Shadow of the Colossus - Test, Action, PlayStation 4, PlayStation 4 Pro - 4Players.de

4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell. 4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell.

Um dieses Feature zu nutzen, musst du
"4Players pur" nutzen:

Du hast schon einen pur-Account? Dann logge dich ein!
Noch kein pur-Nutzer? 4Players pur – Zahl, was du willst!

Hinweis schließen.


Shadow of the Colossus (Action) von Sony
Zeitloses Meisterwerk?
Action-Adventure
Publisher: Sony
Release:
13.02.2006
Q1 2011
07.02.2018
07.02.2018
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos

Shadow of the Colossus hat vor zwölf Jahren beeindruckt. Fumito Ueda und Team ICO inszenierten auf der PlayStation 2 ein ästhetisch und spielerisch einzigartiges Abenteuer. Die begehbaren Kolosse verblüfften mit ihrer Level-im-Level-Technik ebenso wie die auf das Wesentliche reduzierte Regie, die viele spätere Entwicklungen beeinflusste. Bluepoint Games und Sony Japan Studio versprachen ein modernisiertes Remake für PlayStation 4, das dem Spielgefühl des Originals treu bleiben sollte. Wie schlägt sich dieser Meilenstein der Videospielgeschichte nach zwei Konsolengenerationen?



Der Zahn der Zeit

Ich bespreche seit achtzehn Jahren Spiele. Immer wieder begegnen mir Titel vergangener Zeiten als Remakes oder ich lege nochmal das Original ein, weil ich es mit einem Nachfolger vergleichen will. Die meisten meiner Wertungen empfinde ich dann rückblickend als zu hoch. Selbst von mir gefeierte Abenteuer verlieren spätestens nach fünf, sechs Jahren an Faszination. Nicht etwa weil die Technik die üblichen Fortschritte macht und alles hübscher aussieht. Sondern vielmehr, weil sich innerhalb einer Reihe oder eines Genres auch das Spieldesign und damit meine Ansprüche entwickelt haben. Ein Spiel ist auch immer ein Kind seiner Zeit, ich werte also in einem speziellen Kontext von qualitativen Standards und Erwartungen. Dear Esther war mir damals Platin wert, weil es als Novelle in Egosicht ein Pionier des digitalen Storytellings war. Damit hat es einen Weg geebnet.

Das Remake von Shadow of the Colossus orientiert sich spielmechanisch komplett am Klassiker für PlayStation 2 aus dem Jahr 2006.
Zwei Darstellungen sind möglich: Man kann im  "Kinomodus" starten, um die größte grafische Qualität in 1080p oder 4K zu erleben. Für Erstere wird das Bild zunächst in 1440p berechnet und dann runterskaliert; für Letztere wird auch die HDR-Beleuchtung unterstützt. Während in diesem Modus maximal 30 fps erreicht werden, geht es in der zweiten Variante "Performance" mit bis zu 60 fps zur Sache.

In der Folgezeit gab es viele weitere frische Impulse innerhalb der Erzählabenteuer, die sowohl die Statik aufgebrochen als auch die Kommunikation bereichert haben, so dass ich heute nicht mehr so hoch werten würde. Genauso geht es auch dem ersten Uncharted oder Baldur's Gate, die im wahrsten Sinne des Wortes von ihrem eigenen Erfolg überholt worden sind. Und genau das wird die große Hürde für Shenmue 3, dem ich als Backer zwar das Beste wünsche, aber das von offenen Welten, simuliertem Alltag, Kampfsystemen und psychologischen Dramen umzingelt ist. Damals, als ich mich meine bis dato höchste Wertung von 95% für diese "Lebenssimulation" vergab, gab es diese Konkurrenz nicht.

Ähnlich wie sich der Archäologe mit Fundstücken aus unterschiedlichen Erdschichten beschäftigt, die ganz gleichzeitig niedergelegt einer speziellen Kultur zugeordnet werden, hat es der Spielekritiker mit Schichten aus Spieldesign zu tun. Das sind spezielle Zeiträume, in denen sich Entwicklungen so stark beeinflussen, dass man viele ähnliche Merkmale bei unterschiedlichen Titeln findet - manchmal parallel, manchmal überlappend. In der Call-of-Duty-Schicht mit ihrem Fokus auf explosiver Military-Action liegen z.B. die Überreste von Resident Evil 6. Wir werden in einem kommenden Special mal versuchen, die wesentlichen Schichten der Videospielgeschichte auszubuddeln und die prägenden Spielkulturen zu definieren.

