Ghost of Tsushima - E3-Vorschau, Action, PlayStation 4 - 4Players.de

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Ghost of Tsushima (Action) von Sony
Der letzte Samurai
Action-Adventure
Entwickler: Sucker Punch
Publisher: Sony
Release:
Q4 2019
Q4 2019
Spielinfo Bilder Videos
Beeindruckend! Die Spielszenen aus Ghost of Tsushima gehörten zu den Highlights auf Sonys Pressekonferenz – und um überdeutlich klar zu machen, dass es sich dabei in der Tat um spielbare Inhalte handelt, zeigt man sie in den Präsentationen der E3 gleich noch mal. Nur dass sie dort live gespielt werden.  Weitergehende Einzelheiten gab Sucker Punch allerdings nicht bekannt. Offenbar sind nämlich auch für die Entwickler noch sehr viele Fragen offen!

Geschichte und Fiktion

Immer wieder betont Chris Zimmerman, einer der Gründer des Studios Sucker Punch (Infamous), dass die Entwickler großen Wert darauf legen, Japan und auch die Samurai möglichst authentisch darzustellen – mit den stilistischen Mitteln, die man z.B. aus Filmen Akira Kurosawas (Ran, Kagemusha, Seven Samurai) kennt. So sei das für Japan typische viele Grün ebenso wenig Zufall wie die Tatsache, dass vieles im Bild ständig in Bewegung ist. Eine realitätsgetreue Nachbildung der Insel Tsushima hat Sucker Punch dabei nicht erschaffen. Die frei begehbare offene Welt spiegelt aber natürlich die tatsächlichen geografischen und kulturellen Besonderheiten wider. Gegeben hat es außerdem die Mongoleninvasion im Jahr 1274 – zu der die Geschichte des frei erfundenen Jin Sakai spielt.

Entscheidungen, Konsequenzen, Fragezeichen

Jin ist der letzte der Samurai, einer Gruppe, die nicht nur auf legendäre Kämpfer hervorbrachte, sondern auch zur gesellschaftliche Oberschicht gehörte. Mit diesem Selbstverständnis begegnet er den Mongolen und seinen  Mitbürgern – ein Selbstverständnis, das sich laut Zimmerman ändern muss, nachdem die Jin vertraute Ordnung zusammengebrochen ist. Diese
Die Bildsprache Akira Kurosawas diente als Inspiration für die Darstellung Japans.
Die Bildsprache Akira Kurosawas diente als Inspiration für die Darstellung Japans.
Entwicklung will Sucker Punch zu einem großen Teil über  Begegnungen erzählen, die man abseits des roten Fadens erlebt. Die im E3-Video gezeigten Szenen, in denen Jin erst gemeinsam mit einer Freundin einen Mönch aus der Gewalt einer Hand voll Mongolen befreit und anschließend mit seiner Begleiterin kämpft, weil sie den Mönch töten will, sei etwa nur eine Nebenhandlung abseits der zentralen Geschichte.

Hätte man sich auch auf die Seite der Freundin stellen und den Mönch ermorden können? Bzw. welche Art von Entscheidungen muss man treffen und welche Auswirkungen haben diese? Darauf hat Sucker Punch noch keine Antwort. Zimmerman betont, dass sein Studio Erfahrungen mit Veränderungen auf Grundlage der Entscheidungen des Spielers hätte, doch was genau das für Ghost of Tsushima bedeutet, konnte oder wollte er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen.

Samurai oder Videospielheld?

Was er sagen konnte, ist dass man den Mönch auch auf anderem Weg hätte befreien können, also indem Jin durch den Haupteingang poltert. Er erklärte weiter, dass das schnelle aufeinanderfolgende Ausschalten von gleich drei Mongolen eine Fähigkeit ist, die sich Jin erarbeiten muss – das Wie blieb auch hier noch offen. Nicht zuletzt war es Zimmerman wichtig zu betonen, dass die Kämpfe fordernd sein sollen. Damit ist vermutlich kein Dark Souls gemeint, doch als ich mich im Anschluss
Entscheidungen? Kampfsystem? Offene Welt? Zum eigentlichen Spiel bleiben viele Fragen offen.
Entscheidungen? Kampfsystem? Offene Welt? Zum eigentlichen Spiel bleiben viele Fragen offen.
an die Vorstellung kurz mit ihm unterhalte, beschreibt er, dass man als Spieler nicht nur anschauen soll, wie in Filmszenen Jins Lage erklärt wird, sondern dass man seine Motivation gegen die Mongolen in den Kampf zu ziehen auch spielerisch nachempfinden soll.

