Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots
USK: 18

Test: Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots

So testet 4Players
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Autor:
Jörg Luibl

Fazit

Was für ein Finale. Nach 26 Stunden, fünf Minuten, 26 Sekunden ist es vorbei. Wirklich vorbei? Nein. Selbst jetzt geistern Snake, Kojima und Metal Gear noch durch die Redaktionsflure. Selbst jetzt ist die Begeisterung bei denen, die durch sind, spürbar. Man spricht drüber, man flüstert drüber, man tauscht Erfahrungen aus - jeder hat den Abschluss dieser Saga je nach Spielweise etwas anders erlebt. Eines verbindet alle: Das Gefühl, etwas Großartiges hinter sich zu haben. Die Lust, angesichts der vielen Geheimnisse gleich wieder abzutauchen. Kein anderes Spiel hat uns selbst nach dem Abspann so lange beschäftigt wie dieses. Michael und ich haben intensiv diskutiert: Über die große Regieleistung, über die unheimliche Kunst, nicht nur all die erzählerischen Fäden vergangener Teile zu verweben, sondern auch die Charaktere dermaßen gekonnt, dermaßen menschlich zu entwickeln. Natürlich auch über all die emotionalen und witzigen Momente, an die man sich noch in Jahren erinnert wird. Aber auch über all die Schwächen im Bereich Deckung, Klettern und Bosskämpfe, die sicher vermeidbar gewesen wären, wenn Kojima etwas mehr von seiner Genialität als Regisseur in das Spieldesign hätte fließen lassen. Wichtig für mich war, dass die Schleichkultur, die ich im dritten Teil vermisst habe, dank Tarnanzug, Tod stellen, ferngesteuertem Roboter und größerer Gebiete deutlich verbessert wurde - hier hatte ich wieder richtig Spaß dabei, mich von hinten anzuschleichen und lautlos vorwärts zu kommen. Deshalb ist dieser Teil für mich nach dem grandiosen Urvater eindeutig der beste, den Kojima entwickelt hat - zumal der Online-Modus sehr reizvoll ist. Aber dieses Metal Gear Solid 4 hatte das Zeug, unsere Wertungsgrenze zu überschreiten, das beste Videospiel aller Zeiten zu werden. Diesen historischen Superlativ hat es aufgrund ein paar alter Schwächen sowie des spürbaren Kniefalls vor der stupiden Shootermechanik zwar nicht erreicht, aber erzählerisch eindrucksvoller hätte man diese Saga nicht beenden können. Bei aller berechtigten Kritik muss man sich einfach vor diesem Finale verbeugen. Die beeindruckenden Saurier unter den Spielen sterben angesichts billiger Casualgames und Zielgruppenanalysen langsam aus. Umso wertvoller ist es, einen dieser epischen Giganten live zu erleben.

Mehr zu Metal Gear Online, Grafik und Akustik in Michaels erstem Testteil!


Ich verneige mich vor Hideo Kojima! Nicht etwa, weil er die PlayStation 3 zu technischen Höchstleistungen treibt oder spielerisch ein Feuerwerk kreativer Ideen abfackelt. Nein, in diesen Punkten ist Metal Gear Solid 4 - Guns of the Patriots sogar ein wenig ernüchternd: Die Texturen sehen teilweise erschreckend fade aus und die Schattendarstellung könnte oft gröber nicht sein. Auch spielerisch geht Snake kaum neue Wege, sondern bewegt sich überwiegend auf Pfaden, auf denen bekannte Elemente der Vorgänger recycelt oder variiert werden. Das muss nicht schlecht sein, immerhin hatte die Serie diesbezüglich immer enorm viel zu bieten. Und der neue Tarnanzug ist neben der riesigen Waffen- und Gadget-Auswahl eine große Bereicherung, auch wenn die Spielmechanik gerade im CQC und dem Deckungssystem immer noch an alten Schwächen leidet und das Verhalten der KI keine großen Fortschritte erkennen lässt. Trotzdem vermisste ich manchmal diese gewissen Wow-Momente, die einen in den Jahren zuvor noch vom Hocker gehauen haben. Vor allem die Bosskämpfe gegen die Beauty & Beast-Unit sind für mich eine Enttäuschung auf hohem Niveau, denn den aggressiven Schönheiten fehlt neben einer anspruchsvollen taktischen Herausforderung einfach das Charisma eines Psycho Mantis oder Vamp - zudem wurden sie mir zu wenig in die Story eingebunden. Doch unabhängig davon ist die Hintergrundgeschichte der große Trumpf, mit dem Kojima all seine emotionalen, packenden und erzählerisch überwältigenden Register zieht. Ich kann mir inhaltlich keinen perfekteren Abschluss der Serie rund um Solid Snake vorstellen als das, was ihr Schöpfer hier auffährt, um all die Fäden zum bombastischen Finale zusammen zu führen! Die Story ist einfach nur der Hammer und wird in den extrem langen, aber genial inszenierten und keinesfalls langweiligen Videosequenzen packend erzählt. Zusammen mit dem grenzgenialen Soundtrack von Harry Gregson-Williams, krachenden Soundeffekten und authentischen Sprechern verblasst selbst mancher Hollywood-Blockbuster vor dem, was Konami hier auf den Bildschirm zaubert. Vor allem die vielen Referenzen an die Vorgänger haben mir als Kenner der Serie sehr gut gefallen und mich emotional sehr bewegt. Deshalb wird man den Abschluss nur dann richtig genießen können, wenn man bereits mit den anderen Teilen vertraut ist. Wer noch nie etwas von Metal Gear gehört hat, wird dagegen schnell den Durchblick verlieren. Deshalb sollten Neueinsteiger besser die Finger davon lassen und sich stattdessen nach dem ersten Teil oder dem gelungenen GameCube-Remake von Silicon Knights umsehen, um in die faszinierende Welt von Kojimas Tactical Espionage Action einzutauchen. Denn an die Genialität der PlayStation-Premiere vor zehn Jahren, kommt auch der vierte Teil nicht heran. Wer dagegen als eingefleischter Metal Gear-Fan noch keine PS3 besitzt und nach einem Anschaffungsgrund sucht: Hier ist er!