Die Grenzen der Nostalgie

Auf der Suche nach dem nächsten Feind richtet sich der junge Held nach dem Strahl des Lichts. Man kann die sechzehn Kolosse nicht frei, sondern lediglich in fester Reihenfolge bekämpfen.
Auf der Suche nach dem nächsten Feind richtet sich der Held nach dem Strahl des Lichts. Er ist  jung, grazil und nahezu spärlich gerüstet: Lediglich in eine Tunika gekleidet  und mit leicht androgynen Zügen, wirkt er fast verletzlich. Doch zusammen mit seinem Pferd bildet er eine Einheit der Entschlossenheit. Spätestens, wenn er sein Schwert zückt, um sich durch die Reflexion des Sonnenlichts das Versteck des nächsten Kolosses anzuzeigen, ist er nur noch eines: ein Krieger.

Fest steht: Dass das Jüngere auch das Bessere ist, ist natürlich keine Gesetzmäßigkeit. Die umsatzgetriebenen Zielsetzungen einiger großer Publisher haben zu fatalen qualitativen Rückschritten und fragwürdigen Standards im Spieldesign geführt. Und nicht wenige "moderne" Abenteuer sind den "alten" Pionieren immer noch unterlegen. Eternal Darkness auf dem GameCube würde in einigen Bereichen auch aktuellen Vertretern des Survival-Horrors Paroli bieten. Und noch heute habe ich viel Spaß im Multiplayer mit Age of Empires: The Age of Kings, das immerhin neunzehn Jahre auf dem Buckel hat. Aber zwischendurch von Klassikern gut unterhalten zu werden oder diese im Kontext aktueller Spiele nochmal ernsthaft einzuschätzen, sind zwei Paar Schuhe; mal sehen, wie sich die Age of Empires Definitive Edition schlägt. Das Alte kann nicht in der Regel, sondern nur in der Ausnahme seine Faszination konservieren. Je weiter ich in die Vergangenheit zurück schreite, desto klarer zeigen sich meist die Defizite - selbst Nostalgie hilft da nicht mehr.

Die freischaltbaren Vergleichsbilder verdeutlichen die grafischen Unterschiede.
Die freischaltbaren Vergleichsbilder verdeutlichen die enormen grafischen Unterschiede zum Original aus dem Jahr 2005 (Japan/USA) bzw. 2006 (Europa).

Mein anno 1999 noch hoch  verehrtes Outcast hat mich in der Neuauflage z.B. komplett ernüchtert. Und als ich kürzlich das von mir als Zwölfjährigem bis tief in die Nacht verschlungene The Bard's Tale von 1985 spielte, musste ich nach fünfzehn Minuten aufhören - so öde war das. Auch, weil aktuelle Interpretationen wie Legend of Grimrock genau dieses Spielgefühl viel besser inszenieren. Meine Ansprüche an Komfort, Konzept und Unterhaltung sind heute ganz andere, weil es ganz andere Vergleiche gibt. Es gibt nur sehr wenige Abenteuer, die dem größten aller Kritiker, nämlich der Zeit, wirklich standhalten. Und unter diesen gibt es nur eines (!), das ich aus heutiger Sicht sogar höher bewerten würde. Dazu müsste seine Ästhetik zeitlos, sein Spieldesign unerreicht und sein Konzept immer noch so einzigartig sein, dass ich nicht mal eben zwei, drei bessere Nachfolger oder Epigonen aufzählen könnte. Es müsste beim erneuten Spielen nicht nur für ein nostalgisches Déjà-vu, sondern für eine verdammte Gänsehaut und ein kräftiges "Wow!" sorgen. Und damit komme ich zu Shadow of the Colossus.