Ich wollte außerdem wissen, wie sehr Sucker Punch um eine zumindest glaubwürdige Darstellung der Kämpfe bemüht ist. Immerhin zeigt Jins allererster Schwertstreich am ehesten, wie schnell ein Duell mit Klingen in Wirklichkeit zu Ende ging. Und solche Momente soll es in der Tat geben, auch weil es natürlich cool sei, einen mächtigen Protagonisten zu spielen. Selbstverständlich betont Zimmerman nicht zuletzt, dass Ghost of Tsushima zuallererst als Spiel funktionieren muss. Sein Team sei aber darum bemüht, den Faden nicht zu überspannen. Viele Angriffe sollen deshalb auf Waffen oder Rüstungen prallen, anstatt ständig auf den Körper zu treffen.

Die Bildschirm-Anzeigen sollen dabei übrigens nur das Notwendigste anzeigen, also nicht das Eintauchen in die eigentliche Spielwelt blockieren. Die Frage danach kam nicht von mir – die Antwort freut mich umso mehr! Ach, und tatsächlich wird man das Abenteuer wohl komplett in der Muttersprache der beteiligten Charaktere erleben können. So drückte sich Zimmerman jedenfalls in einem Nebensatz aus. Ein gutes Zeichen dafür, wie wichtig den Sucker Punch eine glaubwürdige Nähe zu dem Szenario und seiner Geschichte ist.
 

AUSBLICK



Selbst auf die Frage nach konkreten spielerischen Inhalten des Open-World-Abenteuers hatte der Mitbegründer des Entwicklerstudios auf dieser E3 keine Antwort – offenbar ist die Entwicklung von Ghost of Tsushima noch lange nicht abgeschlossen. Statt des eigentlichen Spiels beschreibt Sucker Punch mit dem E3-Video also eher eine fortgeschrittene Vision der Geschichte um den fiktiven Jin Sakai zur Zeit der ersten Mongoleninvasion. Und die sieht nicht nur fantastisch aus, sondern ist auch inhaltlich vielversprechend! Vielversprechend ist die Hauptfigur, die als Samurai nicht mythisch überhöht wird, sondern als letzter Verbleibender einer ehemaligen Oberschicht in einer neuen Ordnung seinen Weg finden muss. Vielversprechend ist auch die Tatsache, dass die Geschichte zu einem großen Teil über Begegnungen und Erlebnisse abseits der zentralen Handlung erzählt wird – eine Spur, die The Witcher 3 hinterlassen haben dürfte. Und vielversprechend ist natürlich auch der angedeutete Wechsel zwischen anspruchsvollen Kämpfen und heimlichem Schleichen. Das Spiel ist also bisher kaum greifbar. Ein interessanter Ausblick aber allemal.

Einschätzung: gut

Kommentare

SchizoPhlegmaticMarmot schrieb am
Boah ich freu mich so auf den Scheiß...Endlich wieder was ähnliches wie damals TENCHU... Nur mit modernster Grafik-Technik und hoffentlich geschmeidigem Gameplay und ner Story die fesselt...
BigEl_nobody schrieb am
Stormrider One hat geschrieben: ?
15.06.2018 10:28
Also nach allem was ich bis jetzt gelesen und gesehen hab, sind alle drei spiele grundsätzlich verschieden, das eintziege was die spiele gemeinsam haben ist das sich auf die zeit Feudal Japan bedienen !!
Mit freundlichen Grüßen
Ja schon lustig das gleich 3 unterschiedliche Entwickler plötzlich dieses Nischensetting bedienen. Hätte nur noch gefehlt das das nächste Assassins Creed statt in Griechenland im feudalen Japan spielt mit Ninjas als Assassinen(was sich glaube ich auch viele Fans schon lange wünschen).
Aber ich finds super, mir gefällt das Setting sehr gut, sowohl mit realistischem Ansatz ala Tsushima als auch mit Fantasy wie Nioh oder Sekiro :Hüpf:
Stormrider One schrieb am
Ich kann mir aber nur so etwas in der richtung wie bei GOW 3 vorstelen ,nicht das das jetzt schlecht wäre ,ich wolte nur der Unterschied zwischen Nioh und Sekiro nochmal in fokus brigen !!
Mit freundlichen Grüßen
rSchreck schrieb am
Stormrider One hat geschrieben: ?
15.06.2018 13:39
..alle RPG relevanten sachen fallen aus...
Nachdem ich das Interview mit Miyazaki in der (?)Famitsu gelesen hab, bin ich mir da nicht mehr so sicher...
Fest steht:
Es wird in seinem Aufbau sehrsehr anders werden als die SoulsBorne-Spiele.. aber eine Charakter-Entwicklung wird es wohl geben.
Aber halt anders... dennoch RPG´ig...
Bin gespannt wie ein FlitzeBogen :biggrin:
Stormrider One schrieb am
Auf jeden fall, Nioh 2 ist halt eine weiter endwiklung des erstens teils, Sekiro hört sich aber auch komplet anders da ja das gamplay nicht mehr an die DS spiele orientiert (alle RPG relevanten sachen fallen aus) geht in richtung Ninja Gaiden aber nach From Software Prinzipien natürlich!!
Mit freundlichen Grüßen
schrieb am