Bayonetta
USK: 18

Test: Bayonetta

So testet 4Players
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Autor:
Mathias Oertel

Fazit

Wow, ich bin hin und weg. Es hat mich voll erwischt. Das ist ein Actionerlebnis, das seinesgleichen sucht! Das beginnt schon bei der einzigartigen Hauptdarstellerin, die gleichermaßen stark wie lasziv und selbstironisch ist. Das geht weiter bei der kreativen Visualisierung, die hinsichtlich des Art- und Figurendesigns fast schon surreales Niveau erreicht. Und das hört bei der inspirierten Erzählung, die geschickt alltägliche Emotionen sowie religiöse Elemente thematisiert, nicht auf. Wenn man Bayonetta etwas vorhalten möchte, dann dass sie es nicht schafft, das Genre stylischer Action spieltechnisch auf neue Wege zu bringen. Doch sie reizt die seit Dante bekannten Mechanismen  mit einer Leichtigkeit aus, die nur weiblichen Wesen zu Eigen sein scheint. Dass dabei auch musikalische oder moralische Grenzen überschritten werden und dass dieses bizarre Abenteuer viele abschrecken wird, macht es nur noch reizvoller. Und eines darf man nicht vergessen:  In Zeiten, in denen Entwickler gerne die größtmögliche Masse mit Automatismen befriedigen möchten, schwimmt Bayonetta komplett gegen den Strom und spricht genau so wie Demon's Souls eher die Harten im Garten an. Das Spiel ist fordernd, mitunter frustrierend, aber immer fair. Bayonetta ist für mich das fantasievollste und berauschendste Erlebnis dieses Jahres, prall gefüllt mit überbordender visueller Kreativität, sexuellen Andeutungen und atemloser Action. Und dafür sage ich: Danke, Kamiya-san!
Weniger dankenswert ist allerdings die PS3-Version, die nicht nur von allgegenwärtigen Ladezeiten (teilweise sogar beim Pausenmenü oder Gegenstandsbeschreibungen), sondern vor allem immer wieder von technischen Defiziten wie Bildrateneinbrüchen, Tearing, Farbarmut und Texturschwächen drangsaliert wird. Dass Sega bei der Portierung offensichtlich nicht in der Lage war, eine gleichwertige Umsetzung auf die PS3 zu bringen, dürfte nicht nur für Unmut bei den Sony-Fans sorgen, sondern hat auch zur Folge, dass die Umbra-Hexe auf diesem System eine Award-Stufe hinunter purzelt. Dass Bayonetta aber auch auf der PlayStation 3 mit diesen Mankos ein gewaltiges Wort in diesem Spielejahr mitreden wird, steht außer Zweifel. Denn selbst mit all den vermeidbaren Technik-Problemen bleibt unter dem Strich ein äußerst eindrucksvolles Spielerlebnis mit einer der exotischsten Hauptfiguren der letzten Jahre.
Pro
 
Kontra
großartiges Artdesign   technisch sehr unsauber (PS3)
fordernde Sprungsequenzen   nur zwischen zwei (belegbaren) Waffenkombination durchschaltbar
viele kombinierbare Waffentypen   unter dem Strich "nur" erweitertes Devil May Cry- Spielgefühl
jede Waffe mit Dutzenden Kombo-Möglichkeiten   abseits der linearen Levelpfade zu wenig zu entdecken
Hexenzeit als kampftaktisches und Rätsel-Element   unnötige  Nachlade- Unterbrechungen in den Abschnitten (PS3)
starke selbstbewusste sexy Frau als Hauptcharakter    
spannende Bosskämpfe    
variantenreiche Erzählstrukturen    
sehr gute englische Sprachausgabe    
fantasievolles Gegnerdesign    
Ladebildschirm dient als Übungsarena    
fordernde Sprungsequenzen    
spektakuläre Climax-Finisher    
Gegnerwaffen können aufgenommen werden    
eingängige Steuerung    
Bayonetta kann Form ändern (Panther, Vogel, Fledermäuse)    
hervorragend inszenierte Zwischensequenzen    
Sonstiges
 
