Test zu Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots von unserem Leser "Laner" - 4Players.de

 
Stealth-Action
Entwickler: Kojima Productions
Publisher: Konami
Release:
05.03.2009
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ab 10,05€
Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

91%Gesamt
91%

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Lesertest von Laner

War has changed. War, and its consumption of life, has become a well-oiled machine. War has changed. War became routine. Genau so wie die Spieleindustrie in den letzten Jahren. Viel zu viele Spiele ähneln sich. Innovation? Ein Fremdwort. Vielfalt? Wohl eher kaum. Erinnert ihr euch an die großen Videospielhelden alter Tage, mit denen wir schon so viele Sternstunden der Videospielgeschichte verbracht haben. Die Marios, die Links, die Gordon Freemans, die Samus Arans und dann wäre da natürlich noch:
Solid Snake.
Mit diesem alten Haudegen haben wir schon so viel erlebt.
Metal Gear Solid 1 war der große Anfang, sozusagen die Geburt. Metal Gear Solid 2 und dessen jünglicher und eher unbeliebter Protagonist Raiden, stehen für die Jugend. Im Vergleich dazu MGS3: Snake Eater, mit vielen epischen und emotional schwerwiegenden Szenen steht es für das Erwachsenwerden. Nun sind einige Jahre vergangen. Snake ist alt geworden. Sehr alt ? trotzdem steht ihm noch ein Abenteuer bevor. Eines, das alle offenen Fragen beantworten soll, gleichzeitig aber spielerische Maßstäbe für die Serie setzen will. Klingt so, als ob sich Schöpfer Hideo Kojima zu hohe Ziele setzt. Geht dem alten Meister auf der Zielgeraden die Luft aus?
(Mittlerweile kennen wir die Antwort natürlich: NEIN!)
Der Anfang macht einiges klar. Obwohl die MGS-Serie schon immer für eine grandiose Inszenierung stand, ist es besonders beachtlich, was Kojima hier abfeuert. MGS 4 zieht alle inszenatorischen Register! Dieser melancholische Monolog. Man spürt richtig, wie sehr der Krieg an den Menschen und vor allem an Old Snake genagt haben. Das ist nicht der Hurrapatriotismus, welchen man aus vielen modernen Ego-Shootern gewohnt ist. SPOILER: Ihr werdet, auf dem Weg zum großen Finale, noch unzählige, ähnliche Magic-Moments erleben, wie etwa eine atemberaubende Motorradfahrt durch die Häuserschluchten Europas, einem Gang durch eine überdimensional große Microwelle und einer aberwitzigen Verlobung im Kampfgeschehen. Besonders hervorheben möchte ich die zahlreichen und meisterhaft inszenierten Auftritte vom früheren MGS-Jar Jar Binks Raiden. Wenn ein Charakter, der Videospielbranche, das Prädikat ?Bad-ass? verdient hätte, dann wohl er. (Um ehrlich zu sein, freue ich mich mehr auf das Spin-off mit Raiden, als auf einen potenziellen 5. Teil). Generell wirkt es so, als dürfte sich jeder wichtige und lebendige Charakter noch einmal, vor dem sich schließenden Vorhang, verneigen. Ganz großes Kino!
Überraschender ist, dass Kojima es wirklich schafft, in diesem Spiel alle offenen Fragen zu beantworten und Storystränge zu verknüpfen. Dass dafür ein 90 minütiger Abspann von Nöten war, möge ihm vergeben sein. Im wendungsreichen Finale der MGS-Saga dreht sich alles um den kontrollierten Krieg, die Patriots und natürlich der große Antagonist: Liquid Ocelot. Um diesen zu stoppen, tretet ihr eine atemberaubende Weltreise an. Ihr erforscht nah-östliche Kriegsgebiete, europäische Städte und sogar ein Nostalgieflash in Form eines
Pro
  • ..Besuches auf Shadow Moses Island beinhaltet das Schleichepos. Doch Liquid ist nicht der einzige Gegner, der sich euch in den Weg stellt. Durch eine mysteriöse Krankheit bedingt, hat unser alternder Held nicht mehr lange zu Leben.
  • Obwohl Snake stark angeschlagen ist, lernt dieser noch einige knifflige Tricks ? er besitzt nun eine Augenklappe mit Nachtsichtfunktion, einen von Otacon gesteuerten Hilfsroboter und einen Tarnanzug, der sich automatisch seiner Umgebung anpasst und das Tarnfeature von Snake Eater um einiges besser adaptiert. All das würde jedoch nichts ändern, wäre das Gameplay immer noch so ungelenk wie in Vorgängern. Stand MGS zuvor noch für hakelige Padakrobatik, spielt sich der 4. Teil butterweich und angenehm. Es gibt zwar immer noch ein paar kleine Probleme, doch das wird wohl nur die ganz pingeligen Nasen unter euch Stören. Das Leveldesign wurde ebenfalls an den Spieler angepasst, denn nun lässt das Spiel euch die Wahl, ob ihr euch, wie gewohnt, kriechend fortbewegt.
Kontra
  • ..Manchmal fühlt sich MGS4 sogar an, wie ein waschechter Team-Shooter. Klar, für Serienfans mag das viel zu actionreich sein, doch die Puristen unter euch machen es eben auf die gute alte Art und Weise. Das alles würde wahrscheinlich nicht so viel Spaß machen, wenn die Gebiete nicht so gut aussehen würden, wie sie es eben tun. Als das Spiel 2008 erschien, war es die klare Referenz, was Spiele auf der Konsole angeht. Das MGS4 heute nicht mehr mit den Besten der Besten mithalten kann, ist wohl klar, trotzdem beeindrucken die detailliert modellierten Settings und die, wie bereits erwähnt, grandios inszenierten Cutscenes.
  • Fazit: Jeder PS3-Besitzer ist verpflichtet, seiner schwarzen Schmuckkiste, dieses Kunstwerk zu spendieren, denn solche großartigen Spiele erschienen wirklich nicht oft genug. Ob sich Snake erneut in die Schlacht begibt oder ob er endgültig in den Ruhestand tritt, bleibt ihm überlassen ? eine Pause hat sich der alte Mann rätlich verdient. Es wird Zeit Abschied zu nehmen!
 

Metal Gear Solid 4

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots
Laner
Laner 21.11.2011 PS3 
92%
10 0

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