4Sceners: Deadline 2016 - Berlin im Zauber der Demoszene - Special - 4Players.de

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von Bobic

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4Sceners (Sonstiges) von 4Players
Deadline 2016 - Berlin im Zauber der Demoszene
Sonstiges
Entwickler: 4Players
Publisher: -
Release:
kein Termin
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos

Drei Jahre Deadline - drei Jahre, in denen die Demoszene in Berlin im ORWOhaus ihr Können vorführt. Allzu viele neue Produktionen werden dort nicht gezeigt. Dafür stimmt die Qualität. Das war 2014 so, wurde im darauffolgenden Jahr bestätigt und zeigte sich auch im aktuellen 2016er Jahrgang. Bühne frei für die besten Demos, 4k Intros und Videos, die vom 30. September bis 02. Oktober in unserer Landeshauptstadt für Furore gesorgt haben - und einen extra Dank an die Leute hinter der Party für die wunderschönen Glaspyramiden, welche alle Gewinner überreicht bekamen.



Rhodium / Virgill (4k Intro, 1. Platz)
Einen ziemlich fetten Brummer kriegen wir mit Rhodium auf den Tisch geknallt - obwohl der Dickbatz gerade einmal 4.088 Byte misst, sofern man die FullHD Exe wählt. Virgill hat in dieser 4k Intro nämlich eine ganze Palette an ausgefallenen Shader untergebracht. Mal erinnern diese an klassiche Metaballs, dann erwartet unser Auge Lava-Twister mit faszinierender Oberflächenstruktur oder klassische Mandelbox-Flüge, die jedoch in schönstem Rot pulsieren. So lecker und abwechslungsreich alleine die Optik wirkt, sie ist nicht allein dafür verantwortlich, dass uns dieses mächtige Werk so gut gefällt. Erst die Musik ist es, die Rhodium vom Rohdiamten zu einer echten Atmosphärebombe werden lässt. Ruhig und entspannend wirkt diese, rummst aber auch an den richtigen Stellen was zu coolen Bildschirmwacklern führt und die jeweilige Szene in die andere Richtung boxt. Das wirkt unglaublich cool und stimmungsvoll und ist ein einfacher, aber raffinierter Designtrick der große Wirkung zeigt.


Among the Stars / LJ & Desire (4k Intro, 2. Platz)
LJ beschert uns in diesem Jahr ganz große Intro-Kunst. Among the stars ist bereits sein drittes Werk, das mit abwechslungsreichen und faszinierenden Szenen aufwartet. Dabei beginnt alles so ruhig, so diffus, so nebelig. Es scheint belanglos, was da zu Beginn gezeigt wird. Bis zu dem Moment, als sich dieses Linienkonstrukt aus dem Nebel schält, die Umgebung dabei immer farbenfroher wird und schöne Lichteffekte die milchige Suppe vertreiben. Anschließend entführt uns LJ in fraktale Welten, die dieses Mal gänzlich anders aussehen, mehr an Mades legendäre Blueprints des Todessterns erinnern und sich zu immer neuen geometrischen Formen zusammenschließen. Doch ist Among the stars noch längst nicht am Ende angelangt. Mit Neon-Pyramiden und weiteren Linienspielereien, deren raffinierten Bewegungsablauf die Screenshots nicht wiedergeben können, pumpt LJ die Laufzeit auf über vier Minuten auf - eine stolze Zahl für eine 4k Intro. Das Einzige, was uns nicht vollends überzeugen konnte, ist die musikalische Begleitung, die uns einfach ein wenig zu gelassen und schwach insrumentiert dahinplätschert.


Super Medium / STILL (Demo, 1. Platz)
Wild, zerstückelt, rasant, wackelig, fett, brachial, verwirrend, zerstörerisch, hektisch, cool - Adjektive, die wie maßgeschneidert auf Supermedium von STILL passen. Das, was 1x und Co. hier fabriziert haben, liegt irgendwo zwischen Chaos Theory, Cocoon und einem Experiment aus Fragmenten und zitternder Hand. In Supermedium geht nämlich wortwörtlich die Post ab. Die Kamera ist sowas von 'shaky', detaillierte, richtig schick aussehende 3D-Szenen wechseln sich mit Geflacker und an Grafikfehler erinnerndes Stückwerk ab. Das sieht auf der einen Seite höllisch gut aus, lebt von der rasanten Inszenierung, sorgt andererseits jedoch für Stirnrunzeln. Was STILL aber auch mit diesem Werk wieder schaffen ist, dass man sich Gedanken darüber macht. Dass es in Erinnerung bleibt und dass man es öfters ansehen muss - und auch will. Denn man möchte herausfinden, welche Botschaft diese Demo übermitteln möchte. Man überlegt, was sich die Macher dabei gedacht haben. Und damit macht es schon um einiges mehr richtig, als viele andere Produktionen.

