Nintendo Land
USK: 6
Action (Arcade-Action)

Test: Nintendo Land

So testet 4Players

Autor:
Michael Krosta

2006 sorgte Wii Sports für lustige Bowling-Abende, zum Start der Wii U setzt Nintendo auf einen Freizeitpark mit Minispielen. In zwölf Disziplinen rund um beliebte Marken wie Zelda, Mario und Metroid können frisch gebackene Konsolenbesitzer die Hardware ausprobieren und sich mit Freunden messen. Ein lohnenswerte Alternative zu Mario & Co oder ein fader Schnellschuss?
Rechteckige Labertasche

Video: Willkommen in Nintendo Land! Ist hier Spaß vorprogrammiert?
Ein Spielbrett wie in Rabbids Land oder Mario Party gibt es im Nintendo Land nicht. Stattdessen läuft man mit seinem Mii über die kreisrunde Plaza, während der redselige Tutorial-Roboter einem jedes noch so unwichtige Detail auf die Nase bindet. Die quälend langen Tutorials können zu Beginn nicht abgebrochen werden und später muss man sie jedes Mal umständlich wegdrücken. Im zentralen Aussichtsturm lassen sich verdiente Münzen  in einem öden Pachinko-Spiel versenken – im Gegenzug werden auf der Plaza ein paar Geschenke freigeschaltet. Mehr Spaß macht es, sich mit dem übersichtlichen Extra-Menü direkt in die Spiele zu stürzen. Im ersten Teil des Tests geht es um die Einzelspieler-Disziplinen, danach um die geselligen Exemplare wie ein Fangenspiel, indem man sich mit bis zu fünf Personen kabbelt.

Donkey Kong’s Crash Course

Ein affiger, aber herausfordernder Crash-Kurs in Sachen Gyroskop-Kontrolle.
Ein affiger, aber herausfordernder Crash-Kurs in Sachen Gyroskop-Kontrolle.
Das kleine rollende Dreieck ist das Highlight der Einzelspieler-Disziplinen. Man hält das Gamepad aufrecht und balanciert das fragile Gefährt durch einen an Donkey Kong angelehnten Parcours voller Fallen. Hier macht sich die Präzision des Gyro-Sensors bemerkbar. Mal schubst man seinen Wagen mit Schwung über einen Abgrund, kurz danach lässt man es vorsichtig auf eine schmale Plattformen kullern. Manchmal wird der Untergrund mit mechanischen Apparaturen weitertransportiert – z.B. indem man mit dem Analogstick kurbelt. Aufhören fällt hier schwer und der Geist der Bestleistungen stachelt den Spieler zu übermütigen Aktionen an.

Note: gut

Captain Falcon’s Twister Race

Gute Reflexe sind auch beim F-Zero-Verschnitt nötig. Leider gibt es hier keinen echten Future-Racer im Kleinformat, sondern nur einen simplen Reaktionstest. Das Gamepad wird diesmal hochkant gehalten und ähnlich wie ein Sportlenkrad benutzt. Gelenkt wird mit der gut funktionierender Bewegungssteuerung. Spaß kommt trotzdem nicht auf, denn man weicht lediglich einigen Gegnern, Minen und anderen Hindernissen aus und springt gelegentlich über Turbo-Pfeile. Auf dem Touchscreen sieht man seinen Gleiter aus der Vogelperspektive. In Tunnels muss man allerdings einen Blick auf den Fernseher werfen, auf dem man seinen Gleiter aus der Verfolgerperspektive sieht. Insgesamt nicht besonders spannend.

Note: ausreichend

Octopus Dance

Wohin der Wind (oder besser: die Finger-/Stylusbewegungen) mich wehen...
Wohin der Wind (oder besser: die Finger-/Stylusbewegungen) mich wehen...
Auch das Rhythmus-Spielchen ist einfach gestrickt: Die Musik klingt wie ein 8-Bit-Remix von Space Channel 5 und nimmt kaum Einfluss auf den Spielablauf. Statt passend zu unterschiedlichen Phasen eines Lieds zu tanzen, ahmt man im Senso-Stil die Bewegungen des Tanzlehreres nach. Die Ärmchen werden mit beiden Analogsticks ausgestreckt, mit einfachen Gesten hüpft der Mii oder lehnt sich zur Seite. Für Spaß sorgt lediglich das im Takt hüpfende Bild Spielers, welches von der Gamepad-Kamera eingefangen wird.

