Disgaea D2: A Brighter Darkness (Rollenspiel) von NIS America
Disgaea D2: A Brighter Darkness
Disgaea D2: A Brighter Darkness
Taktik-Rollenspiel
Publisher: NIS America
Release:
27.09.2013
Spielinfo Bilder Videos
Seit zehn Jahren schreibt Nippon Ichi mit Disgaea Geschichte. Nicht nur, weil man stur dem technischen Fortschritt trotzt. Sondern auch, weil man stattdessen die Tugend perfektioniert, die inhaltliche Seite der rundenbasierten Strategie-Rollenspiele auszureizen.  Ob dies auch beim jüngsten Teil Disgaea D2 auf der PS3 gelungen ist, klären wir im Test.

Die gute alte Zeit

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Das herrlich disharmonische Heldentrio des Ur-Disgaea ist zurück!
Obwohl Disgaea D2 (DD2) bereits der fünfte Teil der Serie ist, hat Nippon Ichi bislang ähnlich wie Square Enix bei Final Fantasy stets auf neue Helden gesetzt. Und das, obwohl mit dem Overlord-Sprössling Laharl, seiner ihm insgeheim nach dem Leben trachtenden Vasallin Etna sowie dem gefallenen Engel Flonne beim Ur-Disgaea auf der PlayStation 2 ein wunderbar disharmonierendes Heldentrio eingeführt wurde. Die Dialoge, die sie nicht nur mit- oder gegeneinander, sondern auch mit den anderen, herrlich überzogenen Figuren führten, sollten eines der Markenzeichen der Serie werden.

Ein anderes war natürlich der enorme Tiefgang, den das seinerzeit von Final Fantasy Tactics entliehene sowie auf eine neue Stufe gehievte Spielprinzip bot. In den rundenbasierten Kämpfen musste man nicht nur auf die Positionierung der Figuren achten, sondern z.B. auch, wer um einen herum steht und seinen Angriff maßgeblich verstärken kann. Man konnte die Waffen in der so genannten "Item World" aufleveln und mit neuen Eigenschaften versehen. Es gab haufenweise Figuren bzw. Charakterklassen, die man erstellen und mit ins Gefecht nehmen konnte. Man durfte sogar versuchen, in der Dark Assembly, einer Art spielinternem Repräsentantenhaus, Änderungen der Spielwelt wie reduzierte Preise in den Shops usw. zu beantragen. Ausnahmslos alles war miteinander verknüpft - mitunter subtil, aber sehr effektiv.

Sie sind wieder da

Die Kulisse ist veraltet, aber letztlich unwichtig - die inneren Werte von Disgaea D2 sind grandios.
Die Kulisse ist veraltet, aber letztlich unwichtig - die inneren Werte von Disgaea D2 sind grandios.
Dass DD2 etwas außerhalb der Serie steht, wird nicht nur daran deutlich, dass Disgaea 5 bereits angekündigt wurde. Nippon Ichi bricht mit der Tradition und baut wieder auf alte Helden. Um genauer zu sein: Das infernalische Trio, mit dem der Erfolgszug begann, ist wieder da - die Geschichte setzt quasi ein paar Jahre nach den Geschehnissen des ersten Disgaea ein. Obwohl Laharl sein Vorhaben, zum Overlord aufzusteigen, in die Tat umsetzen konnte, hat er die Netherworld immer noch nicht unter seine pubertären Dämonenfittiche gebracht - es gibt immer noch Dämonen, die ihn nicht anerkennen und im schlimmsten Fall töten möchten, um seinen Platz einzunehmen. Etna ist immer noch für die Pflege und Aufzucht der Prinnies (Sklavenseelen in Pinguinform) verantwortlich, die nach wie vor mit ihren Allüren und ihrem vollkommen übertriebenen Selbstverständnis für den einen oder anderen Lacher gut sind.

Doch auch wenn es auf dem Schlachtfeld neuerdings zu spontanen Frotzeleien zwischen den Figuren kommen kann, wenn man sie nebeneinander postiert, bleibt Disgaea im Rahmen der Serie erzählerisch erstaunlich spröde. Es gibt immer noch ausreichend Gags und die Sprecher, die für mich tatsächlich nach denen des ersten Teils klingen, sind immer noch fantastisch. Doch so ganz mag der Humor nicht mehr steil gehen. Teilweise liegt es daran, dass die Figuren schon mit Disgaea ausgelotet schienen und die Dialoge jetzt zwar weiterhin nett sind, aber nur noch selten neue Facetten zeigen. Vielleicht liegt es auch an der grundsätzlich ernsteren, im Vergleich zur übersprudelnden jugendlichen Naivität bzw. dem Sturm und Drang des Vorläufers beinahe erwachsen wirkenden Tonalität, die zu häufig in Erscheinung tritt. Doch wie dem auch sei, die Geschichte und die Charakterzeichnung sind der größte Schwachpunkt von Disgaea D2.


Kommentare

  • ich hab auch disgea 3 gespielt, viel im Endgame, mit den Itemleveln war ich am meisten beschäftigt. Charakter-World mochte ich nicht ganz so, ich weiss aber leider nicht mehr warum, aber irgendwas hat mir spielmechanisch nicht daran gefallen. Jedenfalls heute könnte ich dir auch nicht mehr sagen  [...] ich hab auch disgea 3 gespielt, viel im Endgame, mit den Itemleveln war ich am meisten beschäftigt. Charakter-World mochte ich nicht ganz so, ich weiss aber leider nicht mehr warum, aber irgendwas hat mir spielmechanisch nicht daran gefallen. Jedenfalls heute könnte ich dir auch nicht mehr sagen wofür die Innocents gut sind. Die waren doch in der Itemworld auffindbar oder? Das war alles echt kompliziert. Irgendwann hole ich mir mal wieder nen neuen Teil. Aber die Dinger sind auch echte Zeitfresser.
  • Firon schrieb:
    ... Disgaea erklärt insgesamt ziemlich wenig. Das wird bei D2 auch nicht besser, wenn ich's richtig in Erinnerung habe. Und da sind die "Details" die du aufführst eigentlich noch das geringste Problem, weil man sich alles erschließen oder zur Not auch
     [...]
    Firon schrieb:
    ... Disgaea erklärt insgesamt ziemlich wenig. Das wird bei D2 auch nicht besser, wenn ich's richtig in Erinnerung habe. Und da sind die "Details" die du aufführst eigentlich noch das geringste Problem, weil man sich alles erschließen oder zur Not auch ergoogeln kann. Außerdem kommt man ja auch durchs Spiel ohne alles zu verstehen.
    Pyoro-2 schrieb:
    ...hab 220h nur an D3 gezockt und die Fragen da könnt ich nidmal beantworten. Buffs, Ailments, Resistenzen ... sind einfach viel zu unwichtig ^^ ...
    Alles klar, danke. Bedeutet also: Augen zu und durch. Bitte weitergehen und keine Fragen stellen. Aber egal... echt tolles Spiel!
  • ...hab 220h nur an D3 gezockt und die Fragen da könnt ich nidmal beantworten. Buffs, Ailments, Resistenzen ... sind einfach viel zu unwichtig ^^ Aber die Kritik ist natürlich berechtigt. Manche Sachen kannst nur im Inet nachschlagen.

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