We Love Golf! - Vorschau, Sport, Nintendo Wii - 4Players.de

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Wer vor Nintendos Hochkant-Brotkasten den Golfschläger, Verzeihung: die Remote schwingen will, hat jetzt schon eine große Auswahl. Von Wii Sports über Pangya oder King of Clubs bis hin zu Tiger Woods PGA Tour 08 werden sowohl Spaßsportler als auch Profis bedient. Nur eins durften die Wii-Golfer bisher nicht: übers Internet gegeneinander antreten. Und in genau diese Presche springt Capcom. Dabei lässt We Love Golf! nicht nur online seine Muskeln spielen...

Langjährige Wurzeln

We Love Golf! Der Name ist Programm, jedenfalls für Entwickler Camelot. Denn das sind die Mannen, die schon vor mehr als zehn Jahren das erste Everybody's Golf sowie kurz darauf Mario Golf zum kunterbunten Leben erweckt haben. Kunterbunt? Kann man da noch von echtem Golfen sprechen? Oh, ja! Mehr denn je sogar. Schließlich zwirbeln Camelots Bälle nicht nur in glaubwürdigen Bahnen über die fantasievollen Fairways (die Japaner erzählen, wie sie den Bau echter Golfplätze studiert haben) - viel wichtiger ist, dass ihr den Wii-Controller wie einen echten Schläger halten müsst, falls die weiße Kugel möglichst nah am Loch landen soll. Dass vergnügte Manga-Athleten vor dem Bildschirm tänzeln und eine drollig animierte Remote mit euch spricht, ist da nur heiteres Beiwerk.

1:0 für Japan! Hiroyuki Takahashi und Shugo Takahashi (beide rechts) zeigen den blutigen Anfängern, wie man richtig golft.
Ein sehr willkommenes, wohl gemerkt! Denn es motiviert ungemein, stärkere Charaktere freizuschalten, noch farbenfrohere Kurse zu entdecken und die eigenen Fähigkeiten mit bis zu drei Freunden in unterhaltsamen Minispielen zu schärfen - die Verwandtschaft zu Everybody's Golf spürt man an allen Ecken und Enden.

Japan:Deutschland - 1:0

Das geht so weit, dass mit Drall geschlagene Bälle eine bunte Brennspur ins Green schneiden, wenn sie nach dem Aufprall noch einen Schub in die angedrehte Richtung bekommen. Sprich: Wenn ihr während des Ausholens z.B. Taste 2 gedrückt haltet und euer Timing beim Abschlag stimmt, rattert der Ball nach seiner Landung hinter der Stange mit einer Leuchtspur zurück in Richtung Loch - genau wie beim echten Golfen also, nur mit im Comicstil überzeichneten Elan. Doch genau hier muss We Love Golf! natürlich beweisen, dass es neue Wege gehen kann. Denn die Steuerung per Remote soll uns schnelle Erfolge bescheren und dennoch die Illusion erzeugen, dass wir in Wirklichkeit Eisen, Holz oder Putter in den Händen hielten. Das ist immerhin etwas, was weder Wii Sports noch Pangya oder das gute Tiger Woods geschafft haben. In den ersten Minuten scheint We Love Golf! dieses Vorhaben denn auch gründlich zu verfehlen, als ich in einer Mehrspieler-Partie gegen die Entwickler die Fernsteuerung übertrieben lässig mit nur einer Hand schwinge. So steht aber kein echter Golfer am Tee!

Immerhin: Die versammelten Redakteure im deutschen Capcom-Büro verlieren zwar gegen die Camelot-Mannschaft aus Japan - doch das Ergebnis fällt knapp aus. Schließlich hatten wir die Grundlagen des virtuellen Golfens in der Tat schon nach wenigen Minuten verinnerlicht: Man zieht den "Schläger" nach oben, wartet darauf, dass die Anzeige  für die Schussstärke die nachgeahmte Ausholbewegung einholt und gibt der Remote im kurz darauf angezeigten Moment einen Schubs in die entgegen gesetzte Richtung. Wenn Timing sowie das vorher eingestellte Ziel stimmen, donnert der Ball fast genau dorthin, wo man ihn haben will. Aber eben nur fast, denn der Ball landet 
Minispiele und mehr: Die bewegten Bilder zeigen euch, wie We Love Golf! funktioniert.
nicht immer so nah am Loch, dass man ihn mit dem anschließenden Putt einlochen könnte. Was sind also die Finessen, die mich vom blutigen Anfänger zum (gefühlten) Profi machen?

