Test: DoDonPachi Resurrection

06.09.2010, Autor: Paul Kautz

Arcade-Shooter für iPhone







Zurück in die Kugelhölle!

Do-Don-Pachi Dai-Fukkatsu (grob übersetzt »Die Rückkehr der bösen großen Biene«) ist ein Bullet Hell-Shmup. »Aha, alles klar«, nickt da die eine Gruppe der Leserschaft. »Könntet ihr mal bitte mit den blöden Anglizismen aufhören und Klartext reden?« tönt es aus der anderen Ecke. Zurecht, möchte man sagen, denn diese ganz besondere Gruppe der Shoot-em-Ups (verkürzt: Shmups) ist in erster Linie in Japan populär. Dort steht der entsprechende Spielautomat auch schon seit zwei Jahren in den Arkaden und frisst eifrig Münzen. Für Ende dieses Jahres ist auch eine (traditionsgemäß nur in Japan veröffentlichte) Xbox 360-Fassung angekündigt, aber dazwischen liegt die Fassung für iPhone, iPod touch und iPad.

Genau genommen wieder einmal nur für die Creme de la Creme der Apple-Hardware: iPad, iPhone 4, iPhone 3GS und iPod touch 3G werden unterstützt, bei allem darunter darf man nicht mal installieren. Was kein Wunder ist, denn einmal mehr zeigt Cave, dass sie die Arcade-Meister sind. DoDonPachi Resurrection (DPR) ist pausenlose Action in wahnsinniger Präsentation! Hunderte und aberhunderte Kugeln bevölkern gleichzeitig den Bildschirm, schlängeln sich in eleganten Formen auf das Spielerschiff zu und verwandeln sich nach dem Einsatz des richtigen Extras in ein Meer aus Bonuselementen, die wie Winterschlussverkaufshamster auf einen zurasen. Kurz gesagt: Bullet Hell in seiner prachtvollsten Form. Das Ganze ist auch in eine Story um Zeitreisen gewickelt, die man am besten ignorieren sollte. Einfach nicht beachten! Lalalalalalalalalala, ich sehe dich gar nicht, also gibt's dich auch nicht! So.

Vom S zum M

Wie auch bei
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Espgaluda 2

gibt es auch hier einen Arcade- und einen iPhone-Modus. Ersterer ist eine Umsetzung des Spielhallen-Originals, in dem man die Wahl zwischen drei Varianten hat: »Bomb Style« bietet unbegrenzten Smartbomb-Einsatz, »Power Style« eine etwas stärkere Zweitkanone, und »Strong Style« eine Mischung aus beidem. Weitaus interessanter wird's aber in der neuen iPhone-Variante: Hier wie da hat man die Wahl zwischen drei Schiffen, die ihre unterschiedliche Angriffsart automatisch abfeuern - man muss sich also in erster Linie um das Ausweichen kümmern, das dank der abermals punktperfekten Steuerung präzise und lagfrei funktioniert. Aber nur hier gibt's das S/M-System: Den offensichtlichen Joke erspare ich mir jetzt mal, denn S steht für »Slaughter« und M für »Menace«. Ballert man einfach nur Gegner ab, wandert die entsprechende Anzeige in den S-Bereich. Das bringt eine dickere Waffe mit sich, aber gleichzeitig sinkt der Punkte-Multiplikator. Um den zu füllen, muss man ganz knapp an feindlichen Geschossen vorbei»kratzen« - dadurch schießt der Multiplikator bis auf 1000 hoch. Das Geheimnis eines wahnsinnigen Highscores ist die Nutzung beider Systeme: Zuerst kurbelt man durch geschicktes Manövrieren die M-Anzeige in die Höhe, und wechselt dann in den Rambo-Modus, um mit vollem Multiplikator so viele Gegner wie möglich zu erledigen. Sehr motivierend!

Neben der Standard-Waffe hat man noch einen Laser, der kleinere Feindesböller zurückdrängen kann, sowie die begrenzt einsetzbare Smartbomb, die mit allem, was kein Bossgegner ist, den vertikal scrollenden Boden aufwischt. Dann wäre da noch die Hyper-Kanone, die eine vollständig gefüllte entsprechende Anzeige voraussetzt, aber dann auch für kurze Zeit einen wahnwitzigen Angriffsregen zündet, der durch rotierende Bewegungen des Ballerdaumens noch verstärkt werden kann - gerade bei den Obermotzen ein Kumpel von unschätzbarem Wert. Apropos: Diese teilweise den halben Bildschirm blockierenden (und den Rest der Anzeige mit Kugeln füllenden) Biester haben es mächtig in sich und verwandeln sich während ihrer Angriffsphase in Transformer-Manier mehrfach.

Der Spieler hat nur eine begrenzte Lebens-Anzahl, aber unendlich viele Continues: Geht man ein Mal zu oft drauf, ist noch lange nicht Schluss - aber der Highscore wird zurückgesetzt, der bislang höchste Wert gespeichert. Via OpenFeint kann der eigene Score auch mit der Welt geteilt werden, für jedes Schiff und für jeden Spielmodus wird eine eigene Rangliste geführt. Jede der fünf Welten hat nicht nur ein eigenes Thema, sondern auch einen eigenen Soundtrack - der mächtig, määächtig abgeht und J-Techno vom Feinsten (oder Schlimmsten, je nach Geschmack) liefert. Dazu gibt es Dauerkrachen aus den Kopfhörern sowie gelegentlich kreischende Japano-Mädels, die den Bossgegnern ihr Quietschen leihen.





  Fazit