Pro
 
Kontra
grandioser Abschluss einer Saga   schwaches Deckungssystem
erstklassige Regie & Dramaturgie   simples Shooterverhalten wird nicht bestraft
hervorragendes Art & Design   KI hat einige grobe Aussetzer
coole Bild-in-Bild-Interaktion   taktisch eindimensionale Bosskämpfe
phänomenaler Soundtrack   Beauty & Beast- Einheiten ohne gute Storyverbindung
sehr gute Sprecher   Gegner tauchen aus dem Nichts auf (Respawnen)
bombastische Mehrkanal-Soundkulisse   Texturmatsch & Flackerschatten
überraschende Charakterentwicklung   Kapitel werden einzeln installiert, auch beim zweiten Spielen (!)
angenehm große Spielabschnitte   viele peinliche Rechtschreibfehler
mehr Schleich- & Versteckmöglichkeiten   nervig lange Online- Registrierung
neu: Chamäleon-Tarnanzug nimmt Konturen an    
neu: aktives Verbündetensystem    
neu: auf den Rücken rollen & schießen    
grafisch packende Bosskämpfe    
neu: Miniroboter mit nützlichen Fähigkeiten    
neu: akustische Erinnerungsfetzen an vergangene Teile    
neu: Waffen komplett modifizierbar    
neu: Feinde mit manipulierbaren Emotionen    
üppige Spielzeit (25- 30 Stunden)    
interessanter Online-Modus    
vier Schwierigkeitsgrade    
geniales Finale    
insgesamt gute KI    
Sonstiges
 
Sonstiges
viele kleine Gimmicks & Secrets   Epilog ist zu langatmig (knapp 75 Minuten)
(iPod, Playboy, Outfits, Kamera, Geister, Emotions-Munition etc.)   keine 1080p- Auflösung
fünfter Schwierigkeitsgrad freischaltbar   kleine Steuerungstücken
neue Tarnoptionen bei bestimmter Spielweise freischaltbar   (hakeliges Hinunterhangeln)
Bewertung in Form eines Tieres nach dem Durchspielen   keine deutsche Sprachausgabe
ausufernde Statistiken nach jedem Kapitel   CQC- Kämpfe immer noch hölzern
Zwischensequenzen pausierbar   Kollisionsprobleme im Teamkampf mit Rat Patrol
letzte Ausrüstung wird in Zwischensequenzen berücksichtigt   Flashbacks sind zu kurz & nicht aussagekräftig genug
neu: Wind & Stress   eintönige Snake- qualmt- Ladebildschirme
neu: grafische Flashbacks   Metal Gear- Neulinge werden erzählerisch überfordert
    mehr kurze Zwischenaufgaben (Folter- Sequenz, Bomben entschärfen, Tauchen etc) hätten nicht geschadet

PlayStation 3

„Episch. Emotional. Erstklassig. Besser hätte man das Finale nicht inszenieren können.”

 

Kommentare

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  • ah, ok, also nix wichtiges^^ Danke
  • für das betäuben hast du ihre camos bekommen. aber da war nochwas, irgendwas sollte man irgendwann drücken/tun, um die mädels in einer art showroom sehen, drehen/bewegen und fotografieren zu können. weiß aber auch nicht mehr genau was  [...] für das betäuben hast du ihre camos bekommen. aber da war nochwas, irgendwas sollte man irgendwann drücken/tun, um die mädels in einer art showroom sehen, drehen/bewegen und fotografieren zu können. weiß aber auch nicht mehr genau was
  • Also ich habs vor 2 Tagen durchgespielt, und die Story hat mir verdammt nochmal gefallen, die Videoseuenzen waren super, nur Akt 1 hat mir nicht so gefallen, das Kriegsszenario war für mich ätzend, brauch beim Schleichen meine Ruhe  [...] Also ich habs vor 2 Tagen durchgespielt, und die Story hat mir verdammt nochmal gefallen, die Videoseuenzen waren super, nur Akt 1 hat mir nicht so gefallen, das Kriegsszenario war für mich ätzend, brauch beim Schleichen meine Ruhe Das es dennoch Übertreibungen gab stimmt, Raiden wohl das beste Beispiel, der Breakdance machte wären 2 Gekkos an seinen Füßen klebten xD egal wie stark ein Exoskelett oder Maschinenrüstung oder whatever das sein sollte, ist, sollte es unmöglich sein 2 Gekkos wie nichts in der Gegend rumwirbeln zu können oder ein ganzes Schlachtsschiff abzubremsen xD Trotz dieser Übertreibungen war das große Ganze doch in sich stimmig^^ Nur ne Frage, vielleicht liest das ja jemand^^ Im test steht was das es Abweichungen gibt Storymäßig oder Szenenmäßig bei den B&B-Units, wie ist das möglich? Die Frauen außerhalb der Beast wollen einen ja töten, da kann man nicht deren Versprechungen glauben, was auch immer sie versprochen haben sollen xD Ein UNterschied zu abknallen und einschläfern der Frauen habe ich auch nicht gefunden, gab immer die gleiche Cutszene. Kann mich da jemand aufklären?