Kommentare

Sevulon schrieb am
laduke123 hat geschrieben: ?
09.05.2018 03:22
Spiel ist im Sale, alle jubeln davon...
Ja, aber das hat ja in der Regel Gründe und generell darf man nicht einfach blind auf den Jubel achten, sondern muss auch schauen, warum überhaubt gejubelt wird. Wenn bspw. alle über den neuen Marvel-Film jubeln, aber man selbst Marvel überhaupt nicht mag, nutzt einem das ja nichts. Und wie schon gesagt wurde, die ganzen Negativpunkte von dir waren ja schon vor dem Kauf bekannt. Weder Spiel, Reviews noch die Jubelleute machen da ja einen Hehl draus.
Xris schrieb am
JunkieXXL hat geschrieben: ?
10.05.2018 21:38
Man kann ein Spiel nicht zwanghaft gut finden. Meistens irrt man sich nicht. Wenn einem ein Spiel schon beim ersten Trailer nicht zugesagt hat, dann tut es das auch beim spielen nicht. Ich würde z.B. niemals Minecraft spielen, weil mich schon die ganze Aufmachung nicht interessiert. Bei SoTC ist es halt so perfide, weil die Trailer durchaus son Abenteuer wie GoW versprechen. Wer könnte heute auch auf die Idee kommen, dass man bei dieser Awesome-Grafik in eine zu 95 % leere Welt entlassen wird? Sowas ist heutzutage undenkbar. Es sei denn, das Spiel ist in Wirklichkeit von 2005 und wurde von Fuck You in Japan produziert.
Das die vermeindlich leere Welt beabsichtigt ist, entscheidend zur Immersion und Story beträgt und beitragen soll, weißt du aber? Assassin's Creed spielt auch jeder 10te obwohl die Spielwelt kaum weniger leer ist, die NPCs zu 99,9% nur Statisten sind. Und obwohl diese Spiele sogar diesbezüglich überzeugen müssen, weil sie immerhin eine lebendige Spielwelt darstellen wollen, kritisiert sie dafuer kaum jemand.
So gesehen kommt SotC doch genau richtig. In einer Zeit in der Open World angesagter ist als je zuvor. Vor allem größer und leerer als je zuvor.
Hmm... ich muss das jetzt zurücknehmen. Irgendwie entwickelt das Spiel so langsam einen schwer zu beschreibenden subtilen Flow. Alles erscheint irgendwie anders... Die Landschaft, die Stille, die Musik. Keine Ahnung warum das plötzlich so ist, vielleicht weil ich vorher exzessiv God of War gespielt hab und noch die totale Reizüberflutung gewohnt war...
Kann mich langsam drauf einlassen.
Oh mann........
Usul schrieb am
JunkieXXL hat geschrieben: ?
10.05.2018 21:38
Bei SoTC ist es halt so perfide, weil die Trailer durchaus son Abenteuer wie GoW versprechen. Wer könnte heute auch auf die Idee kommen, dass man bei dieser Awesome-Grafik in eine zu 95 % leere Welt entlassen wird? Sowas ist heutzutage undenkbar. Es sei denn, das Spiel ist in Wirklichkeit von 2005 und wurde von Fuck You in Japan produziert.
Stimmt. Awesome-Grafik geht nur in Verbindung mit geiler Action. Alles andere ist völlig unmöglich. Genauso unmöglich wie die Tatsache, daß man sich ja nicht nur mit Trailer-Videos informieren kann (und sollte).
JunkieXXL schrieb am
Man kann ein Spiel nicht zwanghaft gut finden. Meistens irrt man sich nicht. Wenn einem ein Spiel schon beim ersten Trailer nicht zugesagt hat, dann tut es das auch beim spielen nicht. Ich würde z.B. niemals Minecraft spielen, weil mich schon die ganze Aufmachung nicht interessiert. Bei SoTC ist es halt so perfide, weil die Trailer durchaus son Abenteuer wie GoW versprechen. Wer könnte heute auch auf die Idee kommen, dass man bei dieser Awesome-Grafik in eine zu 95 % leere Welt entlassen wird? Sowas ist heutzutage undenkbar. Es sei denn, das Spiel ist in Wirklichkeit von 2005 und wurde von Fuck You in Japan produziert.
laduke123 schrieb am
laduke123 hat geschrieben: ?
09.05.2018 00:43
Kurzum: Totaler Fehlkauf.
Hmm... ich muss das jetzt zurücknehmen. Irgendwie entwickelt das Spiel so langsam einen schwer zu beschreibenden subtilen Flow. Alles erscheint irgendwie anders... Die Landschaft, die Stille, die Musik. Keine Ahnung warum das plötzlich so ist, vielleicht weil ich vorher exzessiv God of War gespielt hab und noch die totale Reizüberflutung gewohnt war...
Kann mich langsam drauf einlassen.
schrieb am

Angebote

Billiger.de Angebotshinweise:

Preise können jetzt höher sein.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der angegebene Preis seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein kann, da eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise technisch nicht immer möglich ist.

Der maßgebliche Verkaufspreis ist derjenige, welcher zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Webseite des Verkäufer-Shops ausgewiesen wurde.