Test: NfS Carbon

21.12.2006, Autor: Michael Krosta

Arcade-Racer für Nintendo Wii




Need for Speed Carbon ist ein typischer Multiplattform-Titel, der bisher auf ziemlich jedem System erschienen ist. Klar, dass da auch eine Wii-Version nicht fehlen darf und so haben wir uns Remote und Nunchuk geschnappt, um uns erneut ins nächtliche Palmont City zu begeben. Sorgt die neue Steuerung für den Kick oder wünscht man sich einen klassischen Controller zurück?


Video: Need for Speed: Carbon, Rundkurs (GameCube)



"Das ist doch ein GameCube!"

Böse Zungen behaupten, der Wii sei nichts anderes als ein GameCube mit einem innovativen Controller. Wer Need for Speed: Carbon auf der neuen Nintendo-Konsole sieht, wird dieser Behauptung kaum widersprechen können, denn das Spiel sieht in der Tat genau so aus wie auf dem Würfel. Das bedeutet, dass ihr euch auch hier auf den ein oder anderen Ruckler gefasst machen und mit weniger Grafikeffekten als auf Xbox (360) und dem PC leben müsst. Auch die modellierten Charaktere, wie man sie vom PC und der 360 kennt, werdet ihr hier genauso wenig finden wie die Massenrennen. Daneben tummeln sich auf den Wii-Pisten im Gegensatz zu den Next-Gen-Systemen nur maximal drei Gegner und auch einen Onlinemodus gibt es nicht - genau wie auf dem Cube halt. Auch der Spielumfang ist identisch und bietet neben einer viel zu kurz geratenen Kampagne auch schnelle Rennen sowie Herausforderungen, in denen ihr in unterschiedlichen Wettbewerben wie Driftrennen oder Verfolgungsjagden mit der Polizei um Bronze-, Silber- und Goldmedaillen kämpft. Wenn ihr mehr über die Features und Spielmodi erfahren wollt, empfehle ich euch die Lektüre unseres Carbon-Testberichts für PC und Konsolen, denn jetzt komme ich zu dieser einen Sache, von der sich die Wii-Fassung von allen anderen Versionen unterscheidet: die Steuerung!

Wii soll ich das steuern?

Es war klar, dass Electronic Arts - wie jeder andere Hersteller auch - die neuartigen Möglichkeiten des Wii-Controllers auf irgendeine Art nutzen würde. Bisher konnten die Rennspiele mit GT Pro Series und 4x4 Monster World Circuit an Nintendos neuer Konsole trotz recht guter, aber gewöhnungsbedürftiger Steuerung noch nicht überzeugen. Was hat man sich für NFS Carbon einfallen lassen? So einiges, denn anstatt euch nur eine feste Standardsteuerung vorzugeben, hat EA offensichtlich mit mehreren Varianten experimentiert und stellt euch diese zur Auswahl. Die erste Möglichkeit entspricht der Excite Truck-Handhabung: Ihr haltet die Remote quer, beschleunigt und bremst mit dem 1- und 2-Knopf und lenkt, indem ihr die Seiten nach oben bzw. unten kippt. Es soll Leute geben, die mit dieser Steuerung wunderbar zurecht kommen. Ich kann es nicht! Neben den für mich nahezu unkontrollierbaren Lenkbewegungen gesellt sich jedoch ein weiteres Problem hinzu - vor allem, wenn man manuell schalten möchte. In diesen Fall muss man sich mit Tastenkombinationen rumschlagen, bei denen ihr z.B. den B-Knopf (Trigger) gedrückt halten und gleichzeitig das Digitalkreuz bedienen müsst, was mitten im Renngeschehen meist mit Knoten in den Fingern endet.

Die Remote als Gaspedal

Deutlich besser kam ich mit den Kombinationen aus Nunchuk und Remote zurecht: Dabei ahmt ihr mit der Fernbedienung praktisch ein Gaspedal nach, das ihr nicht mit dem Fuß bedient, sondern in der Hand haltet. Stellt euch vor, ihr haltet die Remote senkrecht in der Hand - etwa wie den Stab beim Staffellaufen. Bewegt ihr ihn nach vorne, gebt ihr Gas. Zieht ihr in zu euch, wird gebremst. Als Variante dürft ihr die Bremsfunktion auch auf den Z-Knopf des Nunchuks legen und die Remote damit alleine für die Beschleunigung einsetzen - eine Variante, die mir persönlich mehr zugesagt hat, da die Bremsfunktion eine höhere Priorität besitzt als das Gaspedal. Gebt ihr also Vollgas und bremst gleichzeitig, hat die Bremsfunktion Vorrang. Die Lenkung mit der Remote-/Nunchuk-Kombinationen bietet ebenfalls zwei Möglichkeiten: Entweder neigt ihr die Muschel nach rechts und links oder ihr nutzt den Analogstick. Die beste Erfahrung habe ich gemacht, indem ich die Wii Remote als Gaspedal genutzt, den Z-Knopf zum Bremsen und den Analogstick zu Lenken verwendet habe, da für mich nur in dieser Kombination eine ähnliche Präzision bei der Steuerung wahrgenommen habe wie auf dem Cube. Allerdings war es nach einiger Zeit etwas nervig, mit der rechten Hand die Fernbedienung ständig mit Vollgas auf den Bildschirm richten zu müssen. Daneben ist auch der Rumble-Effekt kaum der Rede wert und erinnert mehr an einen schwachen Rasierapparat - aber das ist immerhin noch mehr als das, was uns auf der PlayStation 3 erwartet. Auch wenn keine der gebotenen Möglichkeiten wirklich an die bewährte Joypad-Steuerung heranreichen kann, ist es dennoch löblich, dass EA euch mehrere, deutlich unterschiedliche Optionen bietet als bisherige Genre-Vertreter auf dem Wii. Hier sollten sich andere Hersteller eine Scheibe abschneiden!


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  Fazit 

Need for Speed: Carbon
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