Sonstiges
umfangreicher Soundtrack verschiedenster Stilrichtungen...    ... der mitunter die Grenzen guten Geschmacks überschreitet
viel freizuschalten   gelegentlich unsichtbare Grenzen
umfangreiches Bonusmaterial   hakeliger Lolly- Einsatz im Kampf
    inkonsequentes Speichersystem
    gelegentliches Tearing (360)
    Sega- Tribut- Sequenzen einen Tick zu lang
    kein Theater für Filmsequenzen und Engels- Vorstellungen
    "Gates of Hell"- Einspielungen wiederholen sich zu häufig
    mitunter herbe Ladezeiten (PS3)

Xbox 360

„Bayonetta ist ein fantasievolles und berauschendes Erlebnis, prall gefüllt mit überbordender visueller Kreativität, sexuellen Andeutungen und atemloser Action.”

PlayStation 3

„Inhaltlich und hinsichtlich des Artdesigns ist die PS3-Hexe ebenso überzeugend wie ihr 360-Pendant, technisch ist sie allerdings eine Klasse schlechter.”

 

Kommentare

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  • Ich find den Storyaufbau auch echt großartig. Man wird reingeworfen ins Spiel, es passieren ein paar Dinge, man kapiert NIX und denkt sich: "Waaaaaaaaaaas ... hab ich die 5 Vorgänger verpasst?" Man fühlt sich, wie wenn man mitten in der zweiten Staffel anfängt, Lost zu kucken. Nun, bei  [...] Ich find den Storyaufbau auch echt großartig. Man wird reingeworfen ins Spiel, es passieren ein paar Dinge, man kapiert NIX und denkt sich: "Waaaaaaaaaaas ... hab ich die 5 Vorgänger verpasst?" Man fühlt sich, wie wenn man mitten in der zweiten Staffel anfängt, Lost zu kucken. Nun, bei Bayonetta ists aber so, dass wirklich ALLES bis zum Ende aufgeklärt wird und zumindest ich war die ganze Zeit über so neugierig, dass mich dieses WTF-Gefühl dauernd bei der Stange gehalten hat. Hachja ... "Bayonetta" und "Stange halten" in einem Satz - was bin ich wieder ein Schelm.
  • Es ist einfach mal ne Abwechslung zu dem ganzen Casual Mist, der oft viel zu sehr auf die breite Masse zugeschnitten ist und daher kaum mehr richtig eine Seele besitzt. Bayonetta hat Seele.
  • Tante Inferno schrieb:
    Ich habe Bayonetta zweimal bloss auf Stufe leicht durchgedaddelt (hähä). Für normal oder höher hätte ich keine Geduld gehabt. Somit bleiben mir zwar die Alfheim-Portale verwehrt, aber was soll's. Ich hatte früher mit anderen Spielen meine
     [...]
    Tante Inferno schrieb:
    Ich habe Bayonetta zweimal bloss auf Stufe leicht durchgedaddelt (hähä). Für normal oder höher hätte ich keine Geduld gehabt. Somit bleiben mir zwar die Alfheim-Portale verwehrt, aber was soll's. Ich hatte früher mit anderen Spielen meine "ich-schmeiss-nun-das-Pad-gleich-an-die-Wand-Situationen", sowas erspare ich mir heutzutage. ^^ Ein grosses Dankeschön, dass Bayonetta auch für Leute spielbar ist, die keine Berufsgamer sind.
    Ich bin fast mit "Schwer" durch. Der Trick ist einfach, im ersten Kapitel soviele Hexentrank Zutaten wie möglich zu sammeln und damit sehr viele Tränke zu brauen. Außerdem am Ende des Levels das Minispiel absolvieren und Hexenschuss holen. Damit hast du genug Tränke und Hexenschüsse über dem Kauflimit im Laden. Und glaub mir, wenn du kein Gamergott bist, dann wirst du auch diese brauchen, auch wenn es am Ende nur Stein gibt, hauptsache man kommt durch, der Rest ist für die Elite Hardcoreler!

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