Test (Wertung) zu The Order: 1886 (Action-Adventure, PlayStation 4)

 

Test: The Order: 1886 (Action-Adventure)

von Jörg Luibl





FAZIT



Was für ein verschenktes Potenzial! The Order: 1886 begeistert mit seiner fantastischen viktorianischen Kostümierung, der filmreifen Inszenierung sowie der sehr guten deutschen Lokalisierung. Die Story macht mit drei Motiven zunächst neugierig, Dialoge und Figuren wirken glaubwürdig und die Frauendarstellung weicht mit starken Charakteren angenehm von kitschigen Stereotypen ab. Leider kann das Spieldesign nicht mit der hohen Produktionsqualität mithalten. Den Rittern der Tafelrunde geht nach einem guten Einstieg mit jeder weiteren Stunde die Luft aus. Alles abseits der Filme ist gewöhnlich: Die Areale sehen toll aus, aber sind eng, unbelebt sowie streng linear - in den so wichtigen Ruhephasen drückt man banal Knöpfchen, springt fast automatisch oder untersucht sinnlos Gegenstände. Die Deckungsgefechte sind okay, aber nicht wuchtig genug, die Waffen zu konventionell und die KI stellenweise blind. Die öden Schleichpassagen verlangen keinerlei Cleverness, sondern brutale Kills, die nicht zu Sir Galahad passen wollen. Es gibt weder kreative Rätsel noch Steampunk-Staunen oder taktisch fordernde Bosskämpfe, sondern zu viele simple Reaktionstests. Ready at Dawn zitiert zwar an einigen Stellen exklusive Abenteuer wie Uncharted oder The Last of Us. Aber diese ernüchternde Action ist Welten entfernt von der Qualität à la Naughty Dog. Und das Ganze fühlt sich nach dem schwachen Finale so unfertig an, dass DLC oder der zweite Teil nur eine Frage der Zeit sind.
Action-Adventure
Publisher: Sony
Release:
20.02.2015
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ab 16,05€
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Vergleichbare Spiele

WERTUNG

Leserwertung 70% [8]



PlayStation 4

„The Order sieht klasse aus und wird filmreif inszeniert. Aber das lineare, oftmals banale Spieldesign ernüchtert in den Gefechten, beim Schleichen und sinnlosen Interagieren. Schade um das Potenzial!”

Wertung: 59%



 

