Test (Wertung) zu Elex () - 4Players.de

4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell. 4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell.

Test: Elex (3D-Rollenspiel)

von Jörg Luibl



Um dieses Feature zu nutzen, musst du
"4Players pur" nutzen:

Du hast schon einen pur-Account? Dann logge dich ein!
Noch kein pur-Nutzer? 4Players pur – Zahl, was du willst!

Hinweis schließen.


FAZIT



In seinen besten Momenten erzeugt dieses Elex eine Sogwirkung wie Fallout: Man kann sich in der Spielwelt verlieren, die mit kleinen Geschichten sowie toller Topographie neugierig macht, und die Zeit verfliegt angesichts clever verzahnter Quests, die wunderbare Konsequenzen nach sich ziehen. Es gibt natürlich wirkende Dialoge, eine gute Charakterentwicklung und das Jetpack sorgt immer wieder für vertikale Erkundungsreize. In seinen schlechtesten Momenten wirkt Elex wie ein veraltetes Relikt: Es ist öde in den Städten, die schwache Technik auf Konsolen stottert, die Soundeffekte sind ein Graus, es gibt viele gleiche Figuren, einige ärgerliche Bugs und man ist auf allen Systemen frustriert angesichts des hölzernen Kampfsystems, das sowohl im direkten Schlagabtausch als auch über die Distanz mehr Krampf als Tanz inszeniert - vor allem, wenn die Gefährten mal wieder zu blöd zum Zielen sind. Die KI der Begleiter ist ein mangelhafter Witz! Mal zieht einen die Kulisse mit wunderbaren Landschaften in ihren Bann, mal versinkt sie im Mischmasch, weil das Artdesign zu viel Fremdes verbinden muss. Hier prallen Boromir, Mr. Spock und Mad Max immer wieder aufeinander. Man erlebt ein ständiges Auf und Ab - selten waren meine Notizen so voll von gleichzeitig notierten Pros und Kontras. Immer wieder gibt es punktuelle Highlights innerhalb des Konfliktes der drei Fraktionen, den man aktiv beeinflussen kann, aber dann gibt es auch sehr zähe Phasen und man fühlt sich im letzten Drittel etwas zu oft wie ein Laufbursche. Die Story kämpft von Beginn an mit einigen Widersprüchen, kann später vieles erklären, aber gerade die Rolle des abtrünnigen Helden ist nicht immer glaubwürdig. Nahezu jedes Element des Spieldesigns zeigt neben guten Fundamenten immer wieder gefährliche Risse, so dass man sich während des Abenteuers wie auf einer verwitterten morschen Brücke vorkommt, die gleich einzustürzen droht. Trotzdem will man sie überqueren, trotzdem will man das andere Ufer sehen, weil man auf dem Weg so viel mit entschieden hat und angesichts der politischen Auswirkungen stets neugierig bleibt. Das ist das größte Kompliment, dass ich diesem spröden, aber ideenreichen und im Vergleich zum biederen Risen deutlich kreativeren Epos machen kann. Können sich Piranha Bytes und Deck13 jetzt bitte für ein Projekt zusammenschließen? Die Essener machen die Spielwelt, die Frankfurter das Kampfsystem - dann entsteht vielleicht mal ein "deutsches" Rollenspiel auf höchstem Niveau.

Zweites Fazit von Eike Cramer:

Mit Elex zeigt Piranha Bytes, vielleicht das erste Mal seit dem legendären Gothic 2, welche Klasse nach wie vor in dem typischen Mix aus offener Welt, rivalisierenden Fraktionen, harter Typen und freier Entscheidung steckt. Die gut vertonten Gespräche, die zahlreichen Wahlmöglichkeiten in der moralischen Grauzone sowie die spannende Welt, die mit toller Gestaltung, vielen kleinen Verstecken, Geheimnissen, Figuren, Aufgaben und Belohnungen lockt, machen aus Elex ein wirklich gutes Rollenspiel. Dennoch fehlt es auch, ebenfalls typisch Piranha Bytes, an allen Ecken und Enden an Feinschliff. Die Technik ist, auch wenn ein Bug-Desaster ausbleibt, auf der Konsole bestenfalls angestaubt und schlimmstenfalls am Rand der Spielbarkeit. Das Kampfsystem ist ein unübersichtlicher, hektischer Krampf, den man nach einigen Stunden einfach nur noch auf seine Fehler hin ausnutzt und die Menügestaltung wäre schon vor zehn Jahren unbefriedigend gewesen. Zudem bleibt in der Hauptgeschichte gerade im Einstieg viel Atmosphäre auf der Strecke und der Hauptcharakter Jax, immerhin die fiese Bestie von Xacor, erschreckend blass. Dennoch bleibt festzuhalten: Elex ist für mich das beste Spiel von Piranha Bytes seit Gothic 2. 
3D-Rollenspiel
Entwickler: Piranha Bytes
Publisher: THQ Nordic
Release:
17.10.2017
17.10.2017
17.10.2017
Spielinfo Bilder Videos

Elex
Ab 49.99€
Jetzt kaufen

Vergleichbare Spiele

WERTUNG

Leserwertung 90% [1]



PC

„In seinen besten Momenten erinnert Elex an Fallout: Man kann sich in der Spielwelt verlieren, die mit kleinen Geschichten, lebendigen Reaktionen sowie toller Topographie neugierig macht. Aber das Kampfsystem und die KI sind schwach und das Artdesign versinkt im Mischmasch der Themen.”

