ist cool, aber davon gibt es zu wenig und es fehlte mir persönlich die Möglichkeit damit die Story zu beeinflussen. Kurz: Ich mochte es, aber mehr als 10-15? würde ich Jahre später nicht mehr dafür ausgeben. Hatte es glücklicherweise durch ein Playstation Plus-Update bekommen
  • Red, das Problem ist, "wir" - die wir Remember me nicht so toll finden - messen es nunmal nicht am supersimplen Assassin's Creed, sondern an Spielen, die wirklich dem gleichen Genre angehören. Und das sind God of War, Bayonetta und insbesondere Castlevania: Lords of Shadow. Gegen diese  [...] Red, das Problem ist, "wir" - die wir Remember me nicht so toll finden - messen es nunmal nicht am supersimplen Assassin's Creed, sondern an Spielen, die wirklich dem gleichen Genre angehören. Und das sind God of War, Bayonetta und insbesondere Castlevania: Lords of Shadow. Gegen diese Schwergewichte hat RM nicht den Hauch einer Chance, ich mein, du lieferst den Beweis ja selbst. Du sagst, du hast es auf Schwer durchgespielt, aber bis zum Ende hin nicht ein einziges Mal verlässlich eine Kombo hinbekommen. Das ist auch überhaupt nichts schlimmes - es ist doch toll, dass es Spiele mit unterschiedlichem Anspruch gibt. Bloß solltest du einsehen können, dass - wenn man ein komplexes, motivierendes und forderndes Kampfsystem eines Castlevania: LoS bereits kennt (übrigens: dafür hab ich sogar über 20 Stunden gebraucht) - dann langweilt dieses extrem vereinfachte System schlicht. Dito. An RM habe ich mich rangesetzt, kurz nachdem ich mit Metal Gear Rising fertig wurde, direkt davor war es wiederum Castlevania: LoS. Dadurch waren die Diskrepanz im Schwierigkeitsgrad und die Schwächen bei RMs Kampfsystem besonders stark zu spüren. Aktuell steht Killer is Dead an, und auch das hängt RM sehr deutlich ab.
  • LA Noire ist genau so stinklangweilig wie Remember Me, und kritisiert wird bei LA Noire nicht nur die Eintönigkeit, sondern auch die geringe Einflussnahme auf den Ausgang diverser Fälle. Zudem ist es wirklich fast immer das Gleiche Prinzip wenn man Leute verhört. Die billige Tatortsuche ist auch ein  [...] LA Noire ist genau so stinklangweilig wie Remember Me, und kritisiert wird bei LA Noire nicht nur die Eintönigkeit, sondern auch die geringe Einflussnahme auf den Ausgang diverser Fälle. Zudem ist es wirklich fast immer das Gleiche Prinzip wenn man Leute verhört. Die billige Tatortsuche ist auch ein dicker Kritikpunkt. Die Wertung ging imho genau so ok wie die von Remember Me.

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