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Red Steel
Ego-Shooter
Entwickler: Ubisoft Paris
Publisher: Ubisoft
Release:
07.12.2006
Spielinfo Bilder Videos
Wer familiengerechte Partyspiele sucht, wird mit Nintendos neuer Konsole gut bedient. Aber wie sieht es aus mit Unterhaltung für Erwachsene? Mager. Aber es gibt sie: Katana und Colt, Schrotflinte und Uzi - Red Steel verspricht exklusive Action, speziell für den Wii konzipiert. Kann die neue Steuerungstechnik begeistern? Wir haben uns durch Horden von Yakuza und Gangstern gekämpft.

Das Problem: der Schwiegervater

Wer verlobt sich freiwillig mit einer Yakuza-Tochter? Und dann noch mit einer, deren Vater die Fahne des gerechten Kriminellen hoch hält? Ihr. In Red Steel bleibt euch keine Wahl, als die blutigen Konsequenzen eures asiatischen Techtelmechtels auszukämpfen. Als unfreiwilliger Held mit Katana, Pistole, Uzis und Granaten. Statt besinnlicher Sushi-Abende erwartet euch beim ersten Besuch des angehenden Schwiegervaters gleich ein projektilreicher Empfang. Der
Mit Tanto und Katana gegen die Yakuza: Die Schläge werden über die Bewegungen von Nunchuk und Remote im Raum simuliert. 
ergraute Boss soll von rivalisierenden Yakuza beseitigt werden. Und irgendwie scheint sein mysteriöses Katana "Giri" im Zentrum des Interesses zu stehen. Oder warum will man es nach Japan ausfliegen?

Wie auch immer: In Red Steel gilt es fortan, den Vater zu schützen, die Tochter zu befreien, die Feinde zu töten. Und das im Dutzendpack, Level für Level, von Hotels und Garagen über Bars und Gassen, in Saunen und Kellern, auf Dächern und in Fluren, in Hangars und Dojos - die Abwechslung der Locations ist groß. Aber schnell wird deutlich, dass der Wii hier kaum Grafikmuskeln zeigt: Statt flirrender Lichtschächte oder bewegter Schatten gibt es hier sehr viel Statik in der Beleuchtung. Nur hier und da dampft, qualmt und zischt es. Der Wii deutet beim Funkenflug zerschossener Lampen, Flaschen und Neonreklame immerhin an, dass er mehr kann. Ansonsten: Matschige Texturen, kaum Hingucker, eben keine Next, sondern New Generation mit grafischem Durchschnitt. Auch wenn das Detail angesichts der Konzernphilosophie nicht im Mittelpunkt steht, hätte wenigstens das Drumherum edler designt sein können.

Max Payne für Arme

Die coolen Menüs mit ihren blinkenden japanischen Schriftzügen sind noch viel versprechend. Aber wer angesichts des asiatischen Themas eine packend servierte Tour de Yakuza erwartet, wird von der sterilen Präsentation enttäuscht. Statische Comic-Collagen, die ein wenig an Max Payne erinnern mögen, aber weit unter dessen erzählerischem und künstlerischen Niveau präsentiert werden, verbinden die Missionen. Eine Graphic Novel kann cool sein, Zeichnungen können Stimmung vermitteln, aber dieser Stil ist nicht ausdrucksstark genug - er wirkt sogar billig, wenn Autos reingeschoben werden. Schade, denn Red Steel hätte genug stylische Ansatzpunkte geboten, das asiatische Thema packender zu servieren.

