Test (Wertung) zu Elex (Rollenspiel, Xbox One, PC, PlayStation 4) - 4Players.de

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Test: Elex (3D-Rollenspiel)

von Jörg Luibl



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FAZIT



In seinen besten Momenten erzeugt dieses Elex eine Sogwirkung wie Fallout: Man kann sich in der Spielwelt verlieren, die mit kleinen Geschichten sowie toller Topographie neugierig macht, und die Zeit verfliegt angesichts clever verzahnter Quests, die wunderbare Konsequenzen nach sich ziehen. Es gibt natürlich wirkende Dialoge, eine gute Charakterentwicklung und das Jetpack sorgt immer wieder für vertikale Erkundungsreize. In seinen schlechtesten Momenten wirkt Elex wie ein veraltetes Relikt: Es ist öde in den Städten, die schwache Technik auf Konsolen stottert, die Soundeffekte sind ein Graus, es gibt viele gleiche Figuren, einige ärgerliche Bugs und man ist auf allen Systemen frustriert angesichts des hölzernen Kampfsystems, das sowohl im direkten Schlagabtausch als auch über die Distanz mehr Krampf als Tanz inszeniert - vor allem, wenn die Gefährten mal wieder zu blöd zum Zielen sind. Die KI der Begleiter ist ein mangelhafter Witz! Mal zieht einen die Kulisse mit wunderbaren Landschaften in ihren Bann, mal versinkt sie im Mischmasch, weil das Artdesign zu viel Fremdes verbinden muss. Hier prallen Boromir, Mr. Spock und Mad Max immer wieder aufeinander. Man erlebt ein ständiges Auf und Ab - selten waren meine Notizen so voll von gleichzeitig notierten Pros und Kontras. Immer wieder gibt es punktuelle Highlights innerhalb des Konfliktes der drei Fraktionen, den man aktiv beeinflussen kann, aber dann gibt es auch sehr zähe Phasen und man fühlt sich im letzten Drittel etwas zu oft wie ein Laufbursche. Die Story kämpft von Beginn an mit einigen Widersprüchen, kann später vieles erklären, aber gerade die Rolle des abtrünnigen Helden ist nicht immer glaubwürdig. Nahezu jedes Element des Spieldesigns zeigt neben guten Fundamenten immer wieder gefährliche Risse, so dass man sich während des Abenteuers wie auf einer verwitterten morschen Brücke vorkommt, die gleich einzustürzen droht. Trotzdem will man sie überqueren, trotzdem will man das andere Ufer sehen, weil man auf dem Weg so viel mit entschieden hat und angesichts der politischen Auswirkungen stets neugierig bleibt. Das ist das größte Kompliment, dass ich diesem spröden, aber ideenreichen und im Vergleich zum biederen Risen deutlich kreativeren Epos machen kann. Können sich Piranha Bytes und Deck13 jetzt bitte für ein Projekt zusammenschließen? Die Essener machen die Spielwelt, die Frankfurter das Kampfsystem - dann entsteht vielleicht mal ein "deutsches" Rollenspiel auf höchstem Niveau.

Zweites Fazit von Eike Cramer:

Mit Elex zeigt Piranha Bytes, vielleicht das erste Mal seit dem legendären Gothic 2, welche Klasse nach wie vor in dem typischen Mix aus offener Welt, rivalisierenden Fraktionen, harter Typen und freier Entscheidung steckt. Die gut vertonten Gespräche, die zahlreichen Wahlmöglichkeiten in der moralischen Grauzone sowie die spannende Welt, die mit toller Gestaltung, vielen kleinen Verstecken, Geheimnissen, Figuren, Aufgaben und Belohnungen lockt, machen aus Elex ein wirklich gutes Rollenspiel. Dennoch fehlt es auch, ebenfalls typisch Piranha Bytes, an allen Ecken und Enden an Feinschliff. Die Technik ist, auch wenn ein Bug-Desaster ausbleibt, auf der Konsole bestenfalls angestaubt und schlimmstenfalls am Rand der Spielbarkeit. Das Kampfsystem ist ein unübersichtlicher, hektischer Krampf, den man nach einigen Stunden einfach nur noch auf seine Fehler hin ausnutzt und die Menügestaltung wäre schon vor zehn Jahren unbefriedigend gewesen. Zudem bleibt in der Hauptgeschichte gerade im Einstieg viel Atmosphäre auf der Strecke und der Hauptcharakter Jax, immerhin die fiese Bestie von Xacor, erschreckend blass. Dennoch bleibt festzuhalten: Elex ist für mich das beste Spiel von Piranha Bytes seit Gothic 2. 
3D-Rollenspiel
Entwickler: Piranha Bytes
Publisher: THQ Nordic
Release:
17.10.2017
17.10.2017
17.10.2017
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Elex
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Vergleichbare Spiele

