Kooperatives Chaos
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| Bis zu drei Spieler kämpfen kooperativ gegen gefräßige Wasserpflanzen und andere aufdringliche Widersacher - allerdings nur offline. |
Nintendo hat es vorgemacht: Mehr als zehn Millionen mal hat sich der 2D-Hüpfer New Super Mario Bros. Wii verkauft. Vielleicht hat der Erfolg auch Ubisoft beeindruckt, denn das Konzept von Rayman: Origins baut ebenfalls auf Geselligkeit. Bis zu drei Mitspieler dürfen jederzeit in den Story-Modus ein- und aussteigen, um Rayman die Boni wegzuschnappen und ihm bei der Gelegenheit gleich noch ein paar Hiebe mitzugeben. Das funktioniert zwar nicht online, sorgt auf der Couch aber für chaotische Momente und lauthals kommunizierte Missverständnisse: Welche der wild zappelnden Figuren bin ich überhaupt und warum kloppt mein Mitspieler nicht den Gegner sondern mich in die Stachelgrube? In der Regel haben solche Sabotage-Akte aber keine fatalen Folgen: Wer getroffen wurde, schwebt erst einmal als fette Blase durch die Luft und kann jederzeit mit einem weiteren Hieb wiederbelebt werden.
Das Schöne an der Sache: Der Chaos-Faktor sorgt dafür, dass das Abenteuer mit Freunden beinahe genau so leicht oder schwer zu bezwingen ist wie im Alleingang. Auch beim Solo-Spiel offenbart sich die gute Balance des Spiels. Ein Grund dafür ist die eingängige Steuerung: Seit der Gamescom haben die Entwickler noch einmal ordentlich am Handling geschraubt. In Köln musste man wie in Prince of Persia noch behutsam vorausplanen, um nicht im falschen Moment abzuspringen und in eine Grube voller fleischfressender Wasserpflanzen zu segeln. Mittlerweile lässt sich die Flugbahn aber zu jedem Zeitpunkt des Sprungs sehr feinfühlig korrigieren. Insgesamt gibt sich das Spiel einsteigerfreundlich: Ein Knopf lässt die Figur hopsen, mit dem zweiten verpasst man Feind oder Freund eine Klatsche. Je nachdem, in welche Richtung man gerade den Stick gedrückt hält, lässt Rayman eine Hand voll Schläge und Tritte vom Stapel. Außerdem kann er natürlich wieder seine Frisur als Propeller für Gleitflüge missbrauchen oder per Schultertaste sprinten.
Ein Fest für Pixel-Fetischisten
Die schlecht gelaunten Kugelfisch-Monster sollte man tunlichst erwischen, bevor sie ihre Stacheln ausfahren. Oder man benutzt das Patentrezept und springt ihnen ganz klassisch auf den Schädel. Dadurch werden auch sie „blasoniert“, schweben also als prall gefüllter Helium-Ballon durch die idyllisch grüne Auenlandschaft. Gibt man ihnen den Rest, bevor sie davon fliegen, sorgt das für einen kleinen Bonus.
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| Blasonieren für Anfänger: Mit einem zweiten Hieb gibt man den aufgepumpten Biestern den Rest. |
Ein unfreiwillig blasonierter Gegner sieht mindestens so albern aus wie die zackigen Animationen: Wenn sich der adipöse Globox zum Beispiel durch eine Felsspalte zwängt, bleibt nur noch ein unförmiges wabbelndes Etwas mit seinem Gesicht übrig. Mit der Zeit werden eine ganze Reihe unterschiedlich gekleideter Rayman-Varianten, Globoxe und „Teensies“ als spielbare Charaktere freigeschaltet. Letztere sind die coolsten Figuren im Spiel. Die kurz gewachsenen Magier erinnern frappierend an Das Kleine Arschloch von Walter Moers und haben unheimlich putzige Animationen bekommen: Beim Schwimmen z.B. dreht sich die gigantisch proportionierte Nase wie ein Torpedo durch den Tümpel und der kleine Rest des Körpers folgt in einer eleganten Bewegung.




