4Sceners: MAiN October Splash - Echtzeitkönige der Wellen - Special - 4Players.de

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von Bobic

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4Sceners (Sonstiges) von 4Players
MAiN October Splash - Echtzeitkönige der Wellen
Sonstiges
Entwickler: 4Players
Publisher: -
Release:
kein Termin
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Spielinfo Bilder Videos


MAiN October Splash - ein ungewöhnlicher Name für eine Szeneveranstaltung, da diese doch normalerweise auf die Jahreszahl hinter dem Event-Namen setzen. Der Titel wurde jedoch bewusst gewählt. H2o, Hauptorganisator dieses Treffs der Demoszene, hat in diesem Jahr einen ganz besonderen Schauplatz für sein Meeting an Land gezogen: Eine Hotel-Lobby, einen Swimmingpool und Computertische, die im Sand postiert sind. Tatsächlich fand die 2012er Ausgabe der MAiN-Party in einem Hotel statt, genauer gesagt im "La Plage" in Avignon. Ein Novum, denn bislang durften sich die Echtzeit-Computerkünstler nicht in einem solchen Ambiente treffen. Man konnte also ein bisschen Coden, zwischendurch eine Runde im Pool plantschen, Drinks genießen und den tollen Live-Acts lauschen. In zwei auf YouTube veröffentlichten Videos lassen sich die tolle Location und Stimmung bewundern (Video 1, Video 2). Dem Fünf-Sterne-Programm standen die auf der MAiN 2012, so wollen wir die Party einfach mal nennen, veröffentlichten Computerwerke in Nichts nach. Mit Gruppen wie Cocoon, X-Men, Spöntz, Nooon oder T.R.S.I. waren die Wettbewerbe prominent besetzt. Natürlich wollen wir euch auch von dieser Veranstaltung die Werke präsentieren, die wie die Könige auf den Wellen dahinritten.




Glamour Guns / Cocoon (Demo, 1st at Main 2012)

Beim Design scheinen sich Demos von Cocoon in den letzten 15 Jahren kaum zu verändern. Sie sind nun mal Spezialisten in Sachen 3D, setzten auf ausufernde Kameraflüge durch Tunnel und Räume, würzen ihre Shows mit einere gesunden Prise Horror und zelebrieren all dies mit einer unnachahmlichen Leidenschaft. Glamour Guns ist nach ein paar Jahren des Wartens ihr neuester Streich - und fährt exakt auf der bekannten Schiene mit. Was hat sich in der Zwischenzeit getan? Natürlich gibt es eine neue 3D-Engine. Die zaubert fantastische 3D-Kunst auf den Bildschirm, bei welcher immer wieder Assoziationen zu den Spielen von id Software erwachen. Auch gibt es wieder ein paar monströse Fratzen zu begutachten, die von der Kamera ausgiebig umrundet werden. Aber all dem pompösen 3D-Schnickschnack zum Trotz, dieses Mal springt der Funke nicht wirklich über. Das liegt zum einen an der sterilen Kameraführung. Dieses Mal gibt es keine Überraschungen. Man fliegt durch die imposant gestalteten Tunnel, hier und da wechselt die Ansicht. Danach geht's in einen Raum der ein bisschen rotiert und umkreist wird. Mehr ist eigentlich nicht drin. Weiterhin versagt Willbe - eigentlich zum bisher allerersten Mal - bei der musikalischen Begleitung. Die elektronischen Passagen passen weder von der Arrangierung, noch vom Klang selbst wirklich gut zum Gezeigten, während die plötzlich einsetzenden Gitarrenriffs durch den Stilwandel jeden Ansatz von Atmosphäre zunichte machen. Gesamt gesehen ist der Soundtrack zu Glamour Guns nicht schlecht, aus zwei Stücken eins zu machen war aber keine gute Idee. So bleibt es also beim kurzen 'Eye-Candy'. Länger in Erinnerung bleibt Glamour Guns leider nicht. Achtung: Der Download der Demo wiegt knapp über 200MB schwer!



Electronic Bang / X-men (Demo, 2nd at Main 2012)

In Electronic Bang ist einfach alles eckig. Würfel tauchen im Rudel auf und werden, physikalisch korrekt, im altbekannten eckigen Raum durchgeschüttelt. Anschließend werden besagte Objekte durch den Shader-Wolf gedreht und ehe man sich versieht scrollen die Greetings vorbei und die kantige Vorführung ist vorbei. Electronic Bang zeigt leider nicht viel. Aber das, was es zu sehen gibt, macht Laune. Speziell am Schluss, wenn die Seitenfläche des Würfelzimmers mit pulsierenden Waben überzogen werden, kommt Stimmung auf. Der Hunger auf mehr wird jedoch nicht mehr gestillt.



Electroscopia / Spöntz (Demo, 3rd at Main 2012)
Electroscopia ist keine große Demo. Nicht allzu fett, von einer Gruppe, die meist recht gute Kost abliefert, aber nicht wirklich zu den ganz, ganz großen Big Player der Demoszene zählt. Dennoch ist dieses simple Werk die bislang beste Demo der Spanier. Electroscopia hat uns mit seiner unglaublichen Atmosphäre fest umschlungen und nicht mehr losgelassen. Spöntz schicken uns mit dieser Demo in ihre eigene, elektrifizierte Welt. Sie besteht aus Punkten. Überall glimmert und glitzert es, es rauschen Signale durch den Raum, alles ist in ständiger Bewegung. Man hat technisch schon Besseres gesehen. Das hier gezeigte aber, das ist so stimmungsvoll gestaltet, dass die Augen permanent den gesamten Bildschirm nach neuen Geheimnissen abtasten. Electroscopia elektrisiert - auch beim Sound. Alle Szenen wurden perfekt auf den filmähnlichen Soundtrack von Kevin MacLeoad abgestimmt. Zusammen ergibt sich eine Stimmung, die nur wenige Demos erzeugen. Man ist hier Zeuge, wie wichtig das Zusammenspiel zwischen dem was man sieht, und dem was man hört, ist. Wenn das Resultat so faszinierend ist wie hier, dann darf man, trotz dem Verzicht auf Killereffekte, von einer perfekt designten Demo sprechen.