WERTUNG

Leserwertung 90% [1]



PC

„In seinen besten Momenten erinnert Elex an Fallout: Man kann sich in der Spielwelt verlieren, die mit kleinen Geschichten, lebendigen Reaktionen sowie toller Topographie neugierig macht. Aber das Kampfsystem und die KI sind schwach und das Artdesign versinkt im Mischmasch der Themen.”

Wertung: 78%

PlayStation 4

„Elex wurde nicht so schlecht für Konsolen portiert wie Risen 3, aber auch auf PlayStation 4 Pro bricht die Bildrate immer wieder ein.”

Wertung: 74%

Xbox One

„Auch auf Xbox One sind die technischen Defizite gegenüber der PC-Version spürbar; zudem gibt es hier deutlich mehr Tearing.”

Wertung: 72%



 
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Lesertests

Kommentare

Heribert Hubner schrieb am
Bin nach 56 Stunden (Steam Zeit) durch und ein wenig ernüchtert. Bin großer PB Fan, aber da hat man sehr viel Potential zu Gunsten von unnötigen Funktionen verschenkt.
Gothic 2 DNdR > Gothic 1 > Risen 1 > Gothic 3 > Elex > Risen 3 > Risen 2
Alter Sack schrieb am
Falagar hat geschrieben: ?
14.11.2017 07:35
Die Motivation die Welt zu erkunden ist halt Top, das ist imho auch die Kunst bei Open World - die Mobs sind in dem Spiel lange Zeit herausfordernd genug - Areas mit recht starkem und hohen Mobbesatz haben dann meist auch immer recht tolle Waffen oder Wertgegenstände zu bieten.
Geld (Elexit) ist in dem Spiel auch ziemlich wertvoll, so machts auch immer Sinn und bringt Motivation die ganzen Tiere etc... zu töten weil man da zumindest immer einen Batzen Geld rausholen kann. Die Welt und das Ecosystem haben die für mich echt super hinbekommen.
Ist bei mir tatsächlich mal wieder eins der Spiele ala "nix erwartet und doch super positiv überrascht"
Habs mir gestern geholt und muss auch sagen das ich nicht sonderlich viel erwartet habe aber bis jetzt sehr positiv überrascht bin.
Die Dialoge wirken erwachsener als in vorherigen PB-.Titeln die Welt macht wirklich super neugierig und auch die Quests machen bis jetzt einen soliden Eindruck.
Ich schließe mich hier vielen an das die Welt durchaus neugieriger macht als im Witcher. Wenn man Elex spielt merkt man erstmal das beim Witcher die Kulisse mehr im Vordergrund stand als eine Welt zu erschaffen die einen neugierig macht. Das haben sie bei PB wirklich super hinbekommen.
Das Kampfsystem ist wirklich verbesserungswürdig aber schon etwas besser als in Risen etc. Wenn sie am Balancing und Kampfsystem noch arbeiten könnte das ne klasse Reihe werden.
Also ich muss sagen es macht wirklich sehr viel Spass. Hätte ich jetzt so nicht erwartet.
Sarkasmus schrieb am
Hmm kann als Outlaw meine Waffe nicht verbessern, also sowas wie Gift, Strahlung etc einbauen, da ich den Perk dafür nicht lernen kann obwohl ich alle Vorrausetzungen hab :evil:
Trotzdem lieb ich das Spiel nach gut 45 Stunden immer noch, auch wenn langsam ermüdungs Erscheinungen auftretten.
JunkieXXL schrieb am
Elex könnte es locker mit The Witcher 3 aufnehmen, wäre das Kampfsystem besser und die Technik moderner. In seinem aktuellen Zustand wirkt es son bisschen wie aus der Zeit gefallen.
Falagar schrieb am
Weil in Elex das Erkunden der Welt viel spannender und motivierender ist als beim Witcher. Beim Witcher hast du halt nur die Fragezeichenspots (ob man die jetzt ausmacht oder nicht, ist egal) abgrast (gerade in Skellige der absolute Overkill) und eigentlich weiß, dass ausser Mats eh nicht viel bei rumkommt. Ausser Städten und Fragezeichen gibts da nicht viel zu sehen - das ist in Elex halt tatsächlich viel spannender
schrieb am