Tomb Raider (Film): Überzeugt Alicia Vikander als Lara Croft? - Special

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Tomb Raider (Film) (Sonstiges) von Warner Bros. Pictures Germany
Überzeugt Alicia Vikander als Lara Croft?
Sonstiges
Entwickler: Warner Bros.
Publisher: Warner Bros. Pictures Germany
Release:
15.03.2018
Spielinfo Bilder Videos
Alicia Vikander tritt in die Fußstapfen von Angelina Jolie und verkörpert in der neuen Verfilmung von Tomb Raider die Videospiel-Ikone Lara Croft. Genau wie das gleichnamige Spiel von Square Enix aus dem Jahr 2013 versteht sich auch der Film als Reboot. Und nicht nur das: Er orientiert sich auch überraschend stark an der Vorlage. Ob die Umsetzung auf die große Leinwand überzeugt, verraten wir in unserer Filmkritik...

Dicht an der Vorlage

Gute Verfilmungen von Videospielen sind rar gesät. Denn oft werden lediglich Figuren und grobe Eckpunkte aus den Vorlagen aufgegriffen, um sie in eine eigenständige Geschichte einzubetten, die mit dem eigentlichen Spiel nur noch wenige Gemeinsamkeiten aufweist. So erging es u.a. Resident Evil, Need for Speed, Far Cry oder den ersten beiden gescheiterten Versuchen, Tomb-Raider auch in Hollywood zum großen Durchbruch zu verhelfen.

Das ist hier anders: Die beiden Autoren Evan Daugherty und Geneva Robertson-Dworet halten sich eng an das Story-Fundament, das Crystal Dynamics zusammen mit Rhianna Pratchett für den Neustart der Spielereihe aufgebaut haben. Daher steht die Suche nach der sagenumwobenen Insel Yamatai sowie der japanischen Sonnenkönigin Himiko auch bei der Verfilmung im Mittelpunkt. Das Drehbuch wurde zwar auf der einen Seite vor allem hinsichtlich der Figuren deutlich entschlackt, auf der anderen Seite aber auch um einige Facetten erweitert. So lernt man schon beim Einstieg in den Film eine Seite von Lara kennen, die im Spiel nicht beleuchtet wurde: Weil sie den Tod ihres verschollenen Vaters nicht akzeptieren und trotz der Aussicht auf eine üppige Erbschaft lieber auf eigenen Beinen stehen will, hält sie sich als Fahrrad-Kurierin in London über Wasser und mit schmerzhaften Sparring-Einheiten beim Kickboxen fit. Es ist schön, dass sich der Einstieg zunächst auf
Lara setzt auf Pfeil und Bogen.
Lara setzt auf Pfeil und Bogen.
Laras mehr oder weniger gewöhnlichen Alltag konzentriert, der mit dem Schlagabtausch im Ring und einer rasanten Verfolgungsjagd auf Drahteseln bereits einen Vorgeschmack auf die Action liefert.  

Dem Vater auf der Spur

Die Lösung eines typischen Tomb-Raider-Rätsels führt Lara schon bald auf die Spur ihres vermissten Vaters und dessen Nachforschungen. Anstatt den väterlichen Aufforderung per Video-Nachricht zu folgen und sämtliches Material zu vernichten, macht sie sich stattdessen über einen Zwischenstopp in Hong Kong auf den Weg zur mysteriösen Insel. Kennern der Vorlage wird auffallen, dass man die Anzahl an Figuren deutlich reduziert hat: Hier gibt es keinen Dr. James Whitman mehr, der im Spiel noch als Archäologie-Mentor für die aufstrebende Abenteurerin fungierte. Auch für Laras beste Freundin Samantha Nishimura oder die mehrköpfige Schiffscrew war in der Verfilmung kein Platz mehr. Stattdessen wurde mit dem trinkfesten Kapitän Lu Ren (Daniel Wu) ein neuer Charakter eingeführt und auch Lord Richard Croft (Dominic West) kommt abseits mancher Rückblicke zur Illustrierung des besonderen Verhältnisses zwischen Vater und Tochter eine deutlich größere Rolle zu. Darüber hinaus hat man sich auch für leichte Story-Anleihen beim Spiel-Nachfolger Rise of the Tomb Raider bedient: Sowohl die geheimnisvolle Organisation Trinity als auch eine bestimmte Figur werden im Film bereits aufgegriffen. Wer mit der Handlung des letzten Spiels vertraut ist, dürfte die Wendung am Ende daher nicht als eine große Überraschung, sondern eher als Brücke für eine mögliche Kino-Fortsetzung empfinden.

