Test zu Resident Evil - Code: Veronica X von unserem Leser "TheInfamousBoss" - 4Players.de

 
Action
Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom
Release:
kein Termin
10.03.2004
12.03.2004
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

86%Gesamt
84%
85%
91%

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Lesertest von TheInfamousBoss

"RESIDENT EVILLLL..." haucht eine bedrohliche und doch leicht trashig wirkende Stimme, als ich im Menü ein neues Spiel starten will. Was bei dem grottigen, der Reihe unwürdigen Actiondreck "Resident Evil 5" (und sicherlich auch bald Teil 6) absolut lächerlich wirkt, lässt einen hier schon etwas vor Ehrfurcht erstarren, denn man weiß: Hier kriegt man wirklich Resident Evil geboten.
Das bedeutet u. a. feste Kameraperspektiven, Schockmomente, haufenweise niedergeschossene Zombies, Bosskämpfe gegen wirklich angsteinflößende Gegner, Rätsel, stimmungsvolle, große Locations zum Erkunden, und Momente, in denen man mit letzter Kraft noch ein Heilmittel sucht. Ununterbrochene Spannung.

"RE: CVX" ist mein erstes richtiges Resident Evil. Und am Anfang hatte ich ja schon etwas Schiss. Keine Hilfestellungen, keine "Klicken sie hier, um Aktion X auszuführen"-Angaben, Orientierungsschwierigkeiten, mehrere Rätsel, die man auf Wunsch gleichzeitig bzw. "durcheinander" lösen kann. Und sowas soll ich actionverwöhnter Frauenschwarm wirklich schaffen?

Die Antwort: Ich habs gestern geschafft. Was für ein Erfolgserlebnis nach jedem gelösten Rätsel, jedem getöteten Zombie, jedem gefundenen Geheimgang!

"RE: CVX" beginnt mit der Suche Claire Redfields nach ihrem verschollenen Bruder Chris auf der Gefängnisinsel Rockfort Island, bzw. ihrer Gefangnahme auf besagtem Eiland. Nachdem auch dort der T-Virus ausgebrochen ist und man deswegen freigelassen wird, kämpft und rätselt man sich durch die Zellentrakte, Büros, militärischen Ausbildungszentren, Gärten, Keller, geheimen Folterkammern, Labors, die stimmungsvolle Privatresidenz der Ashford-Zwillinge auf der Insel sowie einen unerwarteten, geheimen Ort.

Ein hübsches Setting übertrifft das andere, überall ist etwas zu finden - und oft ist jeder Druck auf die Aktionstaste wichtig fürs Weiterkommen. Sei es, weil man endlich wieder ein Pistolenmagazin oder einen unentbehrlichen Schlüssel für eine versperrte Tür findet. Hier muss alles untersucht werden, selbst in dunklen oder von der Kamera absichtlich versteckten Ecken sind oft Items zu finden. Wer eine Schublade vergisst, kann stundenlang herumirren. Items werden kombiniert, an seltenen Speicherpunkten abgelegt und nach Stunden irgendwo eingesetzt.
Hier ist nix mit automatisch ausgeführten Aktionen!

Auch die Steuerung ist bekannt aus den älteren Teilen: automatisches Zielsystem, bei dem man die Waffe nach oben oder unten bewegen kann, eine schnelle 180°-Drehung und ständiges Nutzen der Aktionstaste.

Eingefangen wird der ganze Horror von festen Kameraperspektiven, die oft den Charakter von vorne einfängt, nur um beim Perspektivenwechsel mit einem plötzlich auftauchenden, bis dahin stillen Zombie zu schocken, der einen auch sogleich anknabbert.

Die Rätsel bestehen oft aus dem Finden von Items, die mit anderen Items kombiniert und irgendwo eingesetzt werden müssen. Einige Male muss man sich auch ein paar Berichte usw. durchlesen und auf bestimmte versteckte Botschaften achten, um voranzukommen. Die Rätsel sind zwar unrealistisch (wer zum Teufel rennt jeden Tag durch die halbe Einrichtung, um zwei Diamanten zu suchen, damit er so den Geheimgang zu seinem Schlafzimmer öffnen kann?), aber unheimlich stimmungsvoll und tragen zur geheimnisvollen Atmosphäre bei. Atmosphärische Höhepunkte sind die Privatvilla von Alfred Ashford mit einer riesigen, angsteinflößenden Puppe seiner Zwillingsschwester im Eingangssaal, gefolgt von einer tollen Music Box-Melodie sowie ein Gefangener an besagtem geheimen Ort, der seit vielen Jahren gefesselt in einer Untergrundzelle festgehalten wird.

Die Story bietet einige interessante Wendungen, die man so nicht erwarten würde. RE-Fans fühlen sich natürlich sofort heimisch, denn es sind einige bekannte Charaktere wieder dabei.

Soundtechnisch gibts aus damaliger Sicht nichts zu meckern, alles schön oldschool: Knarrengeräusche, Musik, Sprecher. Es nimmt zwar keine Metal Gear-Dimensionen an, aber alles ist in sich stimmig. Das Spiel hat einfach Seele.

Negativ hervorzuheben sind einige wirklich unfaire Momente, in denen man z. B. in Ruhe herumläuft, während plötzlich ein Hunter (Achtung: gefährlich) auf einen springt und sofort erledigt, bevor man sich auch nur heilen kann. Verbunden mit solchen Retries oder einigen Rätseln sind lange Laufwege verbunden, die etwas langatmig wirken können.
Auch das Bestrafen des Spielers, wenn er zuvor die falsche Waffe eingepackt hat und jetzt den Endboss nicht besiegen kann (hatte ich leider beim ersten Durchgang, ich habe das Spiel erst beim zweiten Durchgang geschafft!), finde ich fies. Wenigstens ein Packen Munition sollte dann doch anzubieten sein, wenn es wirklich keine andere Lösung gibt. Kleiner Tipp von mir: Immer in einen neuen Slot speichern, um solche Frustmomente zu mindern.

Doch wie wir wissen, ist kein Spiel perfekt. "RE: CVX" ist ein Klassiker, der die 9,99 $ (Angebot im US-PSN) mehr als wert war. Lange Spieldauer, und ein ganz anderes Spielgefühl. Have fun! 8,5
Pro
  • durchgehend spannend...
  • wunderbar stimmungsvolle Locations voller Details
  • interessante Rätsel...
  • lange Spieldauer (beim ersten Durchgang bis zu 25 Stunden möglich)
  • ordentliche Sounds, teils tolle Musik
  • Story wird vor allem durch Tagebucheinträge, Berichte usw. sehr stimmungsvoll erzählt
  • ein paar nette Schockmomente
  • volle Konzentration ist gefordert
  • die Grafik ist recht hübsch für damalige Verhältnisse
  • interessante Gegner mit bestimmten Schwachstellen
  • symphatische, bekannte und neue Charaktere
  • konstant hohe Qualität und gleichmäßige Mixtur, kein Actionüberhang gegen Ende wie bei vielen anderen Spielen
  • spannende, harte Bosskämpfe
  • Battle Mode freischaltbar nach dem Story Mode
  • Das letzte richtige "Resident Evil"!
Kontra
  • ...ohne richtige "Ich mach mir in die Hose"-Momente
  • ...die teils recht konstruiert wirken
  • unausgegorenes Zielsystem (kein genaues Zielen möglich)
  • einige (sehr wenige!) schlicht unfaire Trial & Error-Abschnitte
  • Nichtweiterkommen des Spielers durch falsche Waffen- und Itemwahl
  • keine Splattereffekte mehr
 

Resident Evil - Code: Veronica X

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