Test: Braid

So testet 4Players
Seite:  1  |  Fazit 

Autor:
Jens Bischoff

Fazit

Braid ist ein ganz besonderes Spiel, das nur so vor Kreativität strotzt. Auf den ersten Blick mag es wie ein Super Mario-Klon mit praktischer Rückspulfunktion für verpatzte Sprünge wirken. Aber das Manipulieren der Zeit ist hier kein Nerven schonendes Gimmick, sondern das spielerische Rückgrat. Hier geht es nicht darum, Dinge ungeschehen, sondern überhaupt erst möglich zu machen. Ihr dreht die Uhr nicht nur vor und zurück, ihr harmonisiert verschiedene Zeitebenen, schafft euch zeitlich versetzte Doppelgänger oder platziert dynamische Zeitlupenfenster, um an begehrte Puzzleteile zu gelangen, die zusammengesetzt werden müssen, um den Weg ins große Finale zu öffnen. Auf dem Weg dorthin werden euch zahlreiche Kopfnüsse serviert: Ihr werdet fluchen, staunen, schmunzeln und immer wieder überrascht sein. Schade nur, dass der Jump'n'Run-lastige Knobelmarathon trotz des für Arcade-Titel eher stolzen Preises von 1.200 Microsoft-Punkten nicht sehr umfangreich ist, keinerlei Hilfestellungen bietet und gelegentlich etwas hektisch und unübersichtlich daher kommt. Aber die Zeit ist auf eurer Seite, einen Game Over-Screen gibt es nicht und jede Aufgabe ist mit Logik und etwas Geschick bzw. Geduld zu meistern. Braid ist sicher kein Spiel für zwischendurch, aber eines, das Fortsetzungswahn, Casual Game-Schwemme & Co die Stirn bietet und Erfolg dabei hat. Nicht perfekt, aber ein bezauberndes Kleinod mit Charme und Seele, das man ungeniert in einer Reihe mit Titeln wie Portal, Okami oder Rez nennen kann. Bitte mehr davon!

Wenn ihr zu den faulen Säcken gehört, die einfach direkt auf die Fazitseite springen, dann habt ihr es ausnahmweise mal richtig gemacht: Braid ist nämlich dann am besten, wenn man nicht weiß, was einen da eigentlich erwartet. Es fällt schwer über jenes Spiel zu sprechen, ohne dabei Portal zu erwähnen - obwohl das Werk von Jonathan Blow schon lange vor der Veröffentlichung des Valve-Ego-Puzzlers in der Mache war. Bei beiden handelt es sich um Spiele, die viele vorher nicht auf dem Radar gehabt haben dürften. Beide traktieren die Denkmurmel auf ihre eigentümliche Weise: Portal im Raum, Braid in der Zeit. Und beide weigern sich, die Spielzeit künstlich zu dehnen, wo andere Spiele mit hohem Schwierigkeitsgrad oder ständigen Wiederholungen aufwarten. Und das ist gut so! Mit seinem Konzept und seiner seltsam melancholischen Atmosphäre hat Braid selbst einen eher notorischen Puzzlespielabstinenzler wie mich in seinen Bann gezogen. Manche der Rätsel sind extrem komplex, und dennoch so erschütternd logisch, dass der sich dann einstellende AHA!-Effekt wahrhaft belohnend wirkt. Braid ist meiner Meinung nach, ohne Wenn und Aber, jeden einzelnen Cent wert. Wer sich und der Spieleszene etwas Gutes tun möchte, sollte sofort zugreifen - oder halt auf die PC-Version warten.

Fazit zur PC-Version, 16. April 2009:

Die mittlerweile erschienene PC-Version ist im Wesentlichen identisch mit der Xbox 360-Fassung. Bei manchen Nutzern scheinen Grafikfehler aufzutreten, die bei uns jedoch nicht feststellbar waren - Blow hat auch schon einen Patch veröffentlicht und werkelt an weiteren Updates. Die Steuerung per Tastatur funktioniert recht gut, ein eingestöpselter Xbox 360-Controller wird auch direkt vom Spiel erkannt, welches dann seine anfänglichen Hilfestellungen dementsprechend abändert. Etwas ärgerlich für Besitzer anderer Gamepads: Die werden nur über Umwege wie gewisse Xbox 360-Controller- oder Keyboard-Emulatoren unterstützt. Ein Plus gegenüber der Originalfassung ist hingegen der integrierte Editor, der die Lebenszeit Braids durch von der Community entwickelte Inhalte verlängern dürfte bzw. bastelfreudige Spielernaturen selbst gut beschäftigen dürfte.
Pro
 
