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Die Geschichte der Handhelds

 

Mattel-Handhelds

Man mag es kaum für möglich halten, aber die Geschichte der Handhelds beginnt ohne Nintendo: Bereits 1977 brachte Mattel (ja, die Barbie-Firma!) portable Spielgeräte auf den Markt. Diese länglichen Plastikmonster, deren Form sich absichtlich an Taschenrechnern orientierte, beinhalteten jeweils ein Spiel: »Auto Race«, »Football«, »Baseball« und »Basketball« (seinerzeit war kreative Titelgebung nicht die Entwicklungs-Priorität) waren die erfolgreichsten davon. Was nicht viel heißt, denn sehr viel mehr Spiele gab es nicht. Die Systeme waren kurzzeitig enorm erfolgreich, verschwanden aber wieder sehr schnell vom Markt.

Game & Watch (Nintendo)

1980 entwickelt Gunpei Yokoi nicht nur das digitale Steuerkreuz, sondern gleichzeitig auch das »Game & Watch«-System: Dieser Urgroßvater aller Handhelds setzte auf vorgefertigte Bilder (dargestellt von einem simplen Flüssigkristall-Display), zwischen denen der Spieler hin- und her schalten durfte, um z.B. fallendem Werkzeug oder gegnerischen Autos auszuweichen - eine frühe Form von Interaktivität. Die kleinen G&Ws, die es in verschiedenen Varianten inkl. einer Dualscreen-Version oder einem Schlüsselanhänger gab, enthielten jeweils nur ein Game, und, wie man dem Namen entnehmen kann, eine Uhr - sehr simpel, aber ein gigantischer Erfolg, denn aus den anfänglichen Eigenentwicklungen wurden später immer mehr Lizenzspiele wie Mickey Mouse. Einen umfassenden Überblick über dieses Thema finden GBA-Spieler übrigens in den optisch und spielerisch aufgemöbelten »Game & Watch Gallery«-Games von Nintendo.

Game Boy (Nintendo)

Erst 1989 begann das richtige Zeitalter der Handhelds - und dann gleich mit einem Donnerknall, dessen Echo bis heute nicht abgeebbt ist: Der Game Boy, Gunpei Yokois Meisterwerk. Das auf den ersten Blick schrecklich unscheinbar aussah: Keine Farbe (es ließen sich nur Graustufen darstellen), schwacher Prozessor, gerade mal genug RAM für einen Kaffee ohne Zucker - was soll das denn sein? Antwort: Das mit mehr als 100.000.000 verkauften Einheiten bis heute erfolgreichste Videospielsystem aller Zeiten. Was nicht nur am billigen Preis (zur Markteinführung kostete der Game Boy gerade mal gut 100 Dollar) und der energieeffizienten Hardware lag, sondern auch an der brillanten Software, wovon das beste Spiel dem System kostenlos beilag - Tetris. Der Game Boy war technisch der kurz darauf erscheinenden Konkurrenz meilenweit unterlegen - und überlebte doch jede einzelne davon, was der Startschuss für Nintendos »Technologie ist nicht wichtig. Spiele sind es.«-Philosophie war. So erfolgreich war dieses System, dass es volle neun (!) Jahre dauerte, bis mit dem Game Boy Color ein »Nachfolger« auf die Bühne kam, der ein wenig Farbe beherrschte (den dazwischen liegenden »Virtual Boy«-Flop mal außer Acht gelassen). Bis zum richtigen Nachfolger sollten nochmal drei Jahre vergehen...

Lynx (Atari)

