Test: Papo & Yo (Geschicklichkeit)






FAZIT



Man könnte Papo & Yo als simples Jump’n Run abtun – da hätte es keine Chance gegen Mario & Co. Aber dieses Spiel hat nicht nur ein charmantes Rätseldesign. Es ist auch eines der seltenen Exemplare, die eine Bedeutung unter der Oberfläche haben und ein ernstes gesellschaftliches Problem ansprechen: Alkoholismus. Es inszeniert nicht nur Sprünge, Rätsel und Verfolgungen, sondern verarbeitet eine Lebensgeschichte mit ungewöhnlichen Metaphern. Die Symbolik ist stark, die Geschichte einfach, aber bewegend - genau das zeichnet ein gutes Märchen aus. Es erzählt von der Angst eines Jungen, dessen Vater in wenigen Sekunden vom tapsigen Helfer zum brutalen Monster mutiert. Diese Stimmungswechsel gehören zu den Höhepunkten eines Abenteuers, in dem nicht gelabert oder moralisiert wird, sondern in dem die Tragödie aus Kindersicht nacherlebt wird, mit allem übernatürlichen Zauber und alltäglichen Schrecken. Was zu Beginn sehr simpel anmutet, gewinnt im Laufe der knapp fünf Stunden an Abwechslung und Anspruch. Die Reduktion auf das Wesentliche erinnert an ICO und das lateinamerikanische Artdesign kann mit seinen grellen Wandmalereien eindrucksvolle Akzente setzen. Man erlebt dieses Spiel ohne krasse Gewalt, ohne blutige Überdosis, aber dafür mit einer Hilflosigkeit im Nacken, die einen mal traurig, mal wütend macht. Man kann nicht aufsteigen, sondern muss irgendwie aussteigen und das Monster loswerden. Aber wie? Findet es heraus!

WERTUNG



PC

„Auch auf dem PC ein Highlight: Die Symbolik ist stark, die Geschichte bewegend - genau das zeichnet ein modernes Märchen aus.”

Wertung: 85%



 


 

Kommentare

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  • Gib Megaman 10 auf jeden Fall noch ne Chance. Das hat nen leichten Modus und normal ist auch machbar. Da kannst du E-tanks kaufen oder den Vogel der einen 1mal vorm Absturz rettet usw.
  • Da sieht man mal wider, dass man Jörg keine Indiespiele testen lassen darf. Es kommt immer Gold oder Platin raus egal wie langweilig das Gameplay an sich ist.
  • maho76 schrieb:
    Zitat:
    gold fuer so eine schlechte substanz im spiel, nur fuer den kuenstlerischen anspruch, das ist einfach nur falsch
    so um die 78-83 würd ich auch geben, was schon irgendwie fast dasselbe ist, oder? wär ich böse würd ich schreiben:
     [...]
    maho76 schrieb:
    Zitat:
    gold fuer so eine schlechte substanz im spiel, nur fuer den kuenstlerischen anspruch, das ist einfach nur falsch
    so um die 78-83 würd ich auch geben, was schon irgendwie fast dasselbe ist, oder? wär ich böse würd ich schreiben: lass mich raten: farcry3 goty?
    bei 78 haett ich ja die finger von gelassen, bei Gold gehe ich davon aus das das Spiel rundum gut ist und das ist es eben nicht. Der Einstieg war noch vielversprechend aber dann merkt man immer mehr das es um die Erzaehlung geht und nicht um das Spielen, um Spass. Das ist insgesammt handwerklich (spielerisch) einfach nur richtig schlecht gemacht - ok, hab's noch nicht durchgespielt aber trotzdem. Wie gesagt, bei Gold sollte ein Spiel schon mehr koennen als eine Geschichte erzaehlen, wenn es nur darum geht ist das Medium verfehlt. Und nein, mir hat FarCry3 nicht gefallen, es sieht aber 100mal besser aus. PS: waere die Story aussen vor haette dieses Spiel bei 4Pl sicher keine 40% bekommen, so schlecht ist es imo
Papo & Yo (Geschicklichkeit) von Minority
Papo & Yo (Geschicklichkeit) von Minority