Gameplay:
Tales of Monkey Island ist ein ganz klassisches Adventure: laufen, reden, Rätsel lösen. Allerdings sind die Rätsel in der ersten Episode größtenteils zu leicht, weswegen die sowieso nicht sehr lange Spielzeit schnell vorbeigeht. Ihr spielt natürlich Guybrush Threepwood, Mighty Pirate (TM), und müsst mal wieder eure Frau Elaine vor dem fiesen LeChuck retten - denkt man zuerst! Dann landet ihr aber wegen einer Explosion auf einer unbekannten Insel und dooferweise ist nicht nur LeChuck zum Menschen geworden, sondern auch eure eine Hand von seinem Fluch besetzt und will euch nicht mehr gehorchen. Ab sofort seid ihr also gefordert: organisiert ein Schiff, um von der Insel zu entkommen, die von allerlei durchgeknallten Piraten bewohnt wird! Leider entpuppt sich die Story (noch) als sehr oberflächlich und der Spielverlauf als viel zu leicht, die meisten Rätsel sind nicht sonderlich einfallsreich oder fordernd.
Präsentation:
Wie man es von der legendären Monkey Island Reihe gewohnt ist, ist auch Tales of Monkey Island knallbunt - was aber sicher hier nicht jedem gefällt, denn die interessante Comic-Grafik hat so einige Macken und grundsätzliche Detailarmut. Die verschiedenen Charaktere sind sympathisch, aber der Bösewicht sieht nicht nur furchtbar schlimm designt aus, sondern bleibt auch sehr blass. Dafür entschädigt aber der gelungene Humor, für den allerdings gute Englischkenntnisse vorausgesetzt werden, denn eine deutsche Version ist nicht vorhanden. Musik & Sound bewegen sich auf einem guten Niveau, die englische Sprachausgabe ist erstklassig.
Technik:
Die Technik in Tales of Monkey Island ist durchgehend stark durchwachsen: die Grafik ist durchschnittlich, die Steuerung verdammt zickig und hoffnungslos veraltet. Was jedoch zumindest mir bitter aufstößt, ist die doofe Episoden-Form: 4 Stunden Spielzeit für 15 Euro ist etwas teuer. Dafür gibt es aber die Möglichkeit, alle Episoden + Box für 35 Euro zu kaufen - das ist fair.
Mein Fazit:
Es hätte besser werden können. Als langjähriger Monkey Island Fanboy habe ich mir mehr von der ersten Episode versprochen, auch wenn das Spiel immer noch den wunderbaren Charme versprüht. Es ist zu leicht und nicht das erhoffte Highlight - aber was soll's? Ich hatte Spaß damit, endlich wieder mit Guybrush rätseln und lachen zu dürfen - und das habe ich wirklich oft, denn witzig ist auch Tales of Monkey Island allemal, auch wenn spielerisch der letzte Kick fehlte. Adventure-Freunde können trotzdem zugreifen!
Pro
- interessante Comic-Grafik ...
- einige witzige Sprüche
- ein paar knifflige Rätsel ...
- sympathische Charaktere ...
- gute englische Sprecher
Kontra
- ... die eindeutig Geschmackssache ist
- schreckliche Steuerung
- ... aber insgesamt zu leicht
- ... und ein blasser Bösewicht
- (derzeit) nur auf Englisch erhältlich
- Episoden-Form
Tales of Monkey Island 1
Wertung: gut
User-Wertung75%