Wertung: 78%

PlayStation 4

„Elex wurde nicht so schlecht für Konsolen portiert wie Risen 3, aber auch auf PlayStation 4 Pro bricht die Bildrate immer wieder ein.”

Wertung: 74%

Xbox One

„Auch auf Xbox One sind die technischen Defizite gegenüber der PC-Version spürbar; zudem gibt es hier deutlich mehr Tearing.”

Wertung: 72%



 
Um dieses Feature zu nutzen, musst du
"4Players pur" nutzen:

Du hast schon einen pur-Account? Dann logge dich ein!
Noch kein pur-Nutzer? 4Players pur – Zahl, was du willst!

Hinweis schließen.


 

Kommentare

Falagar schrieb am
Die Motivation die Welt zu erkunden ist halt Top, das ist imho auch die Kunst bei Open World - die Mobs sind in dem Spiel lange Zeit herausfordernd genug - Areas mit recht starkem und hohen Mobbesatz haben dann meist auch immer recht tolle Waffen oder Wertgegenstände zu bieten.
Geld (Elexit) ist in dem Spiel auch ziemlich wertvoll, so machts auch immer Sinn und bringt Motivation die ganzen Tiere etc... zu töten weil man da zumindest immer einen Batzen Geld rausholen kann. Die Welt und das Ecosystem haben die für mich echt super hinbekommen.
Ist bei mir tatsächlich mal wieder eins der Spiele ala "nix erwartet und doch super positiv überrascht"
winkekatze schrieb am
Bin immer noch dabei, mittlerweile rund 25 Stunden und am questen bei den Klerikern (hab mich noch keiner Fraktion angeschlossen).
Ich bin immer noch so motiviert wie am Anfang und würde sagen, dass Elex das beste Spiel von PB seit Gothic 2 ist.
Das ist noch unbequem und sperrig, aber fühlt sich irgendwie richtig an.
Es ist einfach cool zu merken: "Ok...dafür bin ich noch eindeutig zu schwach" :D
Das ist RPG wie ich es mag. Da ist das etwas suboptimale Kampfsystem echt zu verschmerzen
Edit: auf PS4 (Pro) läufts mittlerweile auch ziemlich rund...hab zumindest schon länger keine Performanceprobleme gehabt.
zmonx schrieb am
4P|IEP hat geschrieben: ?
13.11.2017 12:02
Ich finde es bisher ziemlich cool.
Habe aber erst 3-4 Stunden gespielt. Mich wundert es allerdings noch ein bisschen, ob ich nicht zu schwach bin oder ob ich was falsch gemacht habe. Im Moment versuche ich den Berserkern beizutreten und einige Quests waren mir zu schwer, wegen Highlevel-Gegnern. Also habe ich irgendwann angefangen die Welt zu bereisen - und habe unterwegs sehr oft die Beine in die Hand genommen, weil es vielleicht 1 oder 2 Gegnertypen gibt, die ich umbringen kann. Ich hoffe das mit Quests innerhalb der Städte ausbauen zu können. Habe jetzt immerhin Nahkampfwaffen geskillt und hoffe dass ich früher oder später dadurch die Kämpfe in der Welt nicht mehr nur mit Flucht bestehen zu können.
Mein Plan für den Run ist denke ich am Ende mit einem Zweihänder rumzurennen, ohne großartigen Technikeinsatz. Mal sehen.
Die "Probleme" hatten einige schon und hat für mich den Einstieg extrem erschwert... Willkommen im Club :)
4P|IEP schrieb am
Die Städte bin ich schon am Erkunden, freischalten und am Questen. Renne im Moment in der Kuppelstadt rum. Danke auf jeden Fall euch beiden.
Mal sehen ob ich mich heute Abend weiterentwickeln kann :D
Bin auf jeden Fall gut angefixt von dem Spiel. Dachte nach den letzten beiden Risens, dass von PB nichts gutes mehr kommen kann.
adventureFAN schrieb am
Und ganz wichtig sind neue Waffen/Rüstung, nur die geben tatsächlich spürbaren Fortschritt.
schrieb am

Lesertests