Ein Fest für Odin - Brettspiel-Test, Brettspiel, Spielkultur - 4Players.de

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Ein Fest für Odin (Brettspiel) von Feuerland
Wikinger im Wettstreit
Aufbaustrategie
Entwickler: Uwe Rosenberg
Publisher: Feuerland
Release:
10.10.2016
Spielinfo Bilder Videos
Uwe Rosenberg gehört seit Jahren nicht nur zu den besten, sondern auch fleißigsten deutschen Spiele-Autoren. Das geniale Agricola führt immer noch unsere Top 20 der besten Brettspiele an, hinzu kamen Die Glasstraße sowie kürzlich Arler Erde und Patchwork. Schon auf der SPIEL'16 in Essen hat uns auch Ein Fest für Odin richtig gut gefallen. Was steckt hinter dem altnordischen Thema? Wir konnten endlich ausführlicher Wikinger spielen.


Dorfidylle und Aufbauklassik

Noch zeigt der Heimatplan ein stilles Dörfchen mit Methalle, Thingplatz und Hafen, in dem ein paar Wikinger auf Aufträge warten. Die Ställe sind leer, Boote fehlen und von Schätzen ist auch noch keine Spur. Aber sobald man die ersten von über sechzig möglichen Aktionen im Wechsel mit seinen Kontrahenten ausführt, entwickeln sich die Dörfer. Holz, Stein und Erz werden abgebaut, Schafe und Rinder gezüchtet, Bohnen, Getreide und Kohl gelagert und im Hafen docken bis zu drei Schiffstypen an - vom Walfänger über den Knorr bis zum Langboot.

Ein Fest für Odin ist bei Feuerland komplett auf Deutsch erschienen. Die für einen bis vier Spieler ausgelegte Aufbautaktik kostet knapp 70 Euro.
Ein Fest für Odin ist bei Feuerland komplett auf Deutsch erschienen. Die für einen bis vier Spieler ausgelegte Aufbautaktik kostet knapp 70 Euro.
Wie in vielen anderen Arbeitersetzspielen entwickelt sich aus der Idylle mit wenig Ressourcen ein immer geschäftigeres Treiben, bei dem man strategische Schwerpunkte setzen sollte: Will man sich zunächst auf sein Dorf und die Tierzucht und sowie Gebäude konzentrieren? Erntet man zunächst Holz, Stein und Erz von den Bergen oder jagt man Wild? Soll man so früh wie möglich zur See fahren? Baut man lieber viele kleine Walfangboote oder setzt man auf die Entdeckung von entlegenen Inseln wie die Shetlands, Island oder Grönland, die man dann wie seinen Heimatplan belegen darf?

Agricola und Arler Erde lassen grüßen

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Satte drei Kilo Spielmaterial stecken in der Box. Sehr hilfreich: Die zwei mitgelieferten Plastikbehälter sorgen für eine Vorsortierung der Waren. Sehr vorbildlich: Es gibt mit Regelwerk, Anhang und Almanach ausführliche Lektüre, die auch eine historische Einführung in das Thema bietet.
Natürlich hat alles seinen Preis und man muss die nötigen Rohstoffe und Waren erst einmal besitzen; nicht zu vergessen die Versorgung der eigenen Wikinger nach der Ernte. Zudem kann man seine Leute mit zufällig gezogenen Karten ausbilden und damit einmalige, bedingte oder permanente Boni freischalten: So kann man lukrativer tauschen, züchten, bauen, ernten oder jagen. Wer am Ende den wertvollsten Besitz aus Waren und Land vorweisen kann, gewinnt.

All das klingt nach vertrauten Elementen, nach dem Klassiker Agricola und angesichts des üppigen Aktionsplans mit exklusiven Manövern auch an Arler Erde - fast wie ein Best-of Uwe Rosenberg mit neuer Expansion auf Inseln.

Und genauso souverän wirkt das Spieldesign in seinen klassischen Mechaniken. Zwar muss man die Fülle an Möglichkeiten ersteinmal verinnerlichen, aber diese sind clever verzahnt und werden vom Regelwerk vorbildlich erklärt.

Es gibt zudem einige Zugdetails, die das Platzieren von Wikingern angenehm variabel gestalten, darunter die Möglichkeit, nicht nur einen, sondern gleich zwei, drei oder vier Wikinger für entsprechend effizientere Aktionen einzusetzen. Und weil diese dann exklusiv besetzt sind, entsteht gerade im Spiel zu dritt oder viert auch ein Wettrennen um den besten Zeitpunkt für die mächtigste Aktion. Zwar ist die Tierzucht sowie Versorgung der eigenen Leute nach der Ernte nicht ganz so entscheidend und knifflig wie in Agricola, aber schon dort kommt ein frischer Impuls zum Tragen, der in der Expansion noch wichtiger wird: Man legt die gesammelte Nahrung in der Leiste aus, bis sie voll ist.

