Lesertests zu Civilization 6 bei 4Players.de

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Runden-Strategie
Entwickler: Firaxis Games
Publisher: 2K
Release:
24.10.2016
21.10.2016
Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

93%Gesamt
93%

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Lesertest von arvid [I]

Ja, es ist ein comic- bzw. animehafter Look geworden. Gewöhnungsbedrüftig, vor allem nachdem die Civ5 Grafik so natürlich und erwachsen aussah. Ich finde die Grafik von Civ 6 einen Rückschritt und eine schäbige Anpassung an Konsolenspielliebhaber und Civ-Revolution „for Dummies“. Aber allein die 2d-Karte muss man nicht nutzen. Die Weltkarte sieht von der Darstellung her nicht so übel aus, dass man sich Terraintiles, Städte, Einheiten und Ressourcen nicht trotzdem gerne mal anschaut und bewundert. Wunder sehen auf der Map sehr klasse aus neben den Städten.
Ich finde nach Civ2 diesen 6. Teil der Serie von der Spielbalance der „Völker“, der Einheitenarten und -balance in den unterschiedlichen Zeitaltern zueinander, der Ressourcenverteilung und Nutzungsmöglichkeit beim Planen und neu Bauen von Städten einfach hervorragend. Man kann die Städte zwar ideal im Abstand von sechs Feldern so zueinander bauen, dass man in der Neuzeit perfekte Metropolen hat, die sich keine Felder überschneiden. Aber abhängig von Luxusressourcenverteilung auf der Karte, Form der Landmasse, Stadtstaaten und anderen Hindernissen (ich spiele ganz gerne die Deutschen ;) muss man auch beim Städtebau Zugeständnisse machen.
Die Technologien und Sozialpolitiken bauen auch nach den jüngsten Änderungen der superklugen Neunmalschlauen in den Fanforen jetzt auch logisch aufeinander auf. Obwohl ich den Techbaum und die Politiken schon seit Release ganz stimmig einschätze. Besonders gut gefällt mir hier, dass man durch die Wahl des Spielweges nie wirklich eine nicht aufholbare Schwäche produziert. Man kann eigentlich mit allem was anfangen. Nur im Optimieren kommt dann die Meisterschaft. Bei früheren Civ-Versionen waren andere Spieler bei Fehlern im frühen Spiel schnell abgehängt. Hier kann man bei Civ6 aufholen und das finde ich spannend.
Endlich mal eine sinnvolle Stadtentwicklung. Die dezentrale Stadt mit speziellen Bezirken außerhalb des Stadtzentrums wirkte für mich in den ersten Spielwochen etwas wie von Endless Legend abgekupfert. Aber lieber gut kopiert, als schlecht entworfen. Die Verteidigungszwänge des Stadtumfelds lassen das Spiel gegen menschliche Spieler so kniffliger werden, da man für den Fall eines hinterhältigen Angriffs bei Civ6 stärker vorbereitet sein muss, als bei den Spieleversionen davor. Trotz gefüllter Goldhaushaltskasse kann man nicht mehr mal in zwei Runden schnell eine große Armee zusammenkaufen, da die Kosten nachvollziehbar hoch sind und man sich ansich nur wenige Einheiten leisten kann. Noch positiver wirkt sich der Bezirkebau auf die Stadtnutzungsfelder aus. Wollte beim Bau so einer Civilisationstadt schon immer mal auch Gelände- und taktische Boni berücksichtigt wissen. Und bitte ja, es geht doch.
Während der Singleplayer selbst für völlige Neueinsteiger im mir bekannten Spielerkreis bis zur Stufe Prinz völlig obsolet ist und die schwierigen Spielstufen nicht auf guten Scripten der KI, sondern auf „Bescheißen“ des Spielprinzips hinauslaufen (extra Starteinheiten, schnellerer Bau, fixer BlaBla), macht Civ 6 vor allem im Multiplayer mit zusätzlichen KI-Spielern auf höchster oder vorletzter Stufe Spaß. Da hält man unter den menschlichen Spielern dann doch länger als erwartet zusammen. Bevorzugt spiele ich im Lan mit meiner Frau gegen vier Computergegner oder mit mehreren Freunden gegen ein paar Computergegner. Während der Lan-Modus im Gegensatz zu vorangegangenen Civ-Versionen von Spielrelease stabil läuft und bisher noch nicht ein einziges Mal abgestürzt ist oder sonstige Macken hatte, wie das noch bei Civ5 der Fall war, ist es höchst schade, dass man die Spielerfarben nicht wie bei anderen Strategiespielen vor dem Spielstart selbst festlegen kann. Da das Farbspektrum solcher Strategiespiele immer dahin gehen wird, dass sich ein paar Völkerfarben irgendwann „ähneln“ werden, wäre es für die Übersichtlichkeit bei menschlichen Spielern einfach besser, wenn man nicht bspw. mit dem ähnlichen Blauton nebeneinander rauskommt, … noch schlimmer, zwei menschliche Spieler wollen unbedingt das gleiche Volk spielen. Das geht zwar bei Civ6, was ich grundsätzlich okay finde, aber haltet dann mal die zwei Spieler auseinander, wenn die außerhalb ihres Territoriums mit massig Einheiten rumziehen. Immer Zeiger drauf und kontrollieren!
Religion ist wieder da, sieben Stück können die Spieler gründen, danach ist Schluss. Civ 6 hat nicht mehr so die super Wunderüber-Ägypter, was klasse ist. Irgendwo gab es bei den Multiplayer Games von Civ 5 immer einen Spieler, der sich am anderen Ende der Karte nur auf Wunder konzentrierte und völlig ungestört vor sich hindümpelte. Dadurch, dass Wunder bei Civ 6 tolle Vorteile bringen, aber nicht mehr übermächtig gut sind und man auch notfalls drauf verzichten kann, wirkt sich das positiv auf die Spielbalance und vor allem auf die übrigen Spielprinzipien (religiöse Spielweise, Technologe, Kriegstreiber, …) aus.
Pro
  • Spielmechanik und Multiplayer extrem gut gelungen.
  • Nachdem seit Civ 5 die genialen sechseckigen Felder eingeführt wurden und das wirklich mehr Überlegung beim Einheitenziehen nach sich zieht * g *, hat Civ 6 mit der mitwachsenden Stadt für mein Spielgefühl einen weiteren großen Schritt in die richtige Richtung gemacht.
Kontra
  • Extrem verbesserungswürdige Scripte der AI (Stand 21.03.2017).
  • Trotz tw. Verbesserung des Einheitenziehens, wenn die KI Städte angreift, rennen deren Einheiten nicht in scriptbaren Idealformationen umher, und lassen sich tw. zu leicht mit Hit & Run runterschießen.
 

Civilization 6

Civilization 6
arvid [I]
arvid [I] 22.03.2017 PC 
93%
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