God of War - Test, Action, PlayStation 4, PlayStation 4 Pro - 4Players.de

 

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God of War (Action) von Sony
Zum Gipfel der Welt
Action-Adventure
Entwickler: Sony Santa Monica
Publisher: Sony
Release:
20.04.2018
kein Termin
kein Termin
Jetzt kaufen
ab 33,75€
Spielinfo Bilder Videos

Vor der Veröffentlichung sorgte die Neuausrichtung von God of War auch für skeptische Reaktionen: Dabei ging es um das fehlende freie Springen, die näher positionierte Kamera, das nordische Szenario sowie Kratos als Vater - die modernisierte Perspektive und Dramaturgie kamen nicht bei allen Fans an. Hat Sony Santa Monica fünf Jahre in die falsche Richtung entwickelt? Oder gelingt dem Team um Cory Barlog die Wiedergeburt eines der erfolgreichsten Action-Adventures aller Zeiten? Am 20. April könnt ihr euch selbst ein Bild machen. Wir verraten euch im Test, wie uns der Spartaner im Exil gefällt.



Auf dem Weg zum Gipfel

Irgendwo weit hinten war der Gipfel schon erkennbar. Als ich nach ein paar Stunden mit Kratos durch den fluffig aufwirbelnden Schnee stampfte, direkt hinter den tiefen Spuren von Atreus, der mal wieder wie ein junger Hund unvorsichtig nach vorne preschte, manifestierten sich bereits einige Eindrücke. Ich drehte die Kamera nochmal langsam, schaute mich um und machte mir Notizen. Wenn man so viele Spiele bespricht, schwirren sie wie eitle Gespenster um einen herum, die verglichen werden wollen. Vor allem die prägenden Titel haben immer ein Wörtchen mitzureden.

Für Kratos steht fest, dass der Junge nicht stark genug für die Reise ist. Nur widerwillig nimmt er ihn mit.
Für Kratos steht fest, dass der Junge nicht stark genug für die Reise ist. Nur widerwillig nimmt er ihn mit.

Auf diesem verschneiten Pass fühlte ich mich z.B. an die technische Klasse von Uncharted 4 erinnert, das ähnlich eindringliche Landschaften und dynamische Fußspuren im Wüstensand präsentierte. In einigen Gefechten zuvor ließ zumindest in Ansätzen Dark Souls grüßen - dazu später beim Kampfsystem mehr. Und die gemeinsame Reise mit dem Jungen weckte natürlich Erinnerungen an The Last of Us sowie BioShock Infinite. Ganz schöne Kaliber? Richtig, aber an dieser frühen Stelle war dieses Action-Adventure noch weit entfernt von deren Klasse.

Das Grab des Childerich lässt grüßen

Zumal es verdächtig knirschte, wenn die Over-the-top-Action mit ihren Superhelden-Manövern einige subtile Momente konterkarierte: God of War lebte schon immer von der Überzeichnung, jetzt wollte es auch noch vertiefen, vielleicht auch erwachsener werden, was die Geschichte betrifft. Passt das zusammen? Bis hierher zu diesem Pass lieferte es immerhin ab. Auch wenn das jetzt etwas zu läppisch klingt, weil man diese Produktionsqualität natürlich erstmal erreichen muss. Gerade Sonys Studios haben in den letzten Jahren und erst kürzlich mit Horizon Zero Dawn technisch Zeichen gesetzt. Es geht ja nicht nur um Panorama, Licht, Mimik oder Animationen, die dank Motion Capturing in vielen Titeln immer natürlicher wirken. Wenn Kratos marschiert, bewegt sich seine komplette Ausrüstung vom kleinen Lederriemen bis zur Axt, man erkennt seinen Atem und dieses kalte Funkeln in den Augen.

Es ist für mich noch bemerkenswerter, mit welcher Hingabe die Artdesigner in diesem God of War Ornamente sowie Verzierungen an Kisten, Wänden, Rüstungen oder Türen entworfen haben. Hier erkennt man, wie viel Recherche die Grafiker

Aber Atreus kann im Gegensatz zu seinem Vater die Runen lesen und wertvolle Hinweise geben.
Aber Atreus kann im Gegensatz zu seinem Vater die Runen lesen, kennt die Geschichten seiner Mutter über Götter und Riesen und kann wertvolle Hinweise geben.

auch in Motive des europäischen Frühmittelalters  investiert haben. Es gibt z.B. Einlegearbeiten, die mit ihren roten Almandinen in Gold an die Fundstücke aus dem Grab des Childerich (König der Merowinger, Ende 5. Jahrhundert) erinnern. Hinzu kommen die bunt bemalten Holztafeln, die in ihrer figürlichen Symbolik den gotländischen Bildsteinen der Wikingerzeit entsprechen. Sprich: Polygonpower und Artdesign ergänzen sich unheimlich gut.