1989: Der Game Boy war gerade mal einige Monate auf dem Markt, da konterte Atari, seinerzeit trotz des großen Videogame-Crashes von 1983 Nach wie vor einer der größten Player im Geschäft, mit seinem eigenen Handheld - dem Lynx. Und auf dem Papier standen alle Zeichen auf Weltherrschaft: Das Gerät beherrschte 4096 Farben, die dank satter Hintergrundbeleuchtung herrlich hell und scharf herumstrahlten. Fetter Stereo-Sound dröhnte aus den Boxen, das System ließ sich komplett um 180° drehen, so dass auch Linkshänder das volle Vergnügen erfuhren. Bis zu 18 Handhelds konnten per Linkkabel für bis dato ungeahntes Mehrspielervergnügen miteinander verbunden werden. Und der verbaute 3D-Chip war eine technische Meisterleistung, die Zoom- und Dreh-Spielereien auf Spielhallen-Niveau ermöglichten! Und dennoch blieb der Lynx nicht viel mehr als ein Achtungserfolg: Zum einen war das Teil wirklich riesig groß, fast 30 cm lang, und damit für die Hosentasche völlig ungeeignet. Zum anderen verlangte die ach so fancy Technologie ihren Preis in Form von leeren Batterien: Ein Sechserpack R6 reichte für durchschnittlich gerade mal drei Stunden Spielspaß! Der Todesstoß war aber schlussendlich mal wieder die Software: Gute Spiele kamen fast ausschließlich von Atari selbst oder von (Lynx-Mitentwickler) Epyx - den Rest des geringen 3rd Party-Ausstoßes konnte man fast durchgehend in der Pfeife rauchen.

Game Gear (Sega)

Ein Jahr nach Game Boy und Lynx sprang auch der damalige Konsolen-Sieger Sega auf den Handheld-Zug auf: Das Game Gear war im Grunde ein portables Master System, allerdings mit einer größeren Farbpalette. Die Ähnlichkeit zu seinem stationären Verwandten waren so groß, dass viele umgesetzte Spiele absolut identisch waren - und falls nicht, gab es einen Adapter, mit dem man die klotzigen Module direkt im Gear Gear verwenden konnte. Das System war mit mehr als zehn Millionen verkauften Einheiten zwar kein Misserfolg (Sega war gerissen genug, dem GG das Tetris-ähnliche Columns beizulegen), aber auch kein durchschlagender Kracher, was wie beim Lynx an dem mauen Software-Angebot sowie dem ebenfalls enormen Batteriehunger lag. Immerhin konnte man Sega nicht vorwerfen, ideenlos zu agieren: Für das Game Gear gab‘s immerhin abgefahrene Hardware wie einen TV-Tuner.

PC Engine GT / Turbo Express (NEC)

Ein Jahr nach dem Game Boy brachte NEC den Rolls-Royce der Handhelds auf den Markt: Die Turbo Express war eine mobile Variante der PC Engine, einer gerade in Asien erfolgreichen Konsole. Farbiges LC-Display, kompatibel zu allen PCE-Spielen (direkt kompatibel, wohlgemerkt: Hu-Card rein, Spielspaß ahoi!), kraftvolle Technik - und ein Preis von 350 Dollar, der ebenso abschreckend wirkte wie die dauerhaften technischen Probleme, gegen die der Red Ring of Death wie ein gemütliches Kitzeln des Zwerchfells wirkt. Ganz zu schweigen von dem Batteriebedarf, der locker mit dem des Lynx mithalten konnte. Doppelt schade für uns, dass die Turbo Express hierzulande nie offiziell veröffentlicht wurde, denn technisch war das Teil ohne Frage enorm fortgeschritten.

Nomad (Sega)

1995 war die Zeit der 2D-Konsolen eigentlich vorbei; mit der PlayStation und dem Saturn brach bereits die Ära der 3D-Heimwunder an. Das Mega Drive, einst strahlendster Stern am 16Bit-Himmel, fiel zunehmend in der Gunst der Käufer - Zeit, denen mobiles Feuer unter dem Hintern zu machen! Aber aus irgendeinem Grund sollte dieser Enthusiasmus räumlich sehr begrenzt sein, denn der Nomad, Segas portables Mega Drive, erschien offiziell ausschließlich in Nordamerika und Japan. Und auch da wurde es kein Verkaufswunder, denn neben dem schlechten Timing sprach vor allem auch die grausame Energieeffizienz (sechs R6 Batterien = zwei bis drei Stunden Maximum!) gegen das Gerät. Schade, denn die Mega Drive-Kompatibilität war perfekt.

