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| Die Stapel für Infanterie, Kavallerie, Artillerie und Luftwaffe. Zu Beginn ist jeder auf der ersten Stufe, hier hat der gelbe Spieler schon etwas aufgerüstet. |
Es gibt natürlich noch viel mehr Unterschiede, aber unterm Strich auch so viele markante Ähnlichkeiten in der Spielmechanik, vor allem was die Forschung, das Gebäudemanagement oder die multiplen Siegbedingungen angeht, dass ein vergleichbares Flair entsteht. Zumal auch auf dem Brett ganz entscheidend für den Erfolg ist, mit welcher Konsequenz man sich in die kulturelle, wirtschaftliche, wissenschaftliche oder militärische Richtung entwickelt. Bei unseren Probespielen schienen die Kulturspieler einen kleinen Vorteil zu haben, weil sie im Vergleich zu den Münzspielern sehr schnell ihre Punkte ergattern können – aber auch das ließ sich über frühe Angriffe einigermaßen kontern.
Unterschiede zu „Im Wandel der Zeiten“
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| Auch Weltwunder sind dabei, die sehr effiziente Boni bringen. |
Allerdings hat die Spielmechanik bei Im Wandel der Zeiten auch einige Vorteile, die hier fehlen: Zum einen ist das Mikromanagement dort interessanter, weil Ernährung und Produktivität des Reiches eine tragende Rolle spielen – da ist man näher an Civ als dieses offizielle Brettspiel. Zum anderen spürt man den Wechsel und das Voranschreiten der historischen Zeiten deutlicher, denn die Persönlichkeiten, Gebäude und Technologien befinden sich in Chvatils Ansatz in einem stetigen Fluss, so dass man wirklich das Gefühl von historischer Entwicklung bekommt. Im offiziellen Brettspiel zu Civilization wird das lediglich ein wenig über die Kulturleiste und die Wunder angedeutet, die in einem neuen Zeitalter wechseln.
Ausblick
Sieht sehr edel aus, ist strategisch tief, spielt sich überraschend knackig! Wer bisher Angst vor historischen Regelungeheuern hatte, könnte mit dieser Zeitreise eines Besseren belehrt werden – zumal sie auch zu zweit für taktische Spannung sorgt. Und vor allem digitale Civ-Veteranen sollten sich diese Tischvariante ansehen, denn das Flair und die Spielmechanik lassen schnell angenehme Erinnerungen aufkommen. Es ist zwar schade, dass nur maximal vier Spieler teilnehmen können und dass es etwas wenig Gebäude sowie keine Stadtexpansion gibt, aber dafür entschädigt das Brettspiel von Kevin Wilson mit seinen Stärken: Sechs unterschiedliche Völker, eine modular aufgebaute und immer etwas anders strukturierte Welt, Schere-Stein-Papier-Gefechte ohne Würfel, frühe Erkundungsreize durch Scouts und verdeckte Gebiete, ein durchdachtes Konzept der Forschung und vier Siegbedingungen, die jeweils eine andere Taktik verlangen. Wir haben aktuell viel Spaß mit diesem wunderbar illustrierten Spiel – auch wenn ich als Miniaturenfan lieber Plastikfiguren statt Armeekarten gesehen hätte. Aber Kevin Wilson hat nach dem überragenden Arkham Horror ein weiteres komplexes, aber unheimlich Zeit fressendes Schmuckstück von Brettspiel entwickelt. Civilization ist der hier besprochenen Konkurrenz zwar nicht in allen inhaltlichen Belangen überlegen, aber es gehört neben „Im Wandel der Zeiten“ derzeit zu den besten historischen Aufbauspielen.
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