Eine große Veränderung haben hingegen die Mehrspieler-Gefechte erfahren, was ihr beim Einstieg in den Versus-Modus schnell feststellt. Erinnert ihr euch an die Duelle Upsilon gegen Echelon, in denen schwer bewaffnete Söldner gegen agile Agenten vorgehen mussten? Die Entwickler der 360-Fassung haben sich den Modus geschnappt und verfeinert - das Studio für aktuelle Konsolen hat sich den Modus geschnappt und die unterschiedlichen Parteien gestrichen. Somit legen sich in Double
Agent zwei gleich ausgestattete Teams miteinander an.
Noch einmal Sam und Jaimie auf der Flucht aus dem Gefängnis: Die Taschenlampen der Wachen leuchten klug dunkle Winkel aus.
Sowohl diese Ausgeglichenheit als auch die im Vergleich zu Sam Fisher schnelleren Spione sorgen dafür, dass die Auseinandersetzungen an die eines Ego-Shooters erinnern. Dass ihr nicht im vollen Lauf schießen könnt, hebt Splinter Cell allerdings davon ab. Etwas Besonderes sind vor allem die Nahkämpfe, welche ihr als eine Art Minispiel erlebt: Attackiert euch ein Gegner, müsst ihr einen aufblinkenden Button drücken - seid ihr schneller als euer Widersacher, gewinnt ihr das Duell.
Die PS2-Version enthält übrigens zwei Spielvarianten mehr als die Xbox-Fassung (u.a. eine Art Capture the Flag). Dafür gibt es auf der Xbox zum einen den nur hier verfügbaren Tarnanzug, welcher ein bedachtes Vorgehen fördert, und zum anderen die Höchstzahl von sechs Teilnehmern im Vergleich zu maximal vier auf PS2.
Doppelter Spielspaß?
Auch wenn sich der Diebstahl von Daten aus gegnerischen Terminals, ein Survival genanntes Last Man Standing, das einfache Deathmatch oder eine Variante, in der ein Sam Fisher gegen die restlichen Spione antritt, ausgesprochen flott anfühlen: So richtig Schwung bekommt Double Agent erst im kooperativen Spiel mit einem Kumpel. Per Split-Screen, Direktverbindung oder Internet (nur Xbox und PS2) könnt ihr dort eine Vielzahl an Missionen angehen, die euch an die Schauplätze der Solo-Kampagne führen, aber fürs Teamwork entworfen wurden. So gibt es hohe Vorsprünge, die ihr nur per Räuberleiter erreicht und ihr könnt Wachen gemeinsam verhören. Nur so gelangt ihr im Duett an wichtige Informationen. Echte Geheimagenten dürfen den Koop-Modus
nicht missen, denn obwohl ihr keiner Handlung folgt, macht Splinter Cell zu zweit fast doppelt so viel Spaß! Alles in allem gewinnen die Multiplayer-Runden, egal ob Koop oder Versus, auf Xbox mehr Punkte als auf PS2 - Xbox Live!, Tarnanzug und sechs möglichen Teilnehmern sei dank. Schade, dass der GameCube weiterhin offline bleibt.
Die Szene gibt es so nicht im Spiel, aber auf Xbox, PS2 und GameCube versteht ihr endlich, warum es zwischen Sam und Enrica funkt.
Diese Einschätzung zieht sich übrigens durch's gesamte Spiel. Auf Xbox überzeugt Double Agent mit kurzen Ladezeiten, beeindruckenden Lichtquellen und glasklaren Oberflächen. Die PS2-Umsetzung sieht zwar schöner aus als im Vorjahr, läuft allerdings nicht so flüssig wie auf den beiden anderen Systemen und auf dem GameCube macht das Fehlen von erkennbaren dunklen Flecken der Atmosphäre einen Strich durch die Rechnung. Es wirkt einfach seltsam, wenn Sam von Wachen nicht entdeckt wird, aber in einer hellen Ecke hockt. Ihr könnt euch deshalb nicht nur auf euer Augenmaß verlassen, sondern müsst die Sichtbarkeitsanzeige ständig im Blick haben. Und auch beim Speichersystem haben GameCube- und PS2-Besitzer das Nachsehen, denn während die Festplatte der Xbox bis zu fünf Spielstände festhält, halten die anderen Versionen nur einen Fortschritt fest. Der Nachteil: Während ihr auf Xbox die Entscheidungsmomente speichern und später mit anderem Ausgang weiter spielen könnt, müsst ihr auf PS2 und GameCube von vorne anfangen, um eins der unterschiedlichen Enden zu erleben.
