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Der Western - eine tragische Geschichte

 

Custers Revenge (1982)

Ja, ist es denn Wunder, dass es so wenig Wilde Virtuelle Western gibt, wenn der erste ein plumper Porno war? Da muss ein nackter, offensichtlich stark erregter Cowboy vielen Pfeilen ausweichen, während er von der linken Seite des einzigen Bildschirms auf die rechte Seite läuft. Warum er sich überhaupt in diese dramatisch inszenierte Gefahr begeben sollte? Logisch: Damit er eine willige Indianerdame namens Revenge... nun... mit dem Samen der westlichen Zivilisation befruchten möge. Politisch war das in etwa so korrekt wie der Atari 2600 als Spieleplattform noch heute blüht. Von Text-Adventures mal abgesehen, war dies aber zumindest thematisch einer der Genrepioniere. Immerhin: Das konnte ja nur besser werden...

Badlands (1984)

Und natürlich wurde es besser! Die Spielhalle wurde zunächst einmal zum Saloon; Light Guns wurden zu Colts und normale Buttons zum Abzug - je nachdem, ob man im 82-er Cheyenne oder in Konamis Badlands Banditen jagte. Letzteres war ein früher Vertreter des grafisch aufwändigen Schienenshooters: Man musste nur im richtigen Moment den Knopf drücken und schon nahm Protagonist Bucks Rache an den Gangstern, die seine Familie auf dem Gewissen hatten. Keine spielerische Revolution, aber ein hübscher Anime mit... äh... Dinosauriern – und nicht zuletzt Konamis einziges auf Laserdisc gebranntes Spiel.

Gun.Smoke (1985)

Und auch Capcom frönte dem Wilden Westen, wie er im Filme steht: in einem Vertikalshooter, der seinem Helden mit dem vielsagenden Namen Billy Bob Dutzende Banditen auf den Hals hetzt. Von oben macht der Kopfgeldjäger Jagd auf zehn Bösewichter – zuerst in der Spielhalle, später auch auf Segas Saturn, PlayStation, dem NES oder PC. Der virtuelle Western kam endlich im Wohnzimmer an!

Mad Dog McCree (1990)

Gut, auch die als Realfilm gedrehte Jagd auf den fiesen, des Bürgermeisters Tochter entführenden McCree fand zunächst in den Spielhallen statt – wurde später aber auf PC, 3DO und die Silberlinge anderer Systeme gepresst. Überraschend aktuell: Selbst die Wii erhielt erst im vergangenen Jahr eine Umsetzung, außerhalb Deutschlands jedenfalls und einschließlich des Nachfolgers »The Lost Gold« sowie eines weiteren Schienenshooters. Auffällig übrigens, wie eindimensional die Idee »Wilder Westen« meist in eine stinkesimple Ballerei gepresst wird. Die große Freiheit; Männerfreundschaft oder eine sensible Auseinandersetzung mit dem Thema »Neue Welt« gab es erst, als...

Freddy Pharkas, Frontier Pharmacist (1993)

... gut, zugegeben: Dass sich ausgerechnet der Vater des bekanntesten sexuellen Taugenichts nicht den hochphilosophischen Nuancen des Genres widmen würde, war abzusehen. Immerhin schuf Al Lowe aber ein – Achtung! – Point&Click-Adventure, welches das Grenzland ausgesprochen stimmungsvoll einfing. Der Titel entstand übrigens laut Lowes eigener Webseite so: Während er in einem Gespräch mit der damaligen Star-Entwicklerin Roberta Williams die Idee eines witzigen Westerns abwog, wollte er »Farmer« sagen; seine Lippen formten aber das Wort »Ranger«. Und aus irgendeinem Grund kam eben das Unwort »Farmer-cist« heraus. Zack – fertig war der Western-Apotheker!

Outlaws (1997)

LucasArts machte es sich da einfacher und fragte: »Western? Shooter!« Wie praktisch, dass man gerade die 3D-Engine aus Dark Forces parat hatte – also würde es ein Ego-Shooter werden. Endlich steckte man mittendrin, wenn zwischen Hühnern und Kühen die Kugeln flogen. Auch typisch: Mal wieder wurde die Familie von irgendwelchen Halunken entführt. Die alte Leier wird ja nicht schlecht. Ein wenig comichafte Überzeichnung und fertig war ein kultiger Kugelhagel, dem so mancher noch heute im besten Sinne eine Fortsetzung an den Hals wünscht.

