Serial Cleaner - Test, Action - 4Players.de

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Serial Cleaner (Action) von Curve Digital
Putzen für die Mafia
Stealth-Action
Entwickler: iFun4All
Publisher: Curve Digital
Release:
14.07.2017
14.07.2017
14.07.2017
11.07.2017
30.11.2017
14.07.2017
Spielinfo Bilder Videos

Wer macht eigentlich den ganzen Mist weg, wenn die Mafia mal wieder zugeschlagen hat? Richtig: Der Tatortreiniger. Allerdings darf sich der nebenberufliche "Serial Cleaner" nicht so viel Zeit lassen wie seine Polizeikollegen. Er muss sehr schnell und vor allem ohne aufzufallen alles säubern. Wir haben die turbulente Stealth-Action mit ihrem 70er-Jahre-Flair bereits im Juli für PC, PlayStation 4 und Xbox One getestet - jetzt ist sie für 14,99 Euro auch für Switch erschienen.



Wie Katz und Maus

Der Schnäuzer sitzt, der Anzug ebenso: Aus der Draufsicht bewegt man den schwarz gekleideten Cleaner zu einer Leiche, schultert sie und schleppt sie zum Kofferraum - das war's! Klingt theoretisch einfach, aber es gibt praktisch einige Probleme: Zum einen soll man sich meist um mehrere Leichen sowie kleine Sonderaufgaben kümmern, so dass man vielleicht spezielle Gegenstände finden oder Blutspuren beseitigen muss. Zum anderen tummeln sich am

Die Leiche muss per Huckepack zum Auto gebracht werden und landet im Kofferraum.
Die Leiche muss per Huckepack zum Auto getragen werden.

frisch entdeckten Tatort auch Polizisten, die einen sofort jagen, sobald sie einen sehen - dann heißt es Game Over.

Also gilt es auf dem Weg zur Leiche den orangen Sichtradien ausweichen, indem man natürliche Deckung wie Wände oder Schränke ausnutzt; außerdem kann man in grün markierte Verstecke fliehen. Weil die Polizei häufig abrupt die Route sowie Perspektive ändert und die Areale recht klein sind, entwickelt sich ein höchst turbulentes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem man ratzfatz gefangen wird. Der Cleaner kann sich weder gegen den Zugriff wehren noch sprinten, wegrollen, schleichen oder ducken. So entsteht extrem simple Stealth-Action, die während der Flucht zum Auto fast arcadige Züge à la Pac-Man annimmt, zumal die Polizei immer schneller ist.

Wie soll man hier bloß in Ruhe sauber machen? Per Schultertaste schmeißt der Cleaner der Blutsauger an.
Wie soll man hier bloß in Ruhe sauber machen? Per Schultertaste schmeißt der Cleaner der Blutsauger an.



Tatort & Error

Der einzige Schwierigkeitsgrad ist schon zu Beginn recht knackig und sorgt für viel Trial&Error, denn man darf sich keine Fehler erlauben. Wird man z.B. beim Wegtragen der dritten Leiche erwischt, muss man den kompletten Abschnitt nochmal bereinigen. Zwar wird die folgende Anordnung von Toten und Beweisen frisch durchgemischt, trotzdem nervt das ewig gleiche Katz-und-Maus-Spiel recht schnell, weil es kaum taktische Alternativen oder Abwechslung gibt - die optimale Route und Tempo sind Trumpf. Die einzige visuelle Hilfe ist die einblendbare Übersicht, denn nur so kann man den kompletten Tatort aus erhöhter Perspektive überblicken, um sich Fundorte, Verstecke, Laufwege und Sichtkegel einzuprägen. Aber Vorsicht: Während man studiert, darf man sich nicht bewegen - die Polizisten hingegen schon.

Auch wenn das Artdesign mit seinen Pastellfarben auf den ersten Blick durchaus charmant ist und das Flair der 70er Jahre verströmt, hat man sich hier wesentlich schneller sattgesehen als etwa in Hotline Miami. Das liegt auch daran, dass sich bis auf die Figuren kaum etwas bewegt und alles recht statisch wirkt. Die Designer haben zudem eine Vorliebe für das Abstrakte, so dass man sich wie in einem architektonischen Diorama vorkommt -

Die Übersicht zeigt grüne Verstecke und rote Leichen bzw. Beweise.
Die Übersicht zeigt grüne Verstecke und rote Leichen bzw. Beweise.

blöd nur, dass man trotzdem an so manchen Ecken und Kanten hängen bleibt. Auch das "Blutsaugen" ist aufgrund der geforderten geraden Bewegungen eine eher hakelige als intuitive Anglegenheit.

Zwar bemüht sich die Kampagne um einen erzählerischen Zusammenhang samt Hauptquartier - der Cleaner lebt bei seiner Mutter, die ihm Pfannkuchen macht, während sich die Mafia am Telefon mit Aufträgen meldet. Aber bis auf einige süffisante Momente hat die Story mit ihren schnöden, komplett deutschenTexteinblendungen nichts zu bieten. Auch spielerisch gibt es keinerlei Entwicklung von Fähigkeiten oder Ähnliches, sondern lediglich noch mehr Hürden: In manchen Herausforderungen darf man als Betrunkener mit verzerrter Sicht loslegen oder muss auf die Sichtlinien der Polizei verzichten. Für thematische Abwechslung sorgen lediglich einige Bonusaufträge, die von Filmen inspiriert sind: Es gibt Levels, die an Taxi Driver ("Taxi Cleaner"), Uhrwerk Orange ("Fruit and Gear"), Star Wars Episode 4: Eine Neue Hoffnung ("Star Dusting", Cantina-Szene) oder Alien angelehnt sind.

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