Dark Gods / Gaspode (Demo, 2. Platz)
Gaspode ist immer für eine Überraschung gut. Mr. Creative arbeitet sich Stück für Stück besser in Tooll.io von STILL ein. Wer denkt, das könne seinem Ideenreichtum schaden, der irrt. Denn Gaspode wäre nicht er selbst, wenn er sich nicht mit jedem Release neu erfinden würde. Dieses Mal widmet er den dunklen Göttern 'Zeit, Leben, Schicksal und Geist' ein düsteres, minimalstisches Werk. Das besticht mit perfektem Timing der einzelnen Objekte zur bombastischen Soundkulisse. Trotz düsterer Farbgestaltung ein echtes Atmosphäremonster, perfekt gestylt von Anfang bis Ende.


Spectre / Bitsnbites (Browser 4k Intro, 4. Platz)
Diese kleine, aber feine 4k Intro läuft im Browser, basiert auf WebGL und zeigt schöne Ribbon-Effekte, Lensflares und Farbwechsel, eingehüllt in einen Mantel aus glasklarem Synth. Nicht schlecht für diese Plattform und Größe!


Do Androids Dream of Electric Sheep / Louigi Verona (Video, 1. Platz)

Dieses Video spaltet die Gemüter. Während im ersten Teil, wo der Autor persönlich sich als Roboter-Darsteller versucht, eher in die Trash-Schublade passt, entfaltet das Stück im Anschluss ein ungeheures Kreativitätspotential. Wie auch mein Sohn und ich für unsere Videos, so verzichtet Louigi Verona in seinem Werk vollends auf computergenerierte Effekte. Er spielt Stopmotion-Würfelei, wirft Leuchtstäbe in eine Wanne und baut diese aufwändig zu einem Tunnel zusammen. Auch ein Kaleidoskop verwendet er, wobei er dies auf andere Art macht, als wir es für unser Revision-Video Teleonesis getan haben. Das Ergebnis kann sich jedenfall sehen lassen und überrascht mit ausgefeilter Optik - in allen Szenen. Sogar die kultige Todesstern-Lampe eines schwedischen Möbelherstellers hat hier ihren cool inszenierten Auftritt und passt sich, wie der gesamte Rest, perfekt dem rasanten Soundtrack an. Wenn zuletzt der Vorhang gelüftet wird und alle Szenen im Making of gezeigt werden, hat der Videokünstler nicht nur die Lacher auf seiner Seite, sondern auch den Applaus. Denn wie er an diese Dinge herangegangen ist und was er aus ihnen herausgeholt hat, verdient mehr als nur ein paar Schulterklopfer!


Shimmer / BitFellas (Video, 2. Platz)
Kennt ihr Xoomy? Das ist ein kleiner Kasten mit dem Bilder abgepaust werden können. Ein Spielzeug für Kinder. Genau wie Looping Louie, das Gesellschaftsspiel mit dem Flugzeug, das auch bei Großen für jede Menge Partyspaß sorgt. Das sind die zwei der drei Hauptdarsteller in Shimmer, dem neuesten Video, das mein achtjähriger Sohn und ich erstellt haben. Bei der dritten Hauptattraktion handelt es sich um kleine und große Murmeln und Schusser, die wir mit Hilfe der beiden anderen Geräte inszeniert haben. Wobei von Looping Louie nur der Drehteller verwendet wurde. Mit Hilfe von LED-Lichtern und ein wenig Spülmittel haben wir versucht, ein paar stylische Szenen einzufangen, die letztendlich in Shimmer landeten und zu einem krassen Track des amerikanischen Musikers Tri Angles geschnitten wurden. Falls ihr euch noch fragen solltet, wie die Introsequenz für Shimmer entstanden ist: Wir sind kürzlich in unser neues Haus eingezogen und haben beim Abbau unserer alten Küche hinter einem Schrank etwas viel Staub entdeckt... Schwupps, war mein Sohn auch schon mit seiner Kamera bewaffnet, hat ein paar Lichter platziert und losgefilmt!

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