Test (Wertung) zu The Last Guardian (Action-Adventure, PlayStation 4)

 

Test: The Last Guardian (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



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FAZIT



Ich verneige mich vor Fumito Ueda. Er hat mit Trico ein lebendiges Wesen voller Charakter erschaffen. Viel zu oft werden Pionierleistungen in der Spielebranche an der Technik festgemacht - an größer, schneller, prächtiger. Dabei entsteht die wahre Magie hinter dem Offensichtlichen, wenn eine künstlerische Vision über den kreativen Geist ihre Gestalt annehmen kann. Und Trico ist für mich die faszinierendste Gestalt der Videospielgeschichte. Ich habe stellenweise wie ein kleines Kind gestaunt, das zum ersten Mal in einem Zoo einen Elefanten sieht. Man entdeckt ständig neue Regungen, Bewegungen und spürt im Laufe des Abenteuers, wie die Beziehung zwischen Junge und Fabelwesen immer stärker wird. The Last Guardian ist der totale Kontrapunkt zu einem hektischen Spieldesign, das mich ständig mit Klimbim berieselt und belohnt. Hier muss man viel Geduld mitbringen, sich auch mal zurücklehnen und grübelnd verharren. Denn man ist nicht der alles beherrschende Meister, der mit jedem Knopfdruck präzise Befehle erteilt - man ist ein kleiner Junge, der seinen störrischen Gefährten beobachten und auch mal warten muss. Fumito Ueda hat nicht einfach einen Koloss mit Federn animiert, sondern ihm über verblüffend authentisches Verhalten digitales Leben eingehaucht. Trico ist in seinem ganzen Wesen ein technisches Meisterwerk. Denn auch im Kleinen und Stillen gibt es sehenswerte Momente, die plötzlich in spektakuläre Akrobatik in architektonisch atemberaubenden Kulissen übergehen. All das wird nicht kitschig, sondern angenehm zurückhaltend inszeniert, als würde man am Lagerfeuer einer Sage aus alter Zeit lauschen. Ja, es gibt Defizite hinsichtlich der Kamera und der Steuerung. Hinzu kommen Bildratenprobleme. Aber all das verschwindet über 13 Stunden im Schatten von etwas Großartigem. Auch wenn eine Freundschaft mit einem Fabelwesen vielleicht nicht die dramatische Sogkraft der heroischen Duelle aus Shadow of the Colossus entfachen kann: Das, was The Last Guardian auf den Bildschirm zaubert, hat es in dieser Form noch nicht gegeben. Es sind diese einzigartigen Erlebnisse, für die ich Videospiele liebe.

(Wir haben The Last Guardian auf der PlayStation 4 Pro getestet. Anm.d.Red.)
Action-Adventure
Publisher: Sony
Release:
07.12.2016
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ab 18,43€
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WERTUNG




PlayStation 4

„Ich verneige mich vor Fumito Ueda. Trico ist für mich die faszinierendste Gestalt der Videospielgeschichte. Auch wenn es technische Defizite gibt: The Last Guardian zaubert etwas bisher nicht Erlebtes auf den Bildschirm.”

Wertung: 91%



 

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Kommentare

Stalkingwolf schrieb am
hab es in meinem Urlaub noch mal probiert. habe auch meine Tochter spielen lassen.
Wir hatten beide keinen Bock wirklich lange zu spielen.
War für mich eine herbe Enttäuschung.
Dazu ist meine PS4 Pro bei dem Game extrem laut. Vor allem das Blu-Ray Laufwerk macht extrem viel Krach. Sogar wenn nur die Disk drin ist und nicht mal das Spiel gestartet wurde.
Chibiterasu schrieb am
Hab es auch endlich mal durchgespielt.
Das Spiel könnte wirklich sehr sehr schön sein und ich hatte auch echt großartige sowie rührende Momente damit, aber es zehrt auch ungemein an den Nerven. Man merkt, dass gegen Ende alles etwas holpriger programmiert ist.
Die Kamera und das Vieh werden eher störrischer als gezähmter.
Eigentlich besteht das Spiel zu je einem Viertel aus:
1: schöner Atmosphäre, Musik, den tollen Animationen von Trico zuschauen, Zwischensequenzen (zu oft der gleiche "fangt er mich?" Suspense-Trick), etc.
2: sich oft wiederholenden okayen Rätseln/Kletterpassagen und eher nervigen (das Losstrampeln...) bzw. passiven Kämpfen (wenn Trico umhaut rockt das natürlich trotzdem).
3: sich ärgern über die Kamera und sonstige Steuerung vom Jungen (mühsames Klettern auf Trico..., Fehlsprünge, usw.)
4: Warten auf Trico, dass er endlich das macht, was man von ihm will (war doch einige Male, dass er bei mir überhaupt zwischen zwei Aktionsschleifen festhang). Das hat zu Beginn seinen Charme, weil er dabei auch noch trotzig reagiert. Später glotzt er oft einfach nur dumm ins Leere.
Das ist mir etwas zu wenig für ein Platin-Meisterwerk, auch wenn es mich thematisch und konzeptionell extrem angesprochen hat.
Schade.
Fand am Ende Shadow of the Colossus und auch Ico runder (und die sind in ihrer Urfassung schon holpriger).
Chwanzus Longus schrieb am
ein klasse spiel! total putziges vieh, dieser trico. habs durchgespielt und haette auch gern noch einige stunden laenger mit dem spiel verbracht. einziger negativpunkt ist der, dass sich das programm nach etwa einer stunde spielzeit ?leerlaeuft?, dann scheint trico nicht mehr daran interessiert zu sein raetsel zu loesen oder mitmachen zu wollen. abhilfe schafft ein neustart vom letzten speicherpunkt, und schon kundschaftet trico wieder in der welt umher. ob das ganze extra so gewollt programmiert wurde... keine ahnung. das gefuehl bei gefechten, wenn man den waechtern knapp entkommt, endlich an trico hastig hochklettert, in seinem nacken sitzt und mit ihm auf dem gegnermob herumwuetet!, diesen trico will man einfach streicheln!!! :mrgreen:
unknown_18 schrieb am
Dennoch werden gerade die zwei Budgets oft strickter getrennt und es Publisher Sache. Wo aber die Entwickler selbst ihren vorhandenen Teil vom Budget rein stecken, entscheiden primär dann doch die Entwickler. Wenn es da heißt "wir brauchen mehr Geld für die Grafik", wird halt an anderen Dingen gespart wie eben der KI.
Nuracus schrieb am
Was damit aber Teil des Gesamtbudgets ist.
schrieb am