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Steam Park (Brettspiel) von Heidelberger Spielverlag
Steam Park
Aufbaustrategie
Entwickler: Aureliano Buonfino, Lorenzo Silva, Lorenzo Tucci Sorrentino
Release:
01.10.2013
Spielinfo Bilder Videos
Was machen Roboter eigentlich, wenn sie mal fünf Schrauben gerade sein lassen wollen? Ist doch klar: Sie gehen in einen Vergnügungspark! Aber in welchen? Wo gibt es die besten Attraktionen und die saubersten Anlagen? Weil das ein lukratives Geschäft ist, buhlen zwei bis vier Spieler in Steam Park um die Gunst der Blechbüchsen.

Eine Achterbahn, sie zu locken

Steam Park, für zwei bis vier Spieler, ist komplett auf deutsch beim Heidelberger Spielverlag erschienen. Es kostet knapp 30 Euro.
Steam Park, für zwei bis vier Spieler, ist komplett auf deutsch beim Heidelberger Spielverlag erschienen. Es kostet knapp 30 Euro.
Baue ich jetzt einen Toilettenstand für die Hygiene oder eine fette Achterbahn mit Plätzen für drei Roboter? Mit Ersterem könnte ich mehr Schmutz aus meiner Anlage entfernen, mit Letzterer mache ich Gewinn, sobald die Blechbüchsen darauf abfahren. Ich könnte auch beides zusammen errichten, wenn ich entsprechende Symbole gewürfelt habe. Aber wenn ich weiter grüble, kommt mir mein Nachbar mal wieder zuvor. Der ist Boss eines anderen Vergnügungsparks und darf jetzt loslegen mit seinen Aktionen. Mist, ich war wieder zu langsam!

Der Clou ist, dass es beim Würfeln eine gewisse Echtzeit-Hektik gibt: Man darf theoretisch so lange die sechs Würfel werfen wie man will – also so lange, bis man die gewünschte Zahl an Werkzeugen für Attraktionen, an Zelten für Stände mit Zusatzfunktionen, an Besen für die Reinigung, Kohlehaufen für Bonuskarten oder eben Besucherbots zusammen hat. Wenn man zufrieden ist, schnappt man sich einen Reihenfolgemarker. Je früher man hier ist, desto besser für die Reinigung, denn der letzte Spieler muss meist seine Schutthalde erweitern – eine einfache, aber effektive Methode um den Reiz des schnellen Würfelns zu erhöhen.

Hereinspaziert, ihr Roboter!

Dieser Park wurde schon erweitert: Oben auf den Attraktionen vergnügen sich die Roboter - nur pinke Bots dürfen auf pinke Achterbahnen.
Dieser Park wurde schon erweitert: Oben auf den Attraktionen vergnügen sich die Roboter - nur pinke Bots dürfen auf pinke Achterbahnen.
Ziel des Spiels ist es, am Ende von sechs Runden den größten Gewinn mit seinem Park vorzuweisen. Und je größer die eigene Schutthalde bei der Abrechnung, desto mehr Zaster muss man dafür abdrücken. Woher kommt der Schmutz? Nicht nur von der Langsamkeit, sondern auch von den Besuchern im Park sowie den Würfeln selbst: kleine runde Symbole stehen für den Dreck. Man muss also auch ein Auge darauf haben, was man einsetzt, damit man nicht plötzlich fünfzehn Schmutzmarker vor seinem Park liegen hat – die sorgen für einen Abzug von satten 28 Geld.

Aber im Vordergrund steht natürlich der Aufbau von Attraktionen in einem Startbereich von vier mal vier Feldern. Dabei darf man nicht alles wild nebeneinander aufstellen, sondern muss auf freie Wege zwischen Zelten und Achterbahnen sowie passende Farben achten. Recht schnell kommt man in architektonische Bedrängnis und muss seinen Park an den Seiten mit Viererfeldern erweitern. Seltsam ist nur, dass diese Fragezeichen zeigen, denn es gibt sie nicht in unterschiedlicher Art oder Ausrichtung, sondern immer nur mit vier Kacheln.

