ChromaGun - Test, Geschicklichkeit - 4Players.de

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ChromaGun (Geschicklichkeit) von Pixel Maniacs
Splatoon trifft Portal
Puzzlegames
Entwickler: Pixel Maniacs
Publisher: Pixel Maniacs
Release:
16.02.2016
2017
22.01.2018
Spielinfo Bilder Videos
Ein Knobelausflug durch diverse Testkammern? Ausgestattet mit einer ganz besonderen Hightech-Kanone? Das klingt sehr vertraut! Und tatsächlich vermittelt ChromaGun aufgrund der offensichtlichen Parallelen zu Portal zunächst das Gefühl, einen weiteren Klon des großen Vorbilds zu spielen. Doch der erste Eindruck täuscht, denn das deutsche Entwicklerteam Pixel Maniacs liefert in seinem Farben-Puzzler neben den Gemeinsamkeiten noch viele eigenständige Ideen, die man nach der PC- und PS4-Veröffentlichung jetzt auch auf Nintendos Switch erleben darf...

Der kleine Bruder von GlaDOS

Selbstverständlich lässt das Déjà-vu nicht lange auf sich warten, wenn man in Ego-Sicht mit einer Wumme durch Testkammern voller Umgebungsrätsel wandert und dabei von einer Stimme aus dem Off begleitet wird, die wie schon bei der PS4-Version mittlerweile auch Deutsch spricht, während es bei der ursprünglichen Version auf dem PC aus dem Jahr 2016 nur einen englischen Sprecher gab. Die eifert mit zynischen sowie sarkastischen Bemerkungen einer gewissen KI namens GlaDOS nach und lacht mich als Spieler nach einem tödlichen Fehler auch gerne mal hemmunglos aus. Oder sie weist mich in meiner Denkphase darauf hin, dass einfaches Rumstehen eigentlich nicht zum Test gehört und ich mich doch besser nach der Tür umsehen soll, die mit den Buchstaben E, X, I, T gekennzeichnet ist.

Blau
Wird die Kugel blau eingefärbt, wird sie umgehend vom blauen Abschnitt an der Wand angezogen.
Die Qualität des überragenden Vorbilds wird zwar weder auf Englisch noch Deutsch erreicht, doch man muss trotzdem immer wieder schmunzeln, wenn sich der Erzähler zu Wort meldet. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem er anfängt, sich zunehmend mit den gleichen Sprüchen zu wiederholen.

Farben statt Portale

Das Spielprinzip ist ähnlich leicht durchschaut wie bei Portal. Allerdings verschießt man mit dieser Kanone hier keine Portale, sondern Farbkugeln. Darf man Gegenstände und Wände in den ersten Leveln lediglich mit Gelb einfärben, gesellen sich bald auch die beiden restlichen Primärfarben Rot und Blau dazu, zwischen denen man umschalten kann – vergleichbar mit Munitionstypen. Doch damit nicht genug, denn auch die Mischung macht's: Wer z.B. zuerst die gelbe Farbe auf eine Stelle schießt und mit einem blauen Schuss nachlegt, färbt sie schließlich grün. Einfache Farbenlehre halt. Spätestens, wenn es irgendwann etwas hektischer zugeht, darf man froh sein, das alte Wissen aus dem Kunstunterricht wieder aufgefrischt zu haben.

Manchmal wird es auch hektisch - etwa, wenn man schnell vor einem Feuer fliehen muss.
Manchmal wird es auch hektisch - etwa, wenn man schnell vor einem Feuer fliehen muss.
Am Anfang entpuppt sich ChromGun aber noch als ein gemütlicher und gefahrenloser Spaziergang, bei dem die grauen Zellen mit kleinen Kombinationsaufgaben langsam aufgewärmt werden. Hier folgt man einer simplen Regel: Objekte in einer gleichen Farbe ziehen sich gegenseitig an. So räumt man die grüne Kugel, die den Zugang versperrt, einfach aus dem Weg, indem man die nahe gelegene Wand ebenfalls grün färbt. Also alles ganz einfach. Komplizierter wird es, wenn man die Objekte gezielt zu Schaltern manövrieren muss, aber nicht einfach jede Wand anstreichen darf. Oder wenn die Objekte, die man einfärben muss, aggressiv auf den Beschuss reagieren und mich anschließend attackieren. Oder Wände, die nach kurzer Zeit die Farbe einfach wieder wegwischen. Ja, die Entwickler haben sich in den meist klasse designten Leveln viele Probleme und Herausforderungen einfallen lassen, um das einfache Spielprinzip mit durchaus komplexen Aufgaben zu kombinieren. Wird man später mit elektrisierten Bodenplatten, undurchdringlichen Kraftfeldern und dem sinnvollen Vorausplanen mehrere Schritte konfrontiert, während gleichzeitig auch noch Timing sowie Farbmischungen stimmen und die Verfolger zum gewünschten Ziel gelockt werden müssen, ist einerseits Denkvermögen gefragt, andererseits auch Hektik vorprogrammiert.

Ab in die Sackgasse

Im Dunkeln fällt es etwas schwerer, die Farben richtig zu erkennen.
Im Dunkeln fällt es etwas schwerer, die Farben richtig zu erkennen.
Misserfolge stehen bei dieser Spielerfahrung auf der Tagesordnung. Schnell hat man aus Versehen im Stress die falsche Farbmischung an die Wand gespritzt oder sich selbst in einem Raum gefangen. Während man bei Portal häufig die Gelegenheit bekommt, Fehler etwa durch das Anfordern eines frischen Würfels mit einem Neuversuch zu korrigieren, landet man hier deutlich häufiger in Sackgassen, die den Neustart des Levels erfordern. Entsprechend läuft das Knobeln hier vermehrt in ein mitunter nerviges Trial & Error hinaus, das auch bei den vereinzelten Fluchtsequenzen das Geschehen dominiert.

Gerade in späteren Abschnitten, in denen der Kopf angesichts der Herausforderungen schon mal etwas stärker raucht, können diese Sackgassen hin und wieder frustrierend sein. Dazu gesellt sich das schwankende Niveau der Herausforderungen: Anstatt den Schwierigkeitsgrad kontinuierlich zu steigern, springt man zu oft zwischen komplexen und kinderleichten Lösungen hin und her. Schön dagegen, dass man es auch in höheren Stufen immer noch schafft, mit neuen Spielelementen oder Situationen zu überraschen – etwa Platten auf dem Boden, die sich ebenfall einfärben lassen oder Abschnitte in der Dunkelheit, in denen es deutlich schwerer fällt, die Farben im Kegel der Taschenlampe überhaupt richtig zu erkennen.

Kommentare

Sirius Antares schrieb am
Krulemuk hat geschrieben: ?
23.01.2018 07:12
Talos ist besser, aber wer Talos mag wird auch ChromaGun mögen. Einfach mal ausprobieren ;)
Ich liebe Talos und mag Portal.
Aber schade, dass die Switch-Version mal wieder unverhältnismäßig teurer ist, als die Steam-Version (19,99? vs. 12,99?)
Krulemuk schrieb am
Talos ist besser, aber wer Talos mag wird auch ChromaGun mögen. Einfach mal ausprobieren ;)
Usul schrieb am
statler666 hat geschrieben: ?
22.01.2018 21:38
Das kann doch nicht besser sein als mein geliebtes Talos, oder?
Nicht mal im Ansatz, keine Sorge.
Aber dennoch ganz nettes Spielchen.
statler666 schrieb am
Das kann doch nicht besser sein als mein geliebtes Talos, oder?
Krulemuk schrieb am
Ich habe es schon auf steam gespielt und würde nur für eine Retailversion nochmal zugreifen.
schrieb am

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