Dem Tiger so nah

Weil meine Bälle meist viel zu lange über das Green, also weit am Loch vorbei rollen, versuche ich einen Backspin und halte dafür wie erwähnt Taste 2 auf der Remote. Sprich: Mit einer Hand kann ich jetzt nicht mehr ausholen, weil man zusätzlich auch den A-Knopf drücken muss. Falls ich den Schuss nicht aus Versehen nach links oder rechts verziehen will, hilft mir außerdem eine Körperhaltung, die der eines echten Profis gleicht. Nicht zuletzt wird mein Abschlag auch präziser, als ich die Remote mit der richtigen Geschwindigkeit nach unten ziehe, anstatt ihr nur einen kurzen Ruck zu geben. Sogar Rechts- und Linkskurven sind möglich, indem man den Controller in eine der beiden Richtungen dreht. Plötzlich stehe
We Love Golf! verbindet seinen charmanten Anime-mit einem hervorragenden Spielgefühl.
ich wie ein Golfer vor dem Bildschirm und wähne mich in Verbindung mit dem geforderten Timing und Tempo tatsächlich wie auf einem echten Fairway. "Es soll sich so anfühlen, als stehe man auf dem Golfplatz", meinen die Entwickler. "Es soll zugänglich sein, aber großen Tiefgang bieten." Und tatsächlich: We Love Golf! verzeiht zwar viele Schnitzer, die Illusion ist allerdings klasse!

Es waren also wirklich die Feinheiten, die uns im Spiel gegen Camelot den Sieg gekostet haben. An der flotten Verbindung zwischen Japan und Deutschland lag's jedenfalls nicht: Im Handumdrehen war ein Spiel erstellt, einer von zwölf Charakteren (darunter renommierte Capcom-Größen aus Zack & Wiki, Street Fighter oder Resident Evil sowie die eigenen Miis) und einer der acht Fantasiekurse gewählt. Zwar dürfen sich nur zwei Spieler übers Internet messen, während bis zu vier Golfer vor einer Konsole in verschiedenen Mini- und natürlich Schlagspielen antreten. Dafür wird hier abwechselnd geschlagen, was die Duelle spannender macht. Everybody's Golfer sehen schließlich nur die Bälle der gleichzeitig abschlagenden Kontrahenten - stehen aber mit mehr als zehn Spielern am Tee. Im Gegenzug sammelt ihr hier sogar Auszeichnungen für gewonnene Partien.

   
 

AUSBLICK



Die Spritzigkeit und Lebendigkeit der Charaktere in Everybody's Golf scheint We Love Golf! nicht zu erreichen. Dafür fehlen ihm dessen liebenswerten Caddies, und die Figuren wirken, von den Capcom-Lizenzen mal abgesehen, einen Hauch zu bodenständig. Auch muss sich erst noch zeigen, wie fordernd und motivierend Camelot das sich schnell wiederholende Abschlagen auf den gerade mal acht Kursen gestaltet. Richtig begeistert bin ich allerdings vom Spielgefühl, das dem des echten Golfs näher kommt als die realistische Tiger Woods-Tour! Die Steuerung funktioniert zwar auch hervorragend, wenn man den echten Schwung nur im Ansatz nachahmt. Richtig gut gelingen die Schläge allerdings erst dann, wenn man sich so verhält, wie es der echte Tiger tun würde. Erst dann wird man mit kleinen Vorteilen belohnt, die das Imitieren lohnenswert machen - und die Illusion ist fast perfekt. Do we love golf? Zumindest können wir das fertige Spiel kaum erwarten!

Ersteindruck: sehr gut


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