Die Story ist gerade zu Beginn mager, die Stimme der Verlobten zirpt schrill, man erfährt fast nichts über den Helden oder seine rot gewandete Lady Miyu und wird ohne packende Zwischensequenzen durch das Abenteuer gelotst. Wer von einem Shooter ein erzählerisches Fundament verlangt, wird hier ebenso wenig satt werden wie jemand, der sich in erster Linie für technisch hochklassige Action interessiert. Aber es gibt ab Tokyo einen Aufwärtstrend: Plötzlich hat man ein Hauptqaurtier im Keller einer Bar, mehrere Ansprechpartner und wird tatsächlich neugierig auf das Geheimnis des Schwertes. Warum wollen
Auch mit Schusswaffen von der Uzi über Pumpguns bis hin zu Sturm- und Scharfschützengewehren gehts zur Sache.
die Yakuza das Familienerbstück in ihre Finger kriegen? Und: Die Kulissen sind in der japanischen Hauptstadt einen Tick stimmungsvoller - der polierte Boden des Dojos glänzt mit Spiegelungen, die Straßen locken mit schriller Neonwerbung. Man hat plötzlich mehr Lust auf den Krieg mit Colt und Katana. Das liegt auch an der wirklich gelungenen Musik: Sie passt sich dynamisch allen Schussduellen an, wird in Tokyo von einheimischen Klängen bereichert und auch viele deutsche Sprecher sind gut gewählt. Nur bei den Kommentaren der Feinde geht's wieder abwärts: Wie oft muss man da Gaijin, Mörder & Co hören?

Grau umrandeter Scherenschnitt

Es sind kleine Brüche, die das Spiel trotz einiger guter Ansätze nicht wie aus einem Guss wirken lassen. Die Figuren wirken mit ihren grauen Konturen z.B. wie künstlich ins Spiel geklebt, Mimik und Gestik spielen eine ebenso marginale Rolle wie plastische Texturen oder komplexe Animationen. Gerade in den Dialogszenen zeigt Red Steel Schwächen von der fehlenden Lippensynchronität bis hin zu zittrigen Körperhaltungen. Schade ist auf lange Sicht das Klonen: Viel zu schnell tauchen gleich angezogene, gleich bewaffnete Typen auf, die ihr nacheinander niedermähen könnt.

Trotzdem hat Red Steel seine guten Momente, seine stimmungsvollen Szenen: Wenn man sich durch die wabernde Sauna ballert, auf einem Hinterhof einen Wagen nach dem anderen in die Luft jagt, Scheiben in tausend Splitter aufgehen lässt oder in einer Autowaschanlage vom Rücksitz eines Jeeps ballert, während man langsam Richtung Schaumbad tuckert - dann kommt Spaß auf. Man kann Flaschen zerschießen, Kisten in Trümmer legen, Kleinflugzeuge zerstören, Fässer und ganze Tankwagen detonieren lassen. Die gleißenden Explosionen und die Neonlichter sind die kleinen Highlights in einer ab und an dichten, aber alles andere als beeindruckenden Spielwelt, die ihre Figuren wie Scherenschnitte über eine Actionbühne laufen lässt. Sollte Nintendo nicht auch ein Interesse daran haben, dass man einfach mal in einem Actionspiel wie diesem die Power der Konsole zeigt, die theoretisch den GameCube mit seinem Resident Evil 4 in den Schatten stellen müsste?
       

Kommentare

  • Die Story hätte mich ja interessiert, aber leider fand ich die Steuerung nicht gelungen. Da kann ich ja noch besser mit GC/Xbox oder PS2 Controller zielen. Ich fand die Steuerung leider zu schwammig. Und deshalb habe ich es nicht durchgespielt. Hatte einfach keinen Spass damit. Bei Metroid  [...] Die Story hätte mich ja interessiert, aber leider fand ich die Steuerung nicht gelungen. Da kann ich ja noch besser mit GC/Xbox oder PS2 Controller zielen. Ich fand die Steuerung leider zu schwammig. Und deshalb habe ich es nicht durchgespielt. Hatte einfach keinen Spass damit. Bei Metroid war es besser gelöst, aber wie ich finde auch nicht optimal spielbar. Die Maus ist ganz klar der Sieger, aber ich spiele jetzt auch schon jahrelang Konsolenshooter mit Pad, und war damit auch zufrieden. Aber die Steuerung auf der WII finde ich nicht gut umgesetzt. Aber vieleicht ändert sich das in den folgenden Jahren noch.
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