Wahnsinn! Defcon zeigt einen furchtbaren, alles vernichtenden Atomkrieg und fesselt trotzdem Runde für Runde für Runde. Dabei sehen die Bilder so harmlos aus: Eine Weltkarte, ein paar Dutzend Symbole – das war’s. Aber gerade weil Introversion nur die unbedingt benötigten Informationen darstellt, ist das Spiel bedrückend real. Weil der Kopf genau weiß, was das Symbol mit dem spitzen Kopf anrichtet. Weil die fast unscheinbare, drohende Musik das Schweigen nach der Vernichtung greifbar macht. Weil es den schlimmsten vorstellbaren Ernstfall trotz der distanzierten Perspektive so unmittelbar darstellt. Aber Defcon schreckt nicht ab. Im Gegenteil: Es fesselt an den Bildschirm. Dafür sorgt nicht nur der Reiz, eine so mächtige Position auszufüllen, sondern vor allem die Tatsache, dass die wenigen Einheiten viele taktische Möglichkeiten offenbaren. Auch die Wahl des Territoriums zwingt immer wieder zum Umdenken. Schade ist nur, dass die Steuerung einige Wünsche offen lässt: Ihr müsst allen Einheiten separat Befehle erteilen, verzettelt euch schnell im Wirrwarr, wenn viele Truppen am selben Fleck operieren und ärgert euch über die zähe Reaktionszeit nach einem Mausklick. Und auch wenn Defcon ausschließlich für einzelne Runden konzipiert wurde: Eine online geführte Rangliste, in der Erfolge und Misserfolge verzeichnet bleiben, wäre schön gewesen. Aber wenn der atomare Regen gefallen ist und meine Gegner das Spiel verlassen, denke ich schon daran, was ich in der nächsten Runde besser machen kann. Wenn ihr euch darauf einlassen wollt, dass ihr immer wieder das gleiche Szenario beginnt, erwartet euch ein außergewöhnlich packendes Spiel, das zum Nachdenken anregt. Und das es so noch nicht gegeben hat.
    Pro
 viele Einstellungsmöglichkeiten
 geniale, beklemmende Atmosphäre
 keine Echtzeithektik
 viele taktische Möglichkeiten
 erstellen und auflösen von Allianzen
 taktisch knifflige Raketensilos
 bedrückende Musik
 tolle Soundkulisse
 sechs Spielvarianten
 einfaches Erstellen einer Partie
 praktisch voll spielbare Demo
 erwachsenes Publikum, sinnvolle Chats
 viele Spieler online
 fordernde, aber vorhersehbare KI
 neues Spielkonzept
    Kontra
 Klicks werden oft nur träge registriert
 Befehle müssen einzeln verteilt werden
 unübersichtlich, wenn viele Einheiten am Fleck
 keine dauerhaft geführten Statistiken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein außergewöhnlich packendes Spiel, das zum Nachdenken anregt. Und das es so noch nicht gegeben hat.

Wertung: sehr gut

 
    Kommentare im Forum
ichliebemich
Ich bin total begeistert von dem test bzw. spiel, nach sowas hab ich schon lange gesucht.

ich hab bloss no...
TNT.sf
also ich finde 88% ist derbe übertrieben für ein spiel was null balancing hat
AdemosRakh


rofl, omg... ok, also ein Spiel, bei dem jeder Spieler exakt die gleichen Mittel, exakt die gleichen Gebä...
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