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Wem gehören Schwert und Held?

Seid gegrüßt, kapitalistische Abenteurer!

Heute schon die Kreditkarte mit 1000 Blizzard-Gold belastet? Vielleicht einen Level-50-Helden gekauft? Und dann in Kalimdor so getan, als hättet ihr ihn über Wochen fleißig aufgezogen, um ihn nach ein paar Dungeondurchläufen wieder zu verticken? Ekelhaftes Geschacher! Organisierter Heldenhandel! Oder einfach nur ein Spiegel unserer Zeit-ist-Geld-Kultur? Ehrenhafte Recken wie Beowulf, Drizzt Do'Urden oder Aragorn würden sich jedenfalls im Grab umdrehen, während Ökonomen schon die Märkte der Zukunft wittern und Bruttosozialprodukte berechnen. Eins ist klar: Der schnöde Mammon regiert auch die Fantasywelten - egal ob in EverQuest II oder World of WarCraft.

Aber wie sieht die rechtliche Lage aus: Wem gehören Schwert und Held? Wir haben den Juristen Dr. Andreas Lober gefragt, der sich intensiv mit der Materie beschäftigt. Außerdem wollen wir allen Neulingen verraten, wo man legal Items oder Gold kaufen kann, warum ein Farmer kein Landwirt ist und welche Artikel tiefer in die spannende Materie führen.

Viel Spaß beim Stöbern, Bieten und Kaufen.

 
 
Virtueller Handel mit Gegenständen


(Dr. Andreas Lober)

Jurist im Gespräch

Was spielt ein Rechtsanwalt, wenn er nicht gerade prozessiert?


Was sagt das Internetlexikon Wikipedia?

Artikel: Farmer

Nichts gefunden? Noch versteht die deutsche Variante darunter lediglich den Landwirt. Hierzulande hängt man den Trends hinterher und kennt den Job des MMORPG-Farmers nicht. Noch nicht...

Artikel: Gold farmer

Die englischsprachige Version ist da schon weiter und definiert bereits den Gold-Farmer:

"A gold farmer is a person who acquires "gold" (or other in-game currency) or items in a MMORPG (Massive Multiplayer Online Role Playing Game) for the sole purpose of sale to other players via an out-of-game venue, such as eBay or IGE."

Artikel: World of WarCraft

Sebst in der offiziellen englischsprachigen Beschreibung des Blizzard-Rollenspiels wird über mögliche Auswüchse und Ausbeutungen innerhalb des Spielprinzips referiert. Unter dem Punkt "Exploits" geht es um Farmer, aber auch um Speed Hacks, Botting oder Duping. Die Grenze zwischen Tools, geschickter Bereicherung und Cheats scheint fast stufenlos.


Ihr wollt selber Gold, Gegenstände oder ganze Helden kaufen? Oder verkaufen? Kein Problem. Hier gibt's nützliche Links für Händler:

IGE

Egal ob FF XI, Lineage II, WoW oder EQII - IGE ist einer der weltweit größten Marktplätze für Online-Rollenspiele.

Station Exchange

Sony legalisiert den Handel einfach: Der offizielle Marktplatz für alles, was mit EverQuest & Co zu tun hat.

VirtualGameWorlds.com

100 Gold aus World of WarCraft für 8,50 Euro kaufen? Oder gleich 4000 Klunker aus der Fantasy-Welt für schlappe 299,50 erwerben? Kein Problem.

GameEconomy.de

Von Level 32 auf 33 in World of WarCraft kostet bloß 6,49 Euro. Aber ein Lv 50-Charakter nach Wahl schlägt schon mit 214,99 zu Buche. Egal ob Gold, Berufe, Accounts oder bezahltes Leveln - hier bekommt ihr alles.

eBay

Stöbert einfach mal im größten Auktionshaus der Welt: Ihr findet World of WarCraft inkl. Account und voll ausgerüstetem Charakter. Hat er die Stufe 60, beginnen manche Gebote erst bei 200 Euro.





Station Exchange – legaler Itemhandel unter Aufsicht


(Sebastian Rosendorfer)


Kleine News-Chronologie zum virtuellen Handel:


20. Januar 2004:

Online games to generate real - and academic - riches

15. Dezember 2004:

Virtual island sells for $26,500 in cyber assets

2. März 2005

World of WarCraft: Kein Verkauf von Inhalten

15. März 2005

World of WarCraft: Blizzard sperrt Accounts

20. April 2005:

Sony kündigt Auktionshaus für Online-Rollenspieler an

25. April 2005:

Mythic kritisiert Sonys Auktionshaus

6. Mai 2005:

Virtual economies break out of cyberspace

21. Juli 2005:

EverQuest II: Auktionshaus wurde eröffnet

18. August 2005:

Computer characters mugged in virtual crime spree

2. November 2005:

World of WarCraft: Item-Farmer durchleuchtet


Interessante Artikel zum virtuellen Handel:


Uni Ulm: Virtuelle Economy

In dieser als pdf-Dokument erhältlichen Ausarbeitung führt Informatik-Student Georg Sandritter übersichtlich und verständlich in das Wesen des virtuellen Handels ein, erklärt Begriffe wie das "Looten" und stellt Wirtschaftssysteme in World of WarCraft sowie Diablo II vor.

Kunstwissen.de: Ein Babysitter für den Ork

Wer sich schnell einen Überblick über die Problematik und die Auswüchse des virtuellen Handels verschaffen will, findet in Jürgen Schmieders knackigem Artikel einen lockeren Einstieg ins Thema.

Game Guides Online: Secrets of Massively Multiplayer Farming

Sehr informativer englischsprachiger Artikel, der in die Merkmale des organisierten virtuellen Sammeln und Handelns einführt und darauf hinweist, dass nicht China, sondern Indonesien das Zentrum für Farmer ist.

PHPTR: The New New Economy: Earning Real Money in the Virtual World

Welche Kraft hat eine Online-Währung? Welche Probleme und welche Möglichkeiten bietet die Wirtschaft eines fiktiven Spiels? Sind Online-Welten ein wachsender Umsatzfaktor in der US-Ökonomie?

1Up: From sweatshops to stateside corporations, some people are profiting off of MMO gold.

Die US-Kollegen des Spielemagazins 1Up haben bis nach Asien recherchiert und angeblich einen Chinesen in der Provinz Fujian gefunden, der für 56 Cent die Stunde im Online-Rollenspiel Liuneage II schuftet - von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends.

heise: Money for Nothing? Handel mit Spiel-Accounts und virtuellen Gegenständen

In diesem ct-Bericht gehen Dr. Andreas Lober und Olaf Weber ausführlicher auf die rechtliche Problematik ein, die in unserem Gastbeitrag nur kurz angerissen wurde.

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