Evolution!
Ich mag Untold Legends
- alle beide. Auch wenn mich der erste Anlauf noch so sicher auf gewohnten Schienen entlang lotste und besonders die einschläfernde Handlung langweilte, während das vertrackte Charakter-Menü ein flottes Vorankommen blockierte:
Die motivierende Monsterjagd aus der Vogelperspektive sah gut aus und bot jede Menge Drogen für Sammelsüchtige. Im zweiten Teil versuchte Sony zwar vergeblich, eine packende Geschichte zu erzählen und Untold Legends spielte sich noch immer wie der Durchschnitt aller Action-Rollenspiele, mit dem Gelegenheits-Angriff und seiner ausgesprochen gut durchdachten Steuerung gelangt es The Warrior's Code aber, ein Eigenleben zu entwickeln. Und genau hier setzt die PS3-Fortsetzung an!
In den Zwischensequenzen stehen die Charaktere nicht mehr nur am Fleck, sondern sind endlich ein aktiver Teil der Handlung.
Wir saßen teils allein, teils zu zweit an der US-Version des Dark Kingdom und schon jetzt lässt sich festhalten, dass der dritte Teil das Actionrollenspiel nicht neu erfindet. Die Story vom abtrünnigen König z.B., der sein Land ins Verderben reißt, wirkt ambitioniert und schnappt nach der Luft eines Epos'. Doch die dazu gehörigen Einspielungen - egal ob Comiczeichnungen wie in The Warrior's Code oder die in Echtzeit agierenden Charaktere - wirken auch auf PS3 starr und leblos. Marvel: Ultimate Alliance
zeigt u.a. auf Xbox 360 wie es besser geht. Und auch spielerisch tut sich wenig.
Übersicht statt Knopfdruckwahn
Dabei haben die Entwickler eine Menge guter Ideen, die hauptsächlich dazu beitragen, dass ihr das Abenteuer ohne Unterbrechung genießen könnt. Das fängt dabei an, dass ihr in Untold Legends keine Händler mehr
besuchen müsst, weil ihr sämtliche Gegenstände jederzeit in Essenz umwandeln könnt. Diese magische Substanz ist eure Währung und wenn ihr Waffen, Rüstungen oder Edelsteine kaufen wollt, müsst ihr nur an einem Checkpoint Halt machen. Dort dürft ihr speichern und Essenz in Ausrüstung investieren. Ich bin vor allem von dem komfortablen Menü begeistert, das für viel Übersicht sorgt und unnötige Knopfdrücke verhindert. Perfekt - ich stürze mich lieber in die Action anstatt Gegenstände zu sammeln!
Die schicken Effekte sind das einzige, was durchgehend an Next Gen erinnert.
Erfahrene Untold Legends-Krieger werden im Kampf schnell erkennen, dass Sony den Gelegenheits-Angriff nach seinem einzigen Auftritt in Teil zwei schon wieder gestrichen hat. Stattdessen metzelt ihr euch mit Kombinationen aus leichten und schweren Attacken durch die Horden des Köngs. Sehr schön - ich bin ein Freund cooler Kombos. Und auch hier bin ich dankbar dafür, dass die Entwickler mitdenken: In der linken unteren Ecke sehe ich, welchen Angriff mein Held zuletzt ausgeführt hat. Direkt daneben zeigt das Bild, welche Knöpfe ich anschließend drücken muss, um eine Kombo auszulösen. Der ablenkende Blick ins Handbuch sowie mühsames Probieren zählen damit zur Vergangenheit.