Game.com (Tiger Electronics)

Das 1997 veröffentlicht game.com-System ist eigentlich keine größere Erwähnung wert: Die wenigen Spiele, die es darauf gab, waren fast durch die Bank Mist, der unbeleuchtete Bildschirm war schlecht erkennbar. Und dennoch hat sich das Ding seinen Platz in der Handheld-Geschichte verdient, war es doch das erste Spielsystem, das ein Touchpad nutzte - etwas, das erst sieben Jahre später Nintendo mit dem Nintendo DS weitaus erfolgreicher wiederholte. Darüber hinaus konnte das game.com (dezent umständlich) an ein Modem angeschlossen werden, wodurch primitiver Internet-Zugriff gewährleistet war - der allerdings nicht für die gerade mal 20 erhältlichen Spiele genutzt wurde.

Neo Geo Pocket (SNK)

1998 versuchte sich SNK recht erfolglos am Handheld-Markt: Das Neo Geo Pocket-System bot wenige Spiele, die auf dem Monochrom-Bildschirm einfach nicht gut aussahen. Okay, alle Maschinen stop, das probieren wir gleich nochmal. Und besser: Gerade mal ein Jahr später wurde der Nachfolger Neo Geo Pocket Color veröffentlicht - für gerade mal 69 Dollar; angesichts der vierstelligen Summen, die man für das Neo Geo-Heimsystem berappen musste, ein unfassbar scheinenden Schnäppchen. Und anfangs sah alles sogar noch ziemlich gut aus: Das System verkaufte sich gut, die meist von SNK selbst entwickelten Spiele waren größtenteils von guter bis sehr guter Qualität, die Batterieleistung war gerade für das Gezeigte erstaunlich. Aber dann kam das Jahr 2000, und mit ihm zwei wichtige Erkenntnisse: 1.) Ganz ohne 3rd Party-Hersteller kommt man auf Dauer einfach nicht aus. 2.) Gegen den frisch veröffentlichten Game Boy Advance von Nintendo ist kein Kraut gewachsen. Und zu schlechter Letzt wurde SNK von den Pachinko-Herstellern Aruze gekauft - das war's.

Game Boy Advance (Nintendo)

2001 kam endlich die lang erwartete Innovation: der Game Boy Advance! Ein 32Bit-Gerät mit scharfem Farbdisplay, umfangreichen Spielmodulen, viel Prozessorpower - und ohne Hintergrundbeleuchtung, was das Zocken im Dunklen unmöglich machte, und bei hellem Sonnenlicht zur Beweglichkeitsübung werden ließ. Es sollte noch zwei Jahre dauern, bis dieser Makel mit dem Game Boy Advance SP endgültig aus der Welt geschafft wurde: klein, klappbar, mit laufstarkem Lithium-Ionen-Akku und (abschaltbarer) Beleuchtung. Ein Spieler-Traum wurde endlich wahr, was sich auch sofort in den Verkaufszahlen niederschlug - in den ersten sechs Monaten wurden europaweit mehr als zwei Millionen GBA SP verkauft! Kein Wunder, dass Nintendo eifrig ein Spezialmodell nach dem anderen hinterherschob; die »Krönung« davon war der Game Boy micro (Ende 2005), der die Technologie des GBA auf engsten Raum quetschte. So eng, dass man beim Spielen Gefahr lief, dass der Game Boy micro von Hautporen aufgesaugt oder von unachtsamen Zockern eingeatmet wurde.

GP32/GP2X (Game Park)

Eigentlich sollte man meinen, dass es eine blöde Idee ist, parallel zu Nintendo einen Handheld zu veröffentlichen. Stimmt normalerweise auch, es sei denn, man verfolgt mit dem Gerät einen völlig anderen Ansatz. Das hat Gamepark 2001 mit dem GP32 gemacht: Statt sein System zu verkapseln und auf Lizenzen zu setzen, war das GP32 von Anfang an als offene Plattform gedacht, für die jeder entwickeln kann - was nicht nur in der Wahl von Linux als Betriebssystem deutlich wurde. In Konsequenz gibt es kaum direkt für das System programmierte Spiele, dafür aber einige der besten Emulatoren der Welt, mit denen man fast jedes jemals entwickelte System wieder zum Leben erwecken kann - ganz zu schweigen von Videoplayern, die mit vielen Codecs problemlos zurechtkommen. Das Ganze wurde vier Jahre später mit dem GP2X nochmal deutlich verbessert, die aktuellste Variante F200 nutzt sogar einen Touchscreen. Die Gamepark-Handhelds sind keine Verkaufshits, aber zuverlässige Dauerläufer - die besten Retro-Handhelds weit und breit.