Kontra
viele kreative Ideen   überschaubarer Umfang
ungewöhnliche Story   teils etwas hektisch & unübersichtlich
charmante Präsentation    
facettenreiche Zeitmanipulation    
fordernde Hüpf- & Denkaufgaben    
Level-Editor (PC)    
Sonstiges
 
Sonstiges
entspannte Soundkulisse   keinerlei Hilfestellungen
amüsante Mario-Anleihen   vergleichsweise hoher Preis
praktische Levelwiederholungen   andere Controller nur über Umwege nutzbar (PC)
Xbox 360-Controllernutzbar (PC)    

Xbox 360

„Erfrischend kreatives und charmant inszeniertes Jump&Run mit knackigen Zeiträtseln.”

PC

„Erfrischend kreatives und charmant inszeniertes Jump&Run mit knackigen Zeiträtseln.”

 

Kommentare

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  • Das Sammeln der Sterne können sich die Programmierer in den Hintern schieben, typische Konsolenscheisse. Warum soll ich mehrere Stunden warten bis ein Wölkchen an der richtigen Position ist? Warum soll ich das ganze Spiel noch mal spielen, nur weil ich jetzt nicht mehr an ein Stern kommen kann, da  [...] Das Sammeln der Sterne können sich die Programmierer in den Hintern schieben, typische Konsolenscheisse. Warum soll ich mehrere Stunden warten bis ein Wölkchen an der richtigen Position ist? Warum soll ich das ganze Spiel noch mal spielen, nur weil ich jetzt nicht mehr an ein Stern kommen kann, da ich den Puzzle der 3. Welt fertig habe? Wie soll man ohne die Komplettlösung zu kennen die Aufenthaltsorte der Sterne herausfinden? Das ist einfach verhunzt. Ansonsten sehr gutes Spiel, viele Spielereien mit der Zeit und ich ziehe den Hut vor so vielen Ideen.
  • Ich bin erschüttert! was für ein Ende.. [spoiler] ich hab mir das Spiel selbst versaut, weil ich in die Lösung geschaut habe, wiel ich unbedingt wissen wollte wie es ausgeht und jetzt... bin ich verwirrd (und auch ein klein wenig genervt). Im Epilog gab es nur wage Geschichtsfetzen. Okay um  [...] Ich bin erschüttert! was für ein Ende.. [spoiler] ich hab mir das Spiel selbst versaut, weil ich in die Lösung geschaut habe, wiel ich unbedingt wissen wollte wie es ausgeht und jetzt... bin ich verwirrd (und auch ein klein wenig genervt). Im Epilog gab es nur wage Geschichtsfetzen. Okay um das zu verstehen muss ich die acht Sterne noch finden. Im Internet geschaut, wo die zu finden sind. Dann gesehen einer ist im Haus und nicht zuerecihen, wenn man das erste Puzzel shcon fertig hat. Dann war ich sehr genervt... Alles nochmal?? Ohne mich! Ich bin dann ins internet um das ende anzusehen. Hab dann aber gesehen, das man auch im Epilog ne Art Rätsel lösen muss. :roll: Die Geschitsfetzten hatte jetzt auch noch was dazu, aber die einzelnen Hatten "nichts" miteinander zutun. Habe im Internet dann nach dem alternativen ende gesucht.. und dann machts einfach Boom! (also aufm Bildschirm) Kann mir irgendwie erklären oder mit mir spekulieren, was das zu bedeuten hat? Diese ganze Atombombegeschichte, stimmt für mich schon irgendwie, aber es erschließt sich mir nicht Aber sie passt nicht in die Spielwelt und zu diesen komischen Gegnern oder? Ah ich bin verwirrt und fange schon an mich über die Geschenisse in Hiroshima zu informieren, wenn das Spiel das wollte, hat es es geschafft! [/spoiler] ich geh jetzt ins Bett Gute Nacht deny
  • Ist jetzt etwas Off-Topic, aber wann hast du den Code für Braid bekommen? Ich hab nämlich Puzzle Quest und 160 Points gewonnen, aber bisher nur den Code für die Points bekommen. =)