Internationale Spieltage SPIEL: Interview: Heidelberger Spielverlag - Special

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Internationale Spieltage SPIEL (Messen) von Friedhelm Merz Verlag
Interview: Heidelberger Spielverlag
Messen
Release:
13.10.2016
Spielinfo Bilder Videos

Auch in diesem Herbst dreht sich in Essen alles um Brettspiele. Vom 16. bis 19. Oktober öffnet die Publikumsmesse ihr Tore. Wir haben im Rahmen der "Internationalen Spieltage SPIEL'14" ein Gespräch mit Ralf Siedek vom Heidelberger Spieleverlag geführt, aus dessen Portfolio wir schon einige Titel wie Eldritch Horror oder Star Wars: X-Wing empfohlen haben. Als "Mädchen für alles" ist er u.a. für die Presse sowie Eventmarketing zuständig.



4Players: Hallo Ralf, was bist du für ein Spielertyp – was kam  bei dir in den letzten Wochen auf den Tisch oder den Bildschirm?

Ralf Siedek: Ich mag generell eher umfangreiche und komplexere Brettspiele. Deshalb bin ich ja auch irgendwann bei den Bären gelandet. Spiele wie Descent 2, Star Wars: X-Wing oder Battlelore 2 erwärmen mein Herz. Auf dem Bildschirm habe ich eine unerklärliche Schwäche für Tower Defense Spiele (Gem Craft!!!) und vor kurzem bin ich nach sechsjähriger

Im Gespräch: Ralf Siedek vom Heidelberger Spieleverlag. Als "Mädchen für alles" ist er u.a. für die Presse sowie Eventmarketing zuständig.
Im Gespräch: Ralf Siedek vom Heidelberger Spieleverlag. Als "Mädchen für alles" ist er u.a. für die Presse sowie Eventmarketing zuständig.

Abstinenz zu World Of Warcraft heimgekehrt. Erschreckenderweise macht es immer noch Spaß.

4Players: Welche Spiele sind eure Zugpferde auf der SPIEL' 14 in Essen?

Ralf Siedek: Die Highlights sind, wie jedes Jahr, vielfältig. Besonderes Augenmerk wird dieses Jahr wohl auf Star Wars: Imperial Assault - Das Imperium Greift An, XCOM und The Witcher liegen. Aber auch Spiele wie Might & Magic: Heroes Brettspiel, Mars Attack, Die Schlacht Der Fünf Heere oder Firefly werden sehr gut ankommen, da bin ich mir sicher.

4Players: Wie entscheidet ihr, ob ihr ein Spiel in euer Angebot aufnehmt?

Ralf Siedek: Es mag abgedroschen klingen, aber: des muss uns gefallen. In der Tat werden alle Spiele bei uns verlagsintern gespielt, gespielt und gespielt. Wenn ein Spiel dann innerhalb des Verlages Befürworter findet, ist die Chance schon mal recht hoch, das wir es auch anbieten wollen. Dabei muss auch immer das Gesamtpaket stimmen: Optik, Hapitk und vor allem das Spiel an sich müssen uns begeistern. 

4Players: Für Videospieler ist die E3 in Los Angeles die internationale Leitmesse. Wie kann es sein, dass eine deutsche Messe im Brettspielbereich so relevant ist wie die SPIEL in Essen?

Ralf Siedek: Das liegt zum einen an den historischen Begebenheiten, die SPIEL gibt es ja nun schon eine ganze Weile und sie ist kontinuierlich gewachsen. Zum anderen ist Deutschland der weltweit wichtigste Brettspielmarkt, von

Zwei bis vier Helden rätseln, handeln, sammeln und kämpfen mit Karten und Würfeln gegen diverse Monster aus der Fantasywelt - darunter auch Kreaturen, die erstmals in The Witcher 3 auftauchen.
Zwei bis vier Helden rätseln, handeln, sammeln und kämpfen mit Karten und Würfeln gegen diverse Monster aus der Fantasywelt - darunter auch Kreaturen, die erstmals in The Witcher 3 auftauchen. die digitale Version hat uns nur solide unterhalten - hier zum Test.

dem auch mit die wichtigsten Impulse ausgehen. Als weltweit größte Publikumsmesse im Bereich Spiele kommt man als Hersteller quasi gar nicht an Essen vorbei. Bin ich als Verlag nicht in Essen, dann finde ich nicht für die Masse statt. Die SPIEL ist auch vom ganzen Geschehen her schon sehr besonders: Ob Jung oder Alt, jeder findet hier etwas zum Ausprobieren und man lernt massenweise neue Spiele kennen, was so gesammelt kaum woanders möglich ist.

4Players: Alles spielt mittlerweile digital – vom PC über Konsole bis hin zu Facebook und Mobiltelefon. Da wirken Brettspiele fast etwas altmodisch. Oder gibt es einen analogen Gegentrend? Wie siehst du die Situation? 