Kommentare

Temeter  schrieb am
Raskir hat geschrieben: ?
19.02.2020 19:11
Ich weiß ehrlich gesagt nicht warum er nicht erfolgreich war. Vielleicht weil er nichts hatte womit man hausieren konnte, wie Joker (also Einzelstücke über die viele schwärmten). Er war durch und durch ein sehr guter Film aber für Mundpropaganda evtl ohne einen selling point. Ka, nur eine Vermutung. Es macht mir aber super Hoffnung auf dune. Gleicher Regisseur (hat ja auch prisoners gemacht, also guter Mann), ich bin sehr gespannt :)
Gravity hatte übrigens diesen selling point. Fand den aber auch ziemlich schwach, da gefiel mir interstellar um Welten besser (wortspiele dürfen behalten werden :) )
Blade Runner 2049 hat auch das Problem, dass es Blade Runner ist. Kultfilm sicher, aber nicht gerade Star Wars in Sachen Popularität. Und ist ja nicht so, dass nicht nur dem Film der Aufhänger fehlt; selbst die Geschichte des Films ist praktisch Bruchteil einer größeren Geschichte, die nach einem Nachfolger schreit.
Beides ist nicht unbedingt eine Formel für Erfolg.
Allerdings schön zu hören, dass er nun Dune macht.
Raskir schrieb am
Achso was ich noch vergessen hab:
Bladerunenr wurde ja in vielen Facetten aufgegriffen, von I Robot, Westworld (HBO), Detroid... aber wirklich gut und ein wenig schmutzig Umgesetzt halt nur von R. Scott. Da sieht man aber auch sehr gut den Zeitgeist. Den fand ich schon toll von 2049 eingefangen. Ist aber in etwa so wie bei den Terminator Filme, die hatten bei Teil 2, nicht so gute Computer - aber das Verleiht dem Film eine schöne raue Oberfläche!
würde dir dahingehend altered Carbon empfehlen, falls noch nicht gesehen. Ki ist zwar kein zentrales Element, aber es ist schon sehr Richtung Bladerunner (einige Anekdoten und direkte Hommagen gibt es auch). Ebenfalls dreckig, zäher Einstieg inklusive :)
Wenn es dir um KI Versoftungen geht, muss man ja noch ex Machina nennen. Und wenn du auf Manga stehst, der hierzulande recht unbekannte "Pluto", in dem Bereich eine absolute Referenz für mich :)
Sorry für off topic
ChrisJumper schrieb am
TheoFleury hat geschrieben: ?
19.02.2020 07:40
Also woran lag es wirklich? Auch wenn das Original (The Final Cut) besser ist meiner Meinung nach war die Neuverfilmung doch überraschend gut. Generell gab es doch kaum negatives Feedback?
Sehr schade, ich fand den BladeRunner2049 auch recht gut, wenn auch nicht so gut wie das Original.
Ein Problem sind glaube ich die Blasen in denen sich alle befinden. Da gibt es kein Aktuelles Thema mehr welches einen großteil der Menschen bewegt und ins gemeinschaftliche Träumen versetzt.
Mondlandung
Eroberung des Weltraums
Zukunftsvisionen
Aliens
....
Zombies
Vampire
Zauberer (Harry Potter)
....
In unserer Zeit kommt zwar auch alles immer wieder, und es hat auch sein Publikum, aber die Blasen sind nicht mehr so groß dafür Teilweise Zeitversetzt und dann fehlt oft die Vorfreude und Erwartungshaltung. Wie jetzt auch zum Beispiel für ein Halfe Life 3, ein VR-Titel oder Last of Us 2.
Je länger es dauert umso wahrscheinlicher ist es das echte Fans den Release verpassen weil sie mit etwas anderem Beschäftigt sind und dann auch nicht in Stimmung wenn der Release da ist.
Gleichzeitig ist das Überangebot so groß, das eine Tolle Serie an einem vorbei gehen kann weil man den entsprechenden Streaming-Dienst nicht nutzt.
Es ist alles heißer umkämpft und wenn man nicht aktiv auf eine Fortsetzung wartet und die Entwicklung verfolgt kann man sie halt auch verpassen.
Achso was ich noch vergessen hab:
Bladerunenr wurde ja in vielen Facetten aufgegriffen, von I Robot, Westworld (HBO), Detroid... aber wirklich gut und ein wenig schmutzig Umgesetzt halt nur von R. Scott. Da sieht man aber auch sehr gut den Zeitgeist. Den fand ich schon toll von 2049 eingefangen. Ist aber in etwa so wie bei den Terminator Filme, die hatten bei Teil 2, nicht so gute Computer - aber das Verleiht dem Film eine schöne raue Oberfläche!
@Raskir
Ja Interstellar war toll! Aber auch Gravity hat mir sehr gut gefallen. Bei Serien "The Expanse" war auch klasse! Gravity hatte unheimlich schöne...
Raskir schrieb am
TheoFleury hat geschrieben: ?
19.02.2020 07:40
Raskir hat geschrieben: ?
18.02.2020 12:36
Bladerunner hat sein Geld leider nicht eingespielt. Er hätte rund 350-400 mio machen müssen für break even, davon war er recht weit weg. Guter Film aber ein Verlustgeschäft.
+++
An der Qualität konnte es nicht liegen. An zuwenig Marketing ebenso, immerhin hat sich Blade Runner (Zwar nicht bei Release, aber dann über die Jahre hinweg) von Ridley Scott zum Klassiker entwickelt der jedem, der sich für SCi-FI Filme interessiert und ins Kino geht, geläufig sein sollte (ja eigentlich MUSS!), auch wenn man ihn nicht mal gesehen hat.
Also woran lag es wirklich? Auch wenn das Original (The Final Cut) besser ist meiner Meinung nach war die Neuverfilmung doch überraschend gut. Generell gab es doch kaum negatives Feedback? Ist das Kinopublikum , selbst im aktuellen Informationszeitalter, so auf Oberflächlichkeit gebürstet und schlechten Action Sequenzen mit super schnellem Schnitt das man ja nicht mehr viel nachdenken muss!? Muss so sein, nicht umsonst waren ZB. Gravity usw. erfolrgreicher trotz der offensichtlichen Banalität....Während eine gute Neuverfilmung von BLADE RUNNER ein Verlust war.....Ziemlich lasche Sache ;)
Ich weiß ehrlich gesagt nicht warum er nicht erfolgreich war. Vielleicht weil er nichts hatte womit man hausieren konnte, wie Joker (also Einzelstücke über die viele schwärmten). Er war durch und durch ein sehr guter Film aber für Mundpropaganda evtl ohne einen selling point. Ka, nur eine Vermutung. Es macht mir aber super Hoffnung auf dune. Gleicher Regisseur (hat ja auch prisoners gemacht, also guter Mann), ich bin sehr gespannt :)
Gravity hatte übrigens diesen selling point. Fand den aber auch ziemlich schwach, da gefiel mir interstellar um Welten besser (wortspiele dürfen behalten werden :) )
SethSteiner schrieb am
Temeter  hat geschrieben: ?
18.02.2020 12:36
Raskir hat geschrieben: ?
18.02.2020 12:36
Bladerunner hat sein Geld leider nicht eingespielt. Er hätte rund 350-400 mio machen müssen für break even, davon war er recht weit weg. Guter Film aber ein Verlustgeschäft.
Ach mist. Ich hatte jetzt nur auf Wiki geschaut, da standen 180m Budget.
Laut Boxofficemojo lag das Budget bei 150 Millionen. Eingespielt hat er 260 Millionen, tatsächlich bei weitem nicht genug - leider.
schrieb am