Trotzdem sind mir die funktionalen Menüs zu steril designt und gerade die Kreaturen von Tatzelwurm bis Dunkelalb oder Nachtmahr erreichen nicht die bizarre Ausdruckskraft der Wesen eines Bloodborne. Zumal Sony Santa Monica so manche Gegnertypen wie die Häscher oder Draugar recht einfallslos kopiert und sie in zig Varianten auftauchen; überhaupt gibt es zu viele Zweibeiner auch bei den Bossen wie z.B. in Helheim - da habe ich mehr Varianz vermisst. Komplett flüssig läuft es auf PlayStation 4 Pro übrigens nicht, zumal es hier und da Texturnachlader gibt und ich einmal neu laden musste, weil sich ein Tor partout nicht öffnete. Aber das war keine reproduzierbare Sackgasse und das sind angesichts der fantastischen Kulisse und der Tatsache, dass ich ansonsten keinen (!) Bug notiert habe, wirklich Peanuts. Gerade im Zeitalter der Day-One-, Day-Two-, Week-3-Patches ist das endlich mal wieder ein Paradebeispiel für sehr gute Qualitätssicherung. Wird God of War auf einer PS4 Pro und einem 4K-Fernseher gespielt, liegt die Ausgabe übrigens bei 2160p. Wer einen entsprechenden Bildschirm sein Eigen nennt, kann God of War mit Lichteffekten und einer erweiterten Farbskala in HDR erleben.

Kommentare

Chibiterasu schrieb am
Hab das Spiel gestern durchgezockt und es hat mir am Ende doch ziemlich gut gefallen.
Am Anfang war ich recht ernüchtert.
Die eingeschränkte Beweglichkeit von Kratos, die fehlende Übersicht durch die Nähe der Kamera, eine zwar schöne, aber für meinen Geschmack doch auch oft sterile/überkitschte Grafik (mit bei mir häufigen Beleuchtungsfehlern), zunächst sehr enge Levels (Levelbegrenzungen wirken oft unnatürlich), nicht sehr einfallsreiche Gegner, ein unsympathisch langweiliges, verschachteltes Menü und viel zu viel Lootzeug.
Ganz schön viel Negatives - und mir würden noch ein paar Dinge einfallen :lol:
Aber wenn die Erzählung dann immer mehr in Fahrt kommt, sich die Welt beim See doch recht gut öffnet, das Kampfsystem immer mehr Feinheiten ermöglicht, die Dialoge interessanter, ernster und teilweise auch witziger werden, kommt man doch in einen ziemlichen Spielsog rein. Hab über das Wochenende doch sehr lange gezockt.
Ich bin wirklich interessiert wie es weitergeht und bin auch der Meinung, dass Atreus als Sidekick sehr gut ins Gameplay, die Rätsel und die Nebenbei-Dialoge integriert wurde. Er stört echt nie und am Ende rockt er mit seinem Bogen ziemlich. Hab ihn im Kampf viel und gerne eingesetzt.
Das mit der Schnellreise ist aber doch auch noch Mist. So früh angeteasert und dann kann man das erst irgendwann nutzen. Hab ich nicht ganz verstanden. Und dann dauert das auch noch jedes Mal ewig in der Zwischenwelt (mir wäre da ein Ladebalken lieber gewesen...). Die dabei erzählten Geschichten entschädigen natürlich zum Teil dafür.
Also für meinen Geschmack hat das Spiel doch einige Schwachpunkte (die alten Teile waren stumpfer, aber irgendwie im Gesamtkonzept runder für mich), jedoch wird das durch die interessante Geschichte und die besser geschriebenen Charaktere ziemlich gut aufgewogen.
Viele Dinge können sie hoffentlich im Nachfolger verbessern.
Ah ja, hab sofort das gesamte HUD abgeschaltet. Die einzigen Infos, die man bekommt, sind diese roten Gegner-Stunned-Ringe und...
Vin Dos schrieb am
Ja kann sein. Finde aber den Sprung von 2 auf 3 nicht sonderlich fair. Da fehlt einfach ein Schwierigkeitsgrad dazwischen.
schrieb am

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