Musik im Spiel

Boxenlärm & Klangepos

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So fing alles an: Der PC-Speaker, das plärrende, piepsende Lautsprecherlein, welches heutzutage nur noch fiept, wenn am PC etwas nicht stimmt. Unglaublich, früher war dieses ungemein nervende Teil für die komplette PC-Akustik zuständig.

C64- und Amiga-User waren nicht viel besser dran: Chipsounds basieren auf Frequenzmodulation, bestanden also im Grunde nur aus mehr oder weniger hohen Piep-Tönen - die einen lieben es, die anderen hassen es...

Richtig anhörbar wurde es erst mit Soundkarten, die digitale Klänge wiedergeben konnten, wie Creatives SoundBlaster oder der knallroten Gravis Ultrasound - einer Karte, die speziell in Demokreisen einen hervorragenden Ruf genoss.

Auch der bei Spielern sonst eher belächelte Atari ST hatte seine leuchtenden Momente - dank seines hervorragenden MIDI-Anschlusses und guter Software entwickelte sich der Amiga-Konkurrent zur semiprofesionellen Soundmaschine. Außerdem konnte man über diesen Anschluss hervorragend Mehrspielergames wie den Smiley-Shooter Midi Maze zocken...

...während der Amiga auf einem anderen Gebiet punktete: den Trackern. Diese auf Basis von Digi-Samples arbeitenden Musiktools revolutionierten mit dem mittlerweile legendären .mod-Format die Art und Weise, wie man Musik erstellt. Diese Welle schwappte kurz darauf auch auf den PC über.

Doch die Ansprüche der Spielerohren stiegen, irgendwann waren knarzige 8 Bit-Samples nicht mehr genug - Live-Aufnahmen mussten her! Eines der ersten Spiele mit einem profesionellen Orchester-Soundtrack war das Voxel-Action-Adventure Outcast. Seitdem reichen musikalisches Talent und eine Sample-CD nicht mehr aus, um ein guter Spielemusiker zu werden - heutzutage sollten auch »klassische Ausbildung« und »Notenbeherrschung« im Lebenslauf stehen.

Auf der anderen Seite demonstrieren gerade Independent-Spiele wie Darwinia eindrucksvoll, dass auch minimalistische Musik hervorragend zu einem Game passen kann - trockene Chill-Klänge, gepaart mit elektronischem Gefiepse. Solange es zum Spiel passt, ist musikalisch wohl doch alles erlaubt was gefällt.

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