Das Spiel als Film

Die Szene beim Flugzeug-Wrack hätte auch direkt aus dem Spiel stammen können.
Die Szene beim Flugzeug-Wrack hätte auch direkt aus dem Spiel stammen können.
Trotz leichten Anpassungen und Änderungen am Drehbuch ist es dennoch erstaunlich, wie nah sich Regisseur Roar Uthaug an die Vorlage hält.. Zwar werden manche CGI-Effekte schnell als solche enttarnt, aber die Verantwortlichen für das Szenenbild haben sich das Spiel offenbar ganz genau angesehen und viele Sets sowie Schauplätze entsprechend detailgetreu gestaltet. Nicht nur die Insel-Kulisse und die kurzen Abstecher ins Croft-Anwesen wecken viele Erinnerungen an die Vorlage – auch bei manchen Kamerafahrten und Einstellungen hat man sich eindeutig an der cineastischen Inszenierung des Spiels orientiert, diese sogar teilweise direkt übernommen.


Kommentare

Schnurx schrieb am
[*]
Solidussnake hat geschrieben: ?
26.03.2018 22:42
Film gesehen und für gut befunden. Schönes Popcorn Kino, gute Action und sogar ein paar nette Einfälle, z.B. die Auflösung des Mysteriums und was es damit auf sich hat. Auch war der Film für ab 12 recht brutal, schön das es nicht weichgespült wurde. Definitiv die beste Spielverfilmung bislang und besser als die beiden Jolie Teile. Haters gonna hate. Er wird wohl laut Forbes bei ca. 300 Millionen weltweit landen. Bei 94 Millionen Produktionsbudget schafft es der Film also knapp auf +- 0. Hoffentlich kann sich das Studio zu Teil zwei durchringen, ich würde ihn mir geben.
Kann ich mich anschließen. Habe ihn mir im Kino mit meiner Tochter (11.5) angesehen, die war auch sehr angetan. Gute Unterhaltung auf jeden Fall. Fand es teils sehr schön, wie Elemente des Spiels umgesetzt wurden. Allerdings hat mir im Vergleich mit dem Spiel irgendwie etwas "Mittelteil" gefehlt. Hat sich angefühlt, als ginge es nach recht langer Einleitung direkt ins Finale.
Die Hauptdarstellerin war sehr passend. Goggins als Oberschurke ist leider doch deutlich unter seinem Können geblieben, aber vielleicht kommt mir das auch nur so vor, weil ich in aus Justified als hervorragend in Erinnerung habe.
Usul schrieb am
M1L hat geschrieben: ?
27.03.2018 03:45
Den Trailer habe ich auch gesehen. Ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst. Fühlt sich ein bisschen an, wie mit einem 6 Jährigen zu diskutieren. Wir drehen uns hier schon seit einigen Beiträgen im Kreis und keine Besserung in Sicht. Aber wenn es dir so wichtig ist, das letzte Wort zu haben, dann nur zu.
Ja, es ist sogar von entscheidender Bedeutung für mich, das letzte Wort zu haben.
Abgesehen davon: Wenn du sagst "Ich verstehe nicht ganz", dann ist es naheliegend, daß ich wieder darauf eingehen muß. Dafür muß ich nicht 6 Jahre alt sein. (Ich bin 11 Jahre alt, wie ich in einem anderen Thread zu Protokoll gegeben habe.)
Und da du es nicht verstehst, zum 34. Mal: Die zig Privatbilder, die du posten kannst, spielen keine Rolle, wenn die Frau im Film halt nicht so knabenhaft aussieht, sondern einigermaßen der fiktiven Figur ähnelt. Und das ist doch ganz offensichtlich der Fall - IM FILM! NICHT IN DER REALITÄT!