Ralf Siedek: Ich fühle mich ja in beiden Welten daheim, aber ein gutes Brettspiel bietet mir etwas, was mir kein digitales Spiel bieten kann: Aug in Aug gegenüber sitzen und eine Mimik zu "lesen", wenn ich mir einen genialen Zug aus dem Ärmel schüttel. Onlinespiele schön und gut, immer wieder gut zu spielen - auch wenn ich bei den meisten MMOG das Endgame meistens ignoriere, bzw. dann zum nächsten Spiel weiter ziehe -, aber viele

Auch aktuelle Lizenzen werden in Brettspiele umgewandelt: Hier The Walking Dead auf der Neueheitenshow.
Auch aktuelle Lizenzen werden in Brettspiele umgewandelt: Hier "The Walking Dead" auf der Neueheitenshow.

Spielprinzipien lassen sich online nur unbefriedigend umsetzen.

Deduktionsspiele wie Avalon oder Coup machen nur richtig Spaß, wenn ich mein Gegenüber dabei beobachten kann. Ein Battlestar Galactica gewinnt seinen Reiz eben dadurch, das niemand weiß, ob und wer ein Zylon ist und man eine gewisse Paranoia entwickelt. Der Eiserne Thron wäre nur halb so schön, wenn ich nicht das Gesicht meines Mitspielers sehen könnte, während ich das Bündnis mit ihm aufkündige und den Dolch von hinten durch die Brust in sein Auge versenke. Beim Thema Rollenspiele wird es dann besonders deutlich: Spiele wie The Witcher, Gothic oder Dragon Age sind ohne Frage sehr schöne Spiele, aber ein Computer-RPG wird auf absehbare Zeit nicht die Freiheiten bieten, die ein "echtes" Rollenspiel mit einem Spielleiter aus Fleisch und Blut ermöglicht. Keine noch so geile LAN-Party kann einen Brettspielabend mit guten Freunden ersetzen. Beides hat seine Berechtigung, aber man kann es halt auch nur sehr begrenzt vergleichen.

Kommentare

SethSteiner schrieb am
Ich freue mich ja sehr auf Star Wars Imperial Assault aber diese Art in Deutschland, allem einen erklärenden Untertitel zu verpassen werde ich nie verstehen. "Das Imperium greift an", das war natürlich echt nötig.
Erynhir schrieb am
Waren heute da, ich persönlich zum ersten Mal. Tolle Messe, Hut ab. Haben ein paar Sachen ausprobieren können (aber alles eher leichte Kost, Five Tribes war wohl noch das umfangreichste und haben wir auch gleich mitgenommen. :mrgreen: ) und auch ein paar Sachen gekauft. Wenn man will, kann man auf der Messe auf jeden Fall einige richtige Schnapper machen.
Es war schon ziemlich voll, aber es war schon okay. Immerhin sichert das auch hoffentlich weiterhin Nachschub an tollen Brett- und Kartenspielen.
In unserem Freundeskreis veranstalten wir regelmäßig Spieleabende, macht immer sehr viel Spaß und ich würde es nicht mehr wissen wollen. Wir andere hier schon gesagt haben, es ist einfach persönlicher, gemütlicher etc...
Spannend ist, dass ein Freund nun sein eigenes Spiel entwickelt hat. Wir haben ihm natürlich geholfen bei Testspielen und Feedback. Heute hat er es einem Verleger vorgestellt. Hoffentlich wird das was. :mrgreen:
Alter Sack schrieb am
4P|T@xtchef hat geschrieben:Jup, war vor zwei, drei Jahren auch meine Befürchtung. Aber der Laden läuft. Ist vielleicht ein Gegentrend angesichts der totalen Digitalisierung. Andererseits hat gerade das Netz, Stichwort: Kickstarter, für eine Flut neuer Entwicklungen gesorgt. Und das ist schön, auch für Essen.
Das denke ich auch. Was uns so begeistert an Brettspielen im Gegensatz zu Videospielen ist natürlich die persönliche Interaktion aber auch die Ruhe beim spielen. In der digitalen Welt ist alles sehr hektisch auch bei Videospielen gerade wenn man mit mehreren spielt. Das ist bei den meisten Brettspielen einfach anders. Ich finde das kann man gut vergleichen mit Büchern und Filmen. Während man bei Filmen mit zig Informationen in einem festgelegten Zeitrahmen gefüttert wird kann man sich beim lesen die Geschwindigkeit selbst aussuchen. Das ist alles viel persönlicher und individueller.
4P|T@xtchef schrieb am
Jup, war vor zwei, drei Jahren auch meine Befürchtung. Aber der Laden läuft. Ist vielleicht ein Gegentrend angesichts der totalen Digitalisierung. Andererseits hat gerade das Netz, Stichwort: Kickstarter, für eine Flut neuer Entwicklungen gesorgt. Und das ist schön, auch für Essen.
Alter Sack schrieb am
Jo sind ja auch noch Ferien was bestimmt den Besucherandrang nochmals extrem erhöht. Ich finds jedenfalls Spitze das klassische Spiele wieder auf ein so breites Interesse stoßen. Es gab Jahre in Essen da war es für einen persönlich schön das man alles ausprobieren konnte aber da hat man gedacht das es nur noch ne frage der Zeit ist wann die Brettspiele verschwinden. Vielleicht nicht ganz so extrem aber das Interesse war weitaus geringer.
Wir hatten schon kurz überlegt mit dem Fahrrad zu fahren nur da wir meist was mitnehmen ist das doof auf dem Rückweg ... ein paar Kilometer sinds dann doch ...
schrieb am

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