Desperados: Wanted Dead or Alive (2001)

DAS war mal neu: Echtzeitstrategie goes Wild West! Ausgerechnet das deutsche Spellbound-Team fand den Mut, das vermeintlich Beste aus Commandos nach Nordamerika zu hieven und als taktisches Geplänkel mit Blick von oben zu inszenieren. Im zweiten Teil schwenkte die Kamera zum Shootout sogar in die Schulterperspektive und Helldorado (im Bild) stellt den vorläufigen Abschluss der Trilogie dar. Aktuell werkeln die Entwickler übrigens am neuen Gothic-Titel – auf jeden Fall dürfte es bei den Deutschen also angenehm rau und dreckig weitergehen!

The Westerner (2004)

Und noch ein Abstecher in Shooter-fremde Gefilde – und ein weiterer Besuch im Reich der Knobelei. Fenimore Fillmore heißt der... nun, die Hauptfigur – eine Mischung aus Guybrush Threepwood und einem Zauberlehrling namens Simon. Man will ja Revolverheld sein, ist aber nur ambitionierter Tollpatsch. Der ist nur witzig anzuschauen, sondern verband auch geschickt 3D mit Point&Click und wäre im vergangenen Jahr mit einem jämmerlichen Nachfolger (4Players-Wertung: 20%) wohl zu Grabe getragen worden, würde sich Teil eins nicht just in diesem Monat noch einmal auf WiiWare blicken lassen!

Red Dead Revolver (2004)

Aber zurück zu den Wurzeln – zum Schießeisen und zu rauen Sitten. Mal wieder war da ein Bösewicht, einmal mehr gab es ein tragisches Familienschicksal. Doch ausgerechnet die Open World-Experten Rockstar inszenieren was? Einen geradlinigen Shooter! Der hat allerdings ein Ass namens »Zeitlupe« im Ärmel. Das war damals zwar nicht mehr taufrisch, aber noch immer verdammt cool! Dass der Nachfolger aber auch so lange auf sich warten lassen musste...

Darkwatch (2005)

Schon wieder Ego, schon wieder Shooter, schon wieder tausend Tote. Oder vielmehr: Untote. Denn Darkwatch leistete sich einen Abstecher in fantastische Gefilde, indem es die Neue Welt mit Vampiren überflutete. Dass sich echte Cowboys trotzdem wie Zuhause fühlten, verdanken sie dabei nicht nur den packenden Schusswechseln, sondern auch einem echten Urgestein: Als Grundlage für das Titelthema diente nämlich Ennio Morricones Musik aus »Drei glorreiche Halunken«.

Gun (2006)

Und endlich kommt der Wilde Westen in der aktuellen Konsolenklasse an: Gun erschien zwar auch auf PS2, GameCube, Xbox und PC, war aber auch ein früher Xbox 360-Titel. Zugegeben: Das Alter sieht man ihm an. Aber wenn sich die für deutsche Gringos geschnittene Jagd nach... ihr ahnt es... dem Mörder des Ziehvaters im Laufwerk dreht, erlebt man heute noch einen richtig guten Western in einer zwar nicht offenen, aber weiten und frei bereitbaren Welt.

Call of Juarez (2007)

Vom Osten in den Westen: 2007 waren es die polnischen Entwickler bei Techland, die dem geradlinigen Ego-Western ein, zwei neue Perspektiven abgewannen. So erlebte man die Geschichte um den zu Unrecht gejagten Billy Candle nicht nur aus der Perspektive des Jungen, sondern auch aus den Augen des die Bibel zitierenden, alternden Haudegens Ray. So war die Suche nach dem Schatz von Juarez kein einfaches Kanonenfutter - man schlich, man machte Jagt auf Hasen und kletterte in der sengenden Mittagshitze auf einen hohen Felsen. Schade, dass der Nachfolger weniger großes Abenteuer und mehr geradliniger Shooter war.

Red Dead Redemption (2010)

Und endlich oeffnet sich zum ersten Mal das Tor in eine echte offene Neue Welt. Rockstar will es möglich machen – aber haben die GTA-Macher tatsaechlich einen glaubhaften Wilden Westen erschaffen? Wir sitzen längst im Sattel, unsere Colts rauchen, unsere Lassos schwingen über die Prarie: Das Warten auf John Marston hat begonnen...

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Sonstiges
Entwickler: 4Players
Publisher: 4Players
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