Joaquin Phoenix sieht z.B. auch nicht 100%ig wie Johnny Cash aus. Die Ähnlichkeit zwischen Russel Crowe und John Forbes Nash sieht man auch nicht auf den ersten Blick. Und trotzdem sind es ansehnliche Leistungen in den jeweiligen Filmen, in denen sie dem jeweiligen Original ähnlich genug sind, um den Film zu tragen.
M1L schrieb am
Usul hat geschrieben: ?
26.03.2018 02:04
M1L hat geschrieben: ?
26.03.2018 01:23
Du "findest", dass es "ganz OK" aussieht. Ich sehe das nicht so. Vielleicht akzeptierst du einfach, dass wir unterschiedlicher Meinung sind, anstatt so großspurig zu antworten. Außerdem hast du ein paar Beiträge vorher erst geschrieben, dass du den Film genauso wenig gesehen hast wie ich.
Nur das Problem ist: Ich sage das ausgehend vom Filmeindruck (vom Bild, von Ausschnitten), während du das ausgehend von Privatbildern sagst. Wird dir der Unterschied in dem Punkt nicht klar?
Natürlich können wir unterschiedlicher Meinung sein, aber wenn ich den Eindruck habe, daß deine Meinung doch recht unverständlich ist, wirst du mir nachsehen, wenn ich die dann nicht einfach unkommentiert stehen lasse.
Verstehst du, was eine Verdeutlichung anhand eines Beispiel ist? Das Bild war genau das und sollte ihre Figur zeigen, worauf sich mein Argument stützt. Man könnte auch noch unzählige mehr zeigen, aber wozu. So sieht die Frau nun mal aus. Da kannst du noch so oft "PRIVATBILDER" schreien. Den Trailer habe ich auch gesehen. Ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst. Fühlt sich ein bisschen an, wie mit einem 6 Jährigen zu diskutieren. Wir drehen uns hier schon seit einigen Beiträgen im Kreis und keine Besserung in Sicht. Aber wenn es dir so wichtig ist, das letzte Wort zu haben, dann nur zu.
Solidussnake schrieb am
Film gesehen und für gut befunden. Schönes Popcorn Kino, gute Action und sogar ein paar nette Einfälle, z.B. die Auflösung des Mysteriums und was es damit auf sich hat. Auch war der Film für ab 12 recht brutal, schön das es nicht weichgespült wurde. Definitiv die beste Spielverfilmung bislang und besser als die beiden Jolie Teile. Haters gonna hate. Er wird wohl laut Forbes bei ca. 300 Millionen weltweit landen. Bei 94 Millionen Produktionsbudget schafft es der Film also knapp auf +- 0. Hoffentlich kann sich das Studio zu Teil zwei durchringen, ich würde ihn mir geben.
ronny_83 schrieb am
Usul hat geschrieben: ?
25.03.2018 23:23
Wenn du das nachholst, wirst du feststellen, daß es nicht unbedingt eine 100%ige körperliche Übereinstimmung zwischen dem Schauspieler und dem fiktiven Vorbild geben muß, um eine gute bis sehr gute Charakterisierung zu erreichen. Und es gibt genügend andere Beispiele, die das ebenfalls bestätigen.
Bei Joker geht es meist auch mehr um das Inhaltliche, was verkörpert werden muss. Und da haben schon sehr viele gute Arbeit geleistet. Bei Lara Croft gibt es nur wenig Inhaltliches. Die Figur ist durch ihre Erscheinung berühmt geworden. Generell stimme ich aber zu, dass ein Schauspieler kein 1:1-Abbild sein muss. Vikander kann im Film eine gute Lara Vroft abgeben. Eine Identifikationsperson wird sie wohl aber nicht. Das Verbesserungspotential (optisch) ist da noch zu groß.
schrieb am