N-Gage (Nokia)

Es gibt da diese Website namens sidetalkin.com, auf der Leute Fotos von sich mit der Welt teilen können, die zeigen, wie bescheuert man aussieht, wenn man das erste N-Gage tatsächlich so hält wie Nokia es wollte. Nämlich schräg vom Ohr abstehend, Ferenghi-Style. Bescheuert, wirklich bescheuert. Aber das war noch nicht das Blödeste am N-Gage: Stellt euch mal vor, ihr zockt am DS und wollt das Spiel wechseln. Nun verlangt das System von euch, dass ihr es abschaltet - so weit, so okay. Und nun sollt ihr den Akku ausbauen. Äh. Was? Genau. 2003 hatte Nokia die großartige Idee, ein Mobiltelefon mit einem Handheld zu kreuzen, aber die erste Version war zwar genau das, aber in erster Linie lächerlich, was die Handhabung betrifft (das grauenhafte Joypad nicht zu vergessen). Sehr schade, denn technisch hatte das Teil trotz des ungewöhnlichen Displays (höher als breit) einiges drauf, einige der Spiele sind ganz hervorragend! Auch der ein Jahr darauf veröffentlichte Nachfolger N-Gage QD konnte nichts mehr am Misserfolg ändern, obwohl er den größten Teil der Macken des Originals ausbügelte. Mittlerweile ist N-Gage der Name einer Applikation, die in Nokia-Smartphones genutzt werden kann - das Telefon an sich ist ein Auslaufmodell.

Gizmondo (Tiger Telematics)

Wir nähern uns dem Ende der Bilderserie, Zeit für die Witzeseite: 2005 veröffentlichte Tiger Telematics mit dem Gizmondo ein System, von dem es zwei Varianten gab. Version A kostete 400 Dollar, Version B 299. Der Unterschied zwischen den beiden war, dass letztere Variante innerhalb der Spiele Werbung präsentierte. Eigentlich eine prima Idee für den kleineren Geldbeutel, außerdem las sich die Feature-Liste des Systems beeindruckend: GPS, Kamera, kann Musik, Fotos und Videos abspielen, man darf damit im Internet surfen und SMS verschicken - irre! Das Problem war nur, dass die Fähigkeiten des Handhelds in den paar veröffentlichten Spielen kaum genutzt wurden. Und die Mutterfirma unter den Tiraden ihres Chefs Stefan Eriksson litt, der in erster Linie irre viel Geld zum Fenster rauswarf (Lowlight: Ein bei einem Rennen geschrotteter Enzo Ferrari) und die Firma innerhalb eines Jahres in die Insolvenz trieb. Hierzulande erschien das gute Stück nach etlichen Ankündigungen gar nicht erst, gerüchteweise soll in diesem Sommer allerdings ein Nachfolger das Licht der Welt erblicken.

Die Gegenwart (4Players)

Müssen wir wirklich noch was zu DS, DS lite, DSi oder PSP erzählen? Nä, über diese Systeme wisst ihr eh schon alles. Und falls nicht: Wir haben da links oben eine fabelhafte Suchfunktion, die euch ausnahmslos alle Fragen zur vollsten Zufriedenheit beantwortet, ehrlich! Allerdings sollte ein System nicht unerwähnt bleiben, welches das Potenzial hat, den Handheld-Markt auf bislang ungeahnte Art und Weise zu verändern: Apples iPhone bzw. der iPod Touch. Mit der Einführung des AppStores und der einfachen Entwicklungsumgebung für jeden, der Lust darauf hat, hat Apple eigenen Angaben nach nicht weniger als eine Golddiamantenadamantiumgrube gefunden, die mit Sicherheit noch lange nicht ausgeschöpft ist. Da erwarten uns noch einige Überraschungen.

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Sonstiges
Entwickler: 4Players
Publisher: 4Players
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