Note: ausreichend

Yoshi‘s Fruit Cart

Bei Yoshi’s Fruit Kart geht es um räumliches Vorstellungsvermögen und eine ruhige Hand. Auf dem TV-Schirm sieht man ein paar Früchte, auf dem Gamepad nicht. Per Stylus wird eine Route eingezeichnet, welche Yoshi kurz danach abklappert, um sich sämtliches Obst und Bonusmünzen einzuverleiben. Fehlt eine Frucht, bleibt der Ausgang geschlossen. Kein spielerisches Highlight, aber eine willkommene ruhige Abwechslung zu den hektischeren Disziplinen.

Note: befriedigend

Ninja Castle

Wir haben einen Sieger!
Wir haben einen Sieger!
Hinter dem Shuriken-Symbol  versteckt sich ein kleiner Rail-Shooter. Die zahlreichen Bambus-Rohre passen zum historischen japanischen Thema, die Bastel-Kulisse bietet aber bei weitem nicht so viele hübsche Details wie LittleBigPlanet. Um die auf dem Fernseher herumwuselnden Papp-Gegner zu besiegen, schnappt man sich das Tablet, hält es längs vor sich und schnipst Unmengen von Ninja-Sternen in Richtung Schirm. Obwohl man mangels Visier praktisch aus der Hüfte feuert, funktioniert das Anpeilen erstaunlich gut, die simpel agierenden Gegner erinnern aber an uralte Schießbuden wie Cabal oder Virtua Cop. In brenzligen Situationen helfen Spezialfähigkeiten wie die Bullet Time oder ein begrenzter Bombenvorrat.

Note: befriedigend

Balloon Trip Breeze

Dieses Remake des NES-Klassikers Balloon Kid hätte Nintendo auch einzeln als eigenständigen kleinen Arcade-Titel zum Download anbieten können. Ähnlich wie im DS-Spiel Soul Bubbles schubst man seinen schwebenden Mii mit kurzen Stylus-Strichen übers Meer. An der Wasseroberfläche schnappen Fische nach ihm und spucken Blasen mit Extras aus. Schwebende Enten-Biester lassen sich erledigen, indem man sie wie in Joust von oben rammt. In den späteren Levels wird es trotz der gelungenen Steuerung richtig knifflig, sich durch die zahlreichen Stachelkugeln zu mogeln oder  Pakete abzuliefern, im Hintergund dudelt die vergnügte Melodie des Originals. Ganz klar eine der stärksten Solo-Disziplinen.

