Test zu The Last of Us von unserem Leser "1Herjer" - 4Players.de

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Survival-Horror
Entwickler: Naughty Dog
Publisher: Sony
Release:
14.06.2013
30.07.2014
Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

84%Gesamt
87%
74%

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Lesertest von 1Herjer

Warum The Last of Us, The Last for Me wird, oder warum man manchmal auf seine innere Stimme hören sollte.

Und die flüsterte mir, nach der ganzen Anfangshysterie und den Überwertungen, mit denen die schreibende Zunft um sich schmiss, ins Ohr, "Hast Du dir nicht geschworen, dass Du und Naughty Dog (ND) nach Uncharted 2 getrennte Wege gehen werdet?". Das war der Grund, weshalb ich das Spiel auf der Playse 3 geschickt umschipperte. Und jetzt bin ich, als frischer Kapitän einer PS4, doch noch aufgelaufen. Der Elektronikhändler meines Vertrauens machte mir ein Angebot, dass ich nicht ablehnen konnte. Ganz ohne Pferdekopf.

Nachdem das Spiel ja Schlagzeilen über Schlagzeilen generiert hat, bin ich mal so dreist und spare mir das ganze "Warum? Wann? Wo?". Ihr wisst entweder bescheid, interessiert euch nicht für Videospiele, oder habt ein paar Jahre in Guantanamo eingesessen. Konsequenterweise müsste ich dann auch nicht nocheinmal auf den grandiosen Prolog eingehen, mache es aber trotzdem. Man hat der mich gepackt! Und Hoffnungen geweckt.

Top motiviert habe ich mich also vom Einstieg, ins typische, als Tutorial dienende erste Kaptitel, gestaunt. Hier erkennt der ND-Jünger die markante Handschrift der Entwickler. Hübsche (abgesehen von den Pop-Ins), detaillierte Grafik, fantastische Animationen aller beteiligten Akteure und eine superbe Soundkulisse. Die Synchronisation (im Englischen) ist auch gewohnt auf Spielfilmniveau. All diese Pluspunkte ziehen sich durch das gesamte Spiel. Vor allem was Gestik, Bewegung und Interaktion der Spielercharaktere angeht, ist ND einfach auf einem unerreicht hohen Level.

Es ist also hübsch und klingt gut, aber die wichigste Frage ist, wie spielt es sich denn? Hier bin ich so frech und antworte, wie Uncharted mit einer 0815-Schleichmechanik. Immerhin lässt einem das Spiel meistens die Wahl, ob man schleichend alles Töten will, oder in Deckungsshootermanier um sich wütet. Zu 99% müssen alle Gebiete immer "gesäubert" werden, bevor einem erlaubt wird den nächsten Abschnitt zu betreten. Ausnahmen stellen nur manche Abschnitte mit den Infizierten dar. Für mich einer der vielen Atmossphärekiller des Spiels. Hallo, ich habe ein Kind bei mir. Wäre es da nicht verantwortungsbewusster zu versuchen, den Kampf zu umgehen, gerade da einem das Spiel ja suggerieren will, dass jede Kugel zählt.

Aber das sind die zwei Gesichter von TLoU. Auf der einen Seite sieht man eine zerstörte geplünderte Welt, auf der anderen irgendwelche marodierenden Klongegner, mit unendlichen Munitionskapazitäten. Zum Glück bietet einem die neue Möglicheit zu Schleichen ein kleines Hintertüchen. Das Katz und Mausspiel mit seinen Gegner, sprich Gegner anlocken, austricksen und leise ausschalten, kann aber auch nur die ersten paar Stunden motivieren. Und hier kommen wir wieder bei einem meiner Hauptprobleme mit ND-Spielen an. Die repetetiven Gegenermassen, die einem das Spiel entgegenschmeisst.

Hat man ein Areal betreten, dass ein wenig weitläufiger ausfällt, stehen wieder überall verdächtig aussehende Gegenstände herum, alle selbstverständich auf Hüfthöhe. Und kaum ist man in Deckung gegangen, überflutet das Spiel einen auch schon mit bösen Jungs. Also gebe ich mir große Mühe, unentdeckt den 8-10 Hanseln meinen neuesten Fausttanz vorzuführen. Nach getaner Arbeit, bleibt keine Zeit zum Durchatmen. Das Spiel ist so nett und beamt eine neue Horde in meinen Rücken. Das ist auf lange Sicht einfach monotones Gameplay, dass weder zu motivieren weiß, noch besonders gut umgesetzt ist. Von der Glaubwürdigkeit des TLoU-Universums wollen wir jetzt gar nicht anfangen. Ab der Häflte des Spiels habe ich als Mann in den Mittfünfzigern, in Begleitung eines Kindes, die Hälfte der amerikanischen Ostküste eigenhändig ausgerottet.

Das Problem, ist man macht es mir verdammt schwer einfach aufzuhören. Es gibt diese geiwssen Momente. Panische Fluchtsequenzen vor grandios inszenierten Zombiehorden. Besonders gefällt mich hier die schonungslose Brutalität, mit der hier zu Werke gegangen wird. Eine volle Salve Schrot, aus direkter nähe abgefeuert, resultiert in Blut und Verstümmelung. Bitter. Glaubwürdig. Erwachsene Gewalt, im Gegensatz zu zum Selbstzweck inszenierten (zugegebenermaßen belustigenden) Blutorgien alà Mortal Kombat. Das würde ich mir öfters wünschen.

Aber die stärksten Momente hat das Spiel in seinen ruhigen Entdeckungsphasen ziwschen dem Einheitsbreigeballer. Hier wird eine Welt gezeichnet, die zum verzweifeln schön und grausam ist. Man stößt auf ein kleines Grab, dessen Kreuz mit einem Teddybär verziert wurde, findet ein Pärchen, das sich als letzten Ausweg zusammen in einer Badewanne das Leben nahm. Über die ganze Zeit nimmt man so an tragischen Schicksalen der Menschen dieser Zeit teil. Und dann gibt es wieder leichte Hoffnungsschimmer, wenn beispielsweise eure Begleiterin ein Buch mit Witzen findet, von denen einer flacher ist als der andere und euch damit "quält". Hier kaufe ich ND ihre postapokalyptische Vision wieder ab.
Pro
  • Steht im Test Teil 2 für PS3
Kontra
  • Steht im Test Teil 2 für PS3
 

The Last of Us

The Last of Us
1Herjer
1Herjer 18.03.2015 PS4 
60%
4 3

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