Kommentare

danibua schrieb am
TanteDörte hat geschrieben:The Others macht mir sehr viel Spaß. Hab jetzt ein paar Runden hinter mir und muss sagen: Wer ein taktisches One vs. all Spiel sucht, wird hier gut bedient. Ähnliche dem neuen Doom gibts hier keine feste Kampagne, keine Charentwicklung etc. Im Gegenzug zum typischen Crawler (Descent, SoB etc) spielt sich eine Mission locker in 2 Stunden runter.
Pluspunkt ist auch das Reaktionssystem (wie z.B. in Star Wars IA), D.h. der Overlordspieler, hier der Sündenspieler, hat keinen "festen" Zug, sondern reagiert direkt auf die Züge der Heldenspieler. Dadurch verringert sich die Downtime für den Overlord (bin ich immer..) immens.
Also: Wer taktische Miniaturengefechte mag ist hier an der richtigen Adresse.
Hab den pledge heut gekriegt und gleich mal eine partie gegen meine frau gezockt.
Ich finds auch recht nett, bin zufrieden, trotz dickem regelbuch sehr einfach zu spielen.
Was ich gut finde sind die reaktionen des sündenspielers - so hat dieser relativ wenig downtime und kann unmittelbar nach einem heldenzug auf diesen die passende antwort geben.
Normalerweise mag ich den overlord in solchen spielen nicht aber bei the others gefällts mir!
Ist auch das einzige spiel dieser art bei dem ich das so kenne!
Ansonsten halt sehr zombicide artiger ameritrash mit top moiniaturen, meine runde wird es mögen!
Für den preis um den ich es bekommen habe ist auch anständig viel zeug dabei.
Gefällt mir nicht nur wegen des artworks besser als viele andere spiele dieser machart.
TanteDörte schrieb am
The Others macht mir sehr viel Spaß. Hab jetzt ein paar Runden hinter mir und muss sagen: Wer ein taktisches One vs. all Spiel sucht, wird hier gut bedient. Ähnliche dem neuen Doom gibts hier keine feste Kampagne, keine Charentwicklung etc. Im Gegenzug zum typischen Crawler (Descent, SoB etc) spielt sich eine Mission locker in 2 Stunden runter.
Pluspunkt ist auch das Reaktionssystem (wie z.B. in Star Wars IA), D.h. der Overlordspieler, hier der Sündenspieler, hat keinen "festen" Zug, sondern reagiert direkt auf die Züge der Heldenspieler. Dadurch verringert sich die Downtime für den Overlord (bin ich immer..) immens.
Also: Wer taktische Miniaturengefechte mag ist hier an der richtigen Adresse.
bwort schrieb am
Den aufgeführten Kritikpunkten stimme ich voll und ganz zu. Mehr noch, für mich überwiegen sie. Das erste Rosenberg was zu zweit nicht richtig Spaß macht. Die viele Möglichkeiten machen das Spiel zwar komplex, meiner Meinung nach aber nicht unbedingt wirklich tiefgründig. Ich habe mich zu Weihnachten mit Vinhos Deluxe beschenken lassen. Worker Placement mit nur 9 Aktionsfeldern. Das Spiel hat aber eine dermaßen Tiefe ohne überfrachtet zu sein (wie alle Spiele von . Vital Lacerda) Seitdem ist Odin nicht mehr auf den Tisch gekommen.
M_Coaster schrieb am
The Others ist vom Gefühl her der klassische Blender, da hast du mit deiner Angst sicher etwas recht. Um so besser die Minis um so vorsichtiger werde ich. Aber wenn der Preis cool war, man vielleicht sogar Bock hat die Figuren anmalen, dann kann so ein seichteres Amitrash-Spiel sicher rocken. Liegt da ja auch immer an der Spielgruppe. Mir persönlich war es zu teuer und ich glaube an Blood Rage wird es nicht rankommen. Wobei das Spielprinzip ja eh ein anderes ist. Ich habe z.B. Dark Souls gebackt, da habe ich auch unheimlich Lust die Figuren anzusprühen/anzumalen.
Zu Arler Erde hast du ja sicher schon genug gelesen - ich habs ja auch gestestet: http://brettundpad.de/2016/04/23/arler-erde/ Ich als Norddeutscher, der Deiche, Wind und Wasser liebt, der verliebt sich halt schnell in das Spiel. Und für mich und meine Frau ist das ein Dauerbrenner. Was etwas von First Class gerade abgelöst wird. Caverna ist auch cool, aber wenn du Agricola und Odin hast, mal zu zweit spielst, würde ich definitiv zu Arler Erde greifen.
danibua schrieb am
@M_Coaster
Hast du the others auch zu hause? Was hälst du denn davon? Habs mir bisher nicht zugelegt weil mir der preis (gerade auch wenn man die erweiterungen will) zu heftig war.
Nun hab ich gestern online einen halbwegs günstigen faith pledge ergattern können und bin echt gespannt.
Spiel und minis sehen ja sehr super aus, ich hoffe halt es ist kein blender.
Bei odin gibts bei mir nur ein paar kleinigkeiten die ich nicht ganz so gut finde, darunter auch das fest, welches ein bisschen aufgesetzt wirkt. In einem guten dutzend spiele ist es auch noch nie passiert das jemand die festleiste nicht voll machen konnte.
Ausserdem finde ich das auswandern etwas zu stark und so manch andere option ein klein wenig schwach (viehzucht), ansonsten hat ein fest für odin aber mmn kaum einen fehler.
Mal sehen ob ich mir noch ein rosenberg spiel zulege, ich schwanke zw. Arler erde und caverna.
schrieb am

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