Chevrolet / Nooon (Demo, 4th at Main 2012)
Oh mein Gott, Nooon sind zurück! Endlich scheint Barti, der Programmierer, wieder zur Besinnung gekommen zu sein und versucht wieder, halbwegs vernünftige Sachen zu machen. Das muss er auch, denn Nooon ist schließlich nicht irgendeine Gruppe. Mit der Demo 'Stars - Wonders of the World' haben sie anno 1995 Demo-Geschichte geschrieben. Nun also scheint es einen Neuanfang zu geben. Der ist halbwegs geglückt. Was Chevrolet auf der Haben-Seite hat ist zum einen ein fantastisches Nooon-Logo von Altmeister Ra - dem wohl besten Logo-Künstler aller Zeiten. Nichts hat er verlernt, malt seine Pixel in seinem unnachahmlichen Stil wie schon vor über 18 Jahren. Hören lassen kann sich auch die Musik von Doh, der aber schon besseres abgeliefert hat. Und in Sachen Code? Tja, da liegt der Hund begraben. Denn Chevrolet sieht aus wie eine Demo aus dem Jahr 1999. Klobige Modelle, viele Effektschichten übereinander, ein gar grausiges Font mit welchem ein paar Botschaften geschrieben wurde. Dazu gesellt sich eine recht krasse Farbwahl die nach wie vor davon zeugt, dass Barti in den letzten Jahren ein wenig neben der Spur war und eine Art 'Enfant terrible' der Demoszene wurde. Auf der anderen Seite hat dieses bunte Ding aber auch was. Wir fühlen uns hin- und hergerissen zwischen zwei Welten. Selber anschauen, selber entscheiden!



Piscine Parfaite / Archee (4k Intro, 1st at Main 2012)
Eine einzige Szene, höchst durchschnittliche Musik, keine Abwechslung, kaum Leben in der Bude. Auf die meisten Intros von Archee treffen diese Merkmale zu. Und dennoch schafft es der Ungar so gut wie immer unter die Top 3 auf einer Party, ist meist sogar ganz oben auf dem Treppchen zu finden. So auch mit Piscine Parfaite, seiner neuesten 4k Intro. Natürlich ist auch dieses kleine Ding technisch wieder meisterhaft gemacht. Ein Pool ist zu sehen, dessen Wasseroberfläche sich atemberaubend schön kräuselt. Auch unter Wasser und bei Sonnenuntergang darf man einen Blick auf das faszinierende Nass werfen. Doch wo andere Gruppen mit raffinierten Kamerafahrten glänzen, mit verschiedenen Objekten noch Abwechslung ins Wellenspiel bringen würden, quält Archee den Zuschauer mit gähnend langweiligen Perspektivwechseln und dieser einschläfernden Musik. Nein, wir sind wirklich kein Fan von dieser Intro, müssen objektiv aber anmerken, dass dies hier schon unter die Kategorie "Technik-Surfbrett" eingereiht werden muss.



Gangnam / T.R.S.I. (8k Intro, 2nd at Main 2012)

Hardy und Virgill zum Zweiten. Dieses Mal nicht in 4k, dafür aber mit einem Kilobyte mehr an Gewicht. Der zusätzliche Speck macht hier aber eine wirklich gute Figur. Zum einen, weil die Effekte echt lecker sind und zum Teil mit gestochen scharfen Visuals überzeugen - allen voran die Eröffnungsszene. Und weiterhin, weil Virgill definitiv im 4klang-Universum angekommen ist. Gegenüber seinem ersten Expriment in 'ZUCKZ!' pfeffert er uns dieses Mal wieder eine Melodie um die Ohren, die an seine guten, alten Zeiten auf dem Amiga erinnern. Klassische Synthie-Kost die ins Ohr geht und sofort positive Auswirkungen aufs Gemüt hat. Weil dies auch auf den optischen Genuss zutrifft, kann man hier nur eine klare Empfehlung an alle Intro-Gourmets aussprechen. Bon Appetit!



P.S.: Heute, am 16.10.2012, feiert H2o / Rebels & T.R.S.I. Geburtstag. Nicht nur wir gratulieren dem Hauptveranstalter der MAiN October Splash von ganzem Herzen, sondern auch die Leute vom Demoszene-Portal BitFellas.org. Als kleine Geburtstagsüberraschung haben sie eine Episode ihres BitJam-Podcasts vorbereitet, in welchem sie ihm für seine Verdienste für die Demoszene und für ihre eigene Seite in Form von Musik danken (MP3-Download / CUE-Sheet). H2o hat über Jahre hinweg viel für BitFellas getan, sei es in Form von Logos für die einzelnen Podcast-Episoden, oder andere Projekte. Auch hat er an Dutzenden von Demos, Intros und Videos mitgearbeitet oder gar selbst gestaltet, und damit vielen Menschen auf dieser Welt Freude bereitet. Zuletzt gingen etwa die Co-op Demos mit Farbrausch fr-081: frOzen, fr-069: Booombox und fr-050: Main Invitation 2012 auf sein Konto. Alles Gute, Markus! Und Danke!


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