Note: gut

Kommentare

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  • Naja ich kann mit sowas überhaupt nichts anfangen. Es gibt sicher Leute die damit Spass haben. Es gibt auch leute die mit Browsergames zufrieden sind. Ob das jetzt gut oder schlecht ist lass ich mal dahingestellt.
  • Zitat:
    es geht ja eher darum, dass man bei nintendo auf teufel komm raus versucht, verschiedene zielgruppen zusammen ans pad zu kriegen und das glückt halt nicht immer. wenn es funktioniert, ist es ein geniestreich, der es versteht, ein gesellschaftsspiel laut, spaßig und irgendwie
     [...]
    Zitat:
    es geht ja eher darum, dass man bei nintendo auf teufel komm raus versucht, verschiedene zielgruppen zusammen ans pad zu kriegen und das glückt halt nicht immer. wenn es funktioniert, ist es ein geniestreich, der es versteht, ein gesellschaftsspiel laut, spaßig und irgendwie befriedigend zu gestalten, wenn es missglückt, ist es halt dämlicher casualunfug, der die fähigkeiten der einzelnen mitspieler total unterschätzt. warum müssen denn spiele, die auch für mädels gemacht sind, gleich so dämlich einfach sein? warum müssen gesellschaftsspiele so langweilig sein, dass sie beim besten willen gar nicht fordern? auch reine fun- und gesellschaftsspiele müssen einem ja ein bisschen was abverlangen. bei scrabble kriegt man die worte ja auch nicht vorgegeben... es ist halt auch unglaublich sexistisch zu glauben, dass mädels völlig unfähig sind. aber wie gesagt. wenn ich in einer größeren gruppe spaß haben will, stell ich mich nicht vor die glotze und langweilie mich durch unsinnige minispiele, sondern geh saufen und tanzen. und da hat man zu 90 % definitiv gemeinsam spaß.
    *gegen die stirn klatsch*
  • Xyluz schrieb:
    Yui-chan schrieb:
    Profiratschlag: Lieber die alte N64/GC abstauben und richtig zocken. Wenn ich höre, dass hier einige mit ihrer Freundin zocken, wird mir schlecht. Das soll die neue Zockergeneration sein? Wahrscheinlich wird das auch noch auf
     [...]
    Xyluz schrieb:
    Yui-chan schrieb:
    Profiratschlag: Lieber die alte N64/GC abstauben und richtig zocken. Wenn ich höre, dass hier einige mit ihrer Freundin zocken, wird mir schlecht. Das soll die neue Zockergeneration sein? Wahrscheinlich wird das auch noch auf Gesichtsbuch gepostet]"VOLL GEILER SPIELEABEND MIT MEINEM GIRLFRIEND OLOLOLOL ] Herrje. Die Freaks, die leidenschaftlichen Hardcorezocker, sie werden gar nicht mehr angesprochen. Wenn ich "Casual"-Unterhaltung will, spiele ich Arcade. Missile Command, Space Invaders, Tetris, Pokémon Puzzle Challenge, R-Type... Das ist Nintendo, bzw. war mal Nintendo. Heutzutage müssen eben auch Frauen, geistig Behinderte, Murat und Chantal angesprochen werden.
    Dein Post erinnert mich ein wenig an die "Fake Geek Girl" und "#1reasonwhy"-Debatte. Es ist schon peinlich, was aus den Nerds von damals geworden ist. Bzw nicht geworden ist, denn irgendwie ist diese "Treehouse - No Girls allowed" Mentalität nicht rausgewachsen. Und das natürlich niemand mehr wirklich die Spiele von damals haben will (garantiert nicht wenn man nur normaler Gamer ist, als Retrogeek o.ä. siehts anders aus) wird natürlich auch verklärt. Warum war Castlevania so schwer? Wegen Steuerungsproblemen. Nicht weil es eine faire Herausforderung war, nein, nur weil Simon Belmont nach jedem verdammten Treffer nen Rückwärtssprung macht. Ich will sowas nicht in meinen heutigen Games haben. Werdet doch mal erwachsen Leute. Und damit mein ich nicht "spielt mehr COD", sondern "euer Boys-only-club ist mit 12 Jahren noch niedlich, mit 25 ist es eher peinlich!"
    es war zwar ein etwas extremer kommentar, spricht aber auf eine gewisse art und weise ein hauptproblem nintendos an. es war mir ja auch schon damals möglich, auch mal was mit mädels zu zocken. das ding ist natürlich, dass man sich nicht mit mädels traf, um games zu zocken, aber manchmal hat man sich halt getroffen und mario kart gezockt, mario party war auch immer geil. außerdem kenne ich viele mädels, die core zocken, aber wenn man sich trifft, spielt das kaum eine rolle. mit meiner freundin zocke ich so gut wie nie, einfach, weil ihr auch das interesse fehlt, aber das finde ich irgendwie auch gar nicht so schlimm. es geht ja eher darum, dass man bei nintendo auf teufel komm raus versucht, verschiedene zielgruppen zusammen ans pad zu kriegen und das glückt halt nicht immer. wenn es funktioniert, ist es ein geniestreich, der es versteht, ein gesellschaftsspiel laut, spaßig und irgendwie befriedigend zu gestalten, wenn es missglückt, ist es halt dämlicher casualunfug, der die fähigkeiten der einzelnen mitspieler total unterschätzt. warum müssen denn spiele, die auch für mädels gemacht sind, gleich so dämlich einfach sein? warum müssen gesellschaftsspiele so langweilig sein, dass sie beim besten willen gar nicht fordern? auch reine fun- und gesellschaftsspiele müssen einem ja ein bisschen was abverlangen. bei scrabble kriegt man die worte ja auch nicht vorgegeben... es ist halt auch unglaublich sexistisch zu glauben, dass mädels völlig unfähig sind. aber wie gesagt. wenn ich in einer größeren gruppe spaß haben will, stell ich mich nicht vor die glotze und langweilie mich durch unsinnige minispiele, sondern geh saufen und tanzen. und da hat man zu 90 % definitiv gemeinsam spaß.

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