Es gibt ansonsten sechs Attraktionen in drei Größen (ein bis drei Plätze für Bots), wobei man z.B. nur zwei grüne zu einer größeren grünen zusammenreihen kann; selbst diagonal darf sonst nichts unterschiedlicher Farbe angrenzen. Die Gebäude baut man vor dem Spiel aus Pappe recht zügig zusammen. Sie fallen beim Aufbau mit ihrem fantasievollen Design auf, das ein wenig an Tim Burton erinnert; Illustratorin Marie Cardouat hat gute Arbeit geleistet.

Sechs Farben, fünf Stände

Man braucht nicht viel Platz für Steam Park. Die Anleitung ist kurz und knackig, das Artdesign fantasievoll.
Man braucht nicht viel Platz für Steam Park. Die Anleitung ist kurz und knackig, das Artdesign fantasievoll.
Wie kommen die Roboter jetzt in den Park? Das ist ein weiterer Kniff des Spiels: Wer Bots würfelt, darf diese Zahl an Besuchern in einen schwarzen Samtbeutel stecken, wo zu Beginn je ein Bot einer Farbe platziert wird – also genau sechs. Da man sich die Farbe der zusätzlichen aussucht, kann man die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass man für seine grüne Achterbahn auch einen grünen Besucher aus dem Beutel fischt. Nur dann gibt es in der Einkommensphase drei Geld pro Bot! Je mehr Spieler mitmachen, desto größer wird natürlich der Wettbewerb um die begrenzten Attraktionen und Besucher.

Und man kann über die fünf Stände dafür sorgen, dass man am Ende die Nase vorn hat: Neben der Toilette für doppelte Reinigung gibt es z.B. einen Sicherheitsdienst. Wer den baut, darf beim Ziehen eines Bots aus dem Beutel einen falschen Besucher zurücklegen. Wer die Information errichtet, darf auch Bots unpassender Farbe auf eine Attraktion stellen. Das Casino erlaubt auch das spätere Ändern von Würfelergebnissen und die Werbeagentur verdoppelt gleich die Zahl eines gewürfelten Bots.

Fazit

Das ist leicht zu erlernen, sieht cool aus und das Buhlen um die Kohle der Roboter bleibt bis zum Schluss spannend! Steam Park ist ideal für die ganze Familie, zumal das Szenario auch thematisch für fantasievolle Abwechslung am Tisch sorgt. Das sehr schöne Artdesign weckt Erinnerungen an Tim Burton und die vielen kleinen Ideen greifen gut ineinander: Das Wettwürfeln sorgt für Echtzeithektik, der Parkaufbau verlangt Planung, die Stände ermöglichen Spezialisierungen und der ständig anfallende Schmutz sorgt für die nötige Balance – oder gar den Ausschlag für den Sieg. Das ist kein komplexes Aufbauspiel, aber uns hat das sympathische Steam Park sehr viele vergnügliche Wettkämpfe um den Zaster der Roboter beschert.

Für alle, die eine Wertung vermissen: Wir werden hier nur unsere Highlights vorstellen. Natürlich gibt es auch in der Brettspielwelt einen bunten Mainstream und billigen Murks, aber wir wollen euch alle zwei Wochen kreative Geheimtipps und ungewöhnliche Spieleperlen empfehlen, die man vielleicht nicht in jedem Kaufhaus findet.

Weitere Brettspieltests im Archiv!

Kommentare

lalaland schrieb am
Simples Spiel im fantastischen Tim Burton Look mit subtil pädagogischer Message (passt auf Euren Müll auf). Großartig aber nichts für Planer und Tüftler.
Twan schrieb am
Stell dir vor ist Nextgen und Jörg testet Brettspiele.....;)
Nein, danke dafür, lese die Brettspielvorstellungen immer gerne!
schrieb am

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