Test: We Sing

07.12.2009, Autor: Michael Krosta

Musikspiel für Nintendo Wii






Video: We Sing: You Sing... I Sing..., Debüt-Trailer



Summ-Singsang

Na also, es geht doch: Obwohl mit der Middleware von Voxler teilweise die gleiche Technologie verwendet wird wie beim grausigen U-Sing, funktioniert die Stimmerkennung bei We Sing deutlich besser. Wirklich gut macht sie das deshalb aber noch lange nicht, denn es reicht meist schon ein einfaches Summen, um Traumwertungen für die Gesangsperformance zu bekommen. Nur im höchsten der drei Schwierigkeitsgrade muss man sich etwas mehr anstrengen und es wird auch etwas mehr Wert auf die richtige Tonhöhe bei den 30 Songs gelegt. Besonders üppig fällt die Auswahl damit auch hier nicht aus, zumal es auch keine Möglichkeit zu Medleys gibt. Doch dafür kann man sich zumindest in einer Playlist seine Wunschkandidaten zusammenstellen. Im Gegensatz zur Konkurrenz verzichten die schwedischen Entwickler auf die typischen Quotensongs aus Deutschland, sondern bieten ausschließlich internationale Künstler von Lilly Allen ("The Fear") über die Pussycat Dolls ("Don't Cha") bis hin zu aktuellen Chart-Stürmern wie Lady Gaga ("Pokerface"). Auch Klassiker wie "Country Road" (John Denver), "Delilah" (Tom Jones) sowie "One Way or Another" (Blondie) haben den Weg in die Liste gefunden. Zusammen mit Elton Johns "Don't Go Breaking My Heart" und "Loco-Motion" von Kylie Minogue können diese fünf betagteren Songs im Gegensatz zum Rest allerdings nicht mit einem Original-Musikvideo aufwarten - stattdessen haben die Entwickler selbst meist passende Motive gefilmt oder fackeln wie bei Blondie einfach eine Effektshow im Hintergrund ab. Gerade verglichen mit U-Sing empfinde ich die Auswahl an Tracks hier als sehr viel angenehmer, obwohl es auch hier Ausreißer gibt. Wie gewohnt hat man die Auswahl zwischen der normalen und einer verkürzten Version. Leider hat man keine Möglichkeit, sich seine Leistungen im Anschluss noch einmal anzuhören. Auch das Erweitern der Musiksammlung mit einem Online-Store ist nicht möglich. Gleiches gilt für das Hochladen einer Highscore, denn diese wird nur lokal gespeichert. Schade, dass auch Nordic Games die Online-Möglichkeiten auch hinsichtlich Community-Features vollkommen ignoriert...

Quartett

Als Ausgleich sorgt man zumindest dafür, dass in den eigenen vier Wänden Partystimmung aufkommt, denn hier dürfen bis zu vier Sänger mit eigenen Mikrofonen gleichzeitig loslegen. Da die Wii bekanntlich nur zwei USB-Ports bietet, liegt dem Spiel ein Hub bei, mit dem man bis zu vier Geräte anschließen kann. Damit auf dem Bildschirm nicht das Chaos mit zig Tonhöhen-Linien ausbricht, hat man sich dazu entschieden, schon bei zwei Spielern nur einen Indikator anzubieten, der für alle gültig ist. Ausnahmen bilden hier lediglich echte Duette mit zwei unterschiedlichen Stimmlagen, bei denen jeder Spieler wie gewohnt seine eigene Spur bekommt. Der Übersicht kommt dieses Verfahren sicher zugute, doch gerade mit vier Sängern vermisst man das visuelle Feedback, wie gut oder schlecht man sich gerade schlägt und wo man die Fehler macht. Einzig der Blick auf den Punktestand ist ein Indiz für die eigene Leistung. Wer aber glaubt, bei Songs wie "Don't Cha" auch für Rap-Einlagen Punkte zu bekommen, hat Pech gehabt: Zwar darf man sich auch beim Sprechgesang versuchen, doch wird dieser weder erfasst noch mit Punkten belohnt.

Modi-Auswahl

Neben Solo-Einlagen und dem üblichen Duett oder Duell hat man auch an Partyspiele gedacht, bei denen man entweder kooperativ miteinander oder gegeneinander singt. Zusätzlich gibt es einen Gruppenwettbewerb, bei dem bis zu vier Sänger in zwei Teams gegeneinander antreten. Hat man nur ein Mikro zur Hand, ist der Modus "Mikroweitergabe" die richtige Wahl. Eine nette Variante ist zudem die Herausforderung, als erster Spieler die Marke von 5000 Punkten zu erreichen. Im Gegensatz zu U-Sing hat man sich hier sehr viel mehr Gedanken gemacht, wie man auch eine ganze Gruppe unterhalten und dabei auch für etwas Abwechslung sorgen kann. Wer nur zum Spaß und ohne Leistungsdruck sowie Tonhöhen-Linien singen möchte, kann sich dagegen im klassischen Karaoke-Modus austoben, in dem lediglich der Text eingeblendet wird. Dieser ist nebenbei ein guter Ersatz für die fehlende Jukebox-Option. Gelungen ist zudem die Navigation durch die Menüs, bei denen man sich offensichtlich am PS3-SingStar orientiert hat, denn genau wie bei der Sony-Serie setzt schon das Video ein, sobald man mit den Tasten oder durch die Neigung der Remote das entsprechende Cover ansteuert. Auch die individuelle Anpassung der Oberfläche aus vorgefertigten Mustern